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Georg-August-Universität Göttingen

Vom Aussterben bedroht oder anpassungsfähig? - Der Koboldmaki <i>Tarsius dianae</i> in den Regenwäldern Sulawesis

Abstract

dc:description

Über die Beurteilung der Anpassungsfähigkeit sulawesischer Koboldmakis Tarsius dianae an anthropogene Störungen ihres Lebensraumes wurden die Zukunftsaussichten dieser Art umrissen und eine wissenschaftliche Basis für Schutzbemühungen geschaffen. In einer 15-monatigen Freilandstudie dieser kleinen, nachtaktiven Primaten in den Jahren 2000 und 2001 wurden am Rande des Lore-Lindu-Nationalparks in Zentral-Sulawesi, Indonesien, vier verschiedene Flächen entlang eines Gradienten menschlicher Nutzung einer tierökologischen Bewertung unterzogen. Diese bediente sich der Populationsparameter Aktionsraumgröße, nächtliche Wegstrecke, Populationsdichte, Gruppengröße sowie Körpermasse, Körpergröße und Parasitenbefall. Insgesamt wurden 71 Individuen 140 mal mittels Japannetzen gefangen. 24 Weibchen, d.h. sechs je Fläche, und sechs Männchen wurden radiotelemetriert, um die Streifgebiete und nächtlich zurückgelegten Distanzen zu bestimmen. Die Aktionsraumgrößen von T. dianae betragen zwischen 1,1 und 1,8 ha und variieren zwischen den Habitaten. Die Streifgebiete der Weibchen sind dabei geringfügig kleiner als die der Männchen. Die Weibchen auf den leicht und mittelmäßig gestörten Flächen nutzen signifikant kleinere Gebiete als die Weibchen im ungestörten Wald und in intensiv durch den Menschen beeinflußten Plantagen. Die kleinen Aktionsräume korrelieren mit einer hohen Dichte von dünnen Gehölzen und Insekten - der Hauptbeute der Koboldmakis. Die Tiere in einem ungestörten Wald legen die im Habitatvergleich geringste Strecke pro Nacht zurück - etwa 950 m. Im stark gestörten Gebiet - den Plantagen - springen sie durchschnittlich 300 m weiter. Die Populationsdichten der Koboldmakis sind im ungestörten Wald mit etwa 270 Individuen/km2 am größten. In den Plantagen siedeln 45 Tiere/km2 . Die sozialen Gruppen sind unter nicht- und leicht gestörten Verhältnissen größer als unter mittelmäßig und stark gestörten. Bezüglich der Masse, der Größe und des Ektoparasitenbefalls der Koboldmakis gibt es keine habitatspezifischen Unterschiede. T. dianae kann in leicht gestörten Gebieten ebenso gut leben wie in ungestörtem Wald. Trotz einer rückläufigen Bestandsentwicklung ist das Aussterberisiko der Art aufgrund ihrer hohen Anpassungfähigkeit an traditionelle anthropogene Landnutzungsformen aus heutiger Sicht gering.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Merker, Stefan
Contributors dc:contributor
  • Mühlenberg, Michael Prof. Dr.
  • Willmann, Rainer Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 23

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-582
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-501-8
webdoc-501
367099918
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AE7C-E

Chain of custody

source
Harvested from
Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Merker, Stefan. Vom Aussterben bedroht oder anpassungsfähig? - Der Koboldmaki <i>Tarsius dianae</i> in den Regenwäldern Sulawesis. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-AE7C-E