Georg-August-Universität Göttingen
Effekte maskierter visueller Stimuli auf die Ausführung von konkurrierenden motorischen Reaktionen und kognitiven Aufgaben
Abstract
dc:descriptionDas Ausmaß, in dem unbewusste Informationen das menschliche Verhalten beeinflussen können, ist eine zentrale Frage der Neurowissenschaften. Eine Methode, um unbewusste Verarbeitung zu untersuchen, ist das maskierte Priming Paradigma, in dem vor einem relevanten Stimulus ein schlecht sichtbarer Prime dargeboten wird. Der relevante Stimulus dient gleichzeitig als Maske, die die Sichtbarkeit des Primes reduzieren soll. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Prime die motorische Reaktion auf den nachfolgenden, bewusst wahrgenommenen Stimulus (Maske) beeinflussen kann. So wird schneller reagiert, wenn Prime und Maske dieselbe Reaktion ankündigen (Antwort-Priming). Während Prime und Maske beim Antwort-Priming mit einer motorischen Reaktion verknüpft sind, geben sie beim Aufgaben-Priming an, welche von zwei Aufgaben mit einem nachfolgenden Zielreiz ausgeführt werden muss. Auch hier zeigen sich zum Antwort-Priming vergleichbare Effekte mit schnelleren Reaktionen, wenn Prime und Maske dieselbe Aufgabe ankündigen. Interessanterweise ist die Fähigkeit des Primes das Verhalten zu beeinflussen, dabei unabhängig von seiner Sichtbarkeit. Die beschriebenen Effekte konnten bereits in einer Reihe von Untersuchungen repliziert werden. Dementsprechend versuchen neuere Studien nun die Mechanismen zu verstehen, die diesen Phänomenen zugrunde liegen. Diesem Ziel schließt sich auch die vorliegende Arbeit an, wobei insbesondere die Frage untersucht wurde, ob die Effekte maskierter Stimuli durch einen generellen Mechanismus erzeugt werden. Dabei wurde mit Hilfe von Verhaltensexperimenten und der funktionellen Magnetresonanztomographie untersucht, welche Ebenen der Stimulusverarbeitung an der Entstehung von Priming Effekten beteiligt und welches die zugrunde liegenden neuroanatomischen Strukturen sind. Die Verhaltensexperimente (Experimente 1 - 3) zum Antwort-Priming weisen darauf hin, dass der Prime die perzeptuelle Analyse der nachfolgenden Maske und die Reaktionsauswahl beeinflusst. Dies wurde durch eine fMRT Untersuchung (Experiment 5) bestätigt, in der Priming Effekte im visuellen Cortex (BA 17, 18) und in Arealen beobachtet wurden, die an der Steuerung der Auswahl der korrekten motorischen Reaktion beteiligt sein könnten (supplementär motorisches Areal, anteriorer cingulärer Cortex, dorsolateraler präfrontaler Cortex, Sulcus intraparietalis). Darüber hinaus wurden Hinweise darauf gefunden, dass Primes direkt die mit ihnen assoziierte motorische Reaktion im primären motorischen Cortex aktivieren. Die Experimente zum Aufgaben-Priming (Experiment 4b, 6) weisen ebenso auf einen Priming Effekt im visuellen System (BA 17, 18) hin. Des Weiteren sprechen sie dafür, dass Primes das mit ihnen assoziierte Task Set aktivieren und damit einen Einfluss auf die Auswahl der für die auszuführende Aufgabe relevanten Regeln haben (medialer Gyrus frontalis superior, Sulcus intraparietalis, Precuneus, Lobulus parietalis inferior). Für einen Effekt in aufgabenspezifischen Arealen wurden jedoch nur begrenzt Hinweise gefunden. Die Befunde deuten darauf hin, dass Primes sowohl beim Antwort- als auch beim Aufgaben-Priming einen Einfluss auf die frühe perzeptuelle Verarbeitung und auf den Entscheidungsprozess für eine Reaktion oder Aufgabe (Reaktionsauswahl, Aufgabenauswahl) haben. Hinweise auf Effekte auf die Prozesse, die stattfinden, nachdem die Reaktion oder Aufgabe ausgewählt wurde, wurden in beiden Paradigmen begrenzt gefunden. Aus diesem Grund wird angenommen, dass die Effekte maskierter Primes durch einen vergleichbaren Mechanismus gesteuert werden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Klapoetke, Susan
- Contributors dc:contributor
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- Mattler, Uwe Prof. Dr.
- Lass, Uta Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 12Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
-
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-471
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-3000-9
webdoc-3000
664016529 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AE0D-A