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Georg-August-Universität Göttingen

Zur Rolle der Therapeutenrotation und von Patientenmerkmalen für die Wirksamkeitsprozesse der Ambulanten Langzeit-Intensivtherapie für Alkoholkranke (ALITA)

Abstract

dc:description

Die vorliegende Arbeit umfasst zwei Originalartikel, die sich mit den Wirksamkeitsprozessen der Ambulanten Langzeit-Intensivtherapie für Alkoholkranke (ALITA) beschäftigen.Die Therapeutenrotation ist seit 10 Jahren ein zentrales Therapieelement von ALITA. Die Beteiligung mehrerer gleichermaßen verantwortlicher Therapeuten bei der Behandlung psychisch kranker Menschen wurde bislang kaum als eigenständiger Therapieansatz betrachtet. Der Artikel analysiert die Therapeutenrotation aus theoretischer und klinischer Perspektive.Die Arbeit stellt die derzeit einzige internationale Übersichtsarbeit zur Rolle der therapeutischen Beziehung in der Suchttherapie dar und bietet darüber hinaus einen Überblick über die wichtigsten Forschungsarbeiten zur therapeutischen Beziehung in der allgemeinen Psychotherapie. Desweiteren wird die Literatur zum historischen Vorläufer der Therapeutenrotation, der multiplen Psychotherapie nach Alfred Adler, referiert.Von der Bedeutung der therapeutischen Allianz für die Behandlung suchtkranker Menschen und der Wirksamkeit der Multiplen Psychotherapie ausgehend, diskutiert die vorliegende Arbeit die Therapeutenrotation als einen wesentlichen Wirkfaktor von ALITA. Dabei werden potentielle Vorteile und Nachteile für die Patienten und Therapeuten berücksichtigt, und es wird versucht, die Bedingungen eines erfolgreichen Einsatzes dieses Therapieelementes zu identifizieren. Im Rahmen einer Prozessanalyse wird die konkrete Anwendung der Therapeutenrotation bei ALITA beschrieben. Abschließend werden neue Anwendungsgebiete der Therapeutenrotation diskutiert.FragestellungEs ist noch unerforscht, wie sich komorbide psychiatrische Störungen während der Suchttherapie verändern. Die vorliegende Studie untersucht zwei Fragestellungen: (1) den Verlauf komorbider Achse-I-Störungen bei chronisch alkoholkranken Patienten unter kontrollierter Abstinenz während der zwei Therapiejahre von ALITA; (2) den prädiktiven Wert von komorbiden Achse-I-Störungen und Achse-II-Störungen bei der Vorhersage des Rückfallgeschehens während eines Vier-Jahreszeitraumes.Es wurden umfassende psychiatrische, suchtassoziierte und soziodemographische Variablen von 89 Patienten zu Behandlungsbeginn (t1), nach sechs Monaten (t2), nach 12 Monaten (t3) und nach 24 Monaten (t4) erhoben. Abstinenz und Substanzkonsum wurden durch regelmäßige Analyse von Urin- und Blutproben während des gesamten Vier-Jahreszeitraumes überprüft. Die statistische Auswertung der Daten erfolgte mit speziellen nonparametrischen Tests für Langzeituntersuchungen an kleinen Stichproben und mit Überlebensanalysen.Zu Therapiebeginn wiesen 61.8% der Patienten mindestens eine Achse-I-Störung und 63.2% mindestens eine Achse-II-Störung (d.h. Persönlichkeitsstörung) auf. Die Häufigkeit von Achse-I-Störungen sank von t1 (59.0%), über t2 (38.5%), t3 (28.2%) zu t4 (12.8%) (p<.0001). Angststörungen remittierten eher langsam von t1 (43.6%) zu t3 (20.5%, p=.0086). Affektive Störungen fielen durch einen frühen Rückgang zwischen t1 (23.1%) und t2 (5.1%, p=.0387) auf, zeigten jedoch einen leichten Wiederanstieg zu t3 (10.3%). Während des vierjährigen Untersuchungszeitraumes betrug die kumulative Wahrscheinlichkeit, nicht rückfällig zu werden, .59. Zwei Prädiktoren haben einen starken negativen Einfluss auf die Abstinenzwahrscheinlichkeit: die Anzahl früherer stationärer Entgiftungsbehandlungen (p=.0013) und das Vorliegen von mindestens einer Persönlichkeitsstörung (p=.0106).Die vorliegende Studie zeigt einen deutlichen Rückgang komorbider Achse-I-Störungen bei abstinenten chronisch alkoholkranken Patienten während der langfristigen und umfassenden Behandlung bei ALITA. Im Gegensatz zu Achse-I-Störungen, die keinen prädiktiven Gehalt für den langfristigen Rückfallverlauf aufweisen, können komorbide Persönlichkeitsstörungen und die Anzahl an früheren Entgiftungen das Rückfallgeschehen im vierjährigen Untersuchungszeitraum klar vorhersagen.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Krampe, Henning
Contributors dc:contributor
  • Ehrenreich, Hannelore Prof. Dr. Dr.
  • Kröner-Herwig, Birgit Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 26

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-394
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-266-3
webdoc-266
470424915
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-ADC8-C

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Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Krampe, Henning. Zur Rolle der Therapeutenrotation und von Patientenmerkmalen für die Wirksamkeitsprozesse der Ambulanten Langzeit-Intensivtherapie für Alkoholkranke (ALITA). 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-ADC8-C