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Georg-August-Universität Göttingen

Diversität und Ökologie holzbewohnender Pilze in Khonin Nuga, Westkhentey, Mongolei

Abstract

dc:description

Die vorliegende Arbeit befasst sich zum ersten Mal mit Vielfalt und Ökologie holzbewohnender Pilze in der Mongolei. Das Untersuchungsgebiet Khonin Nuga befindet sich im Westkhentey im Nordosten der Mongolei und gehört zur Pufferzone des Streng Geschützten Gebietes Khan Khentey. Die Untersuchungen gliedern sich in folgende drei Schwerpunktthemen: 1. Die Erfassung von Vorkommen, Artenvielfalt, Abundanz und Artenzusammensetzung in den charakteristischen Vegetationstypen des Untersuchungsgebietes, das sind die Standorttypen Helle Taiga der unteren Bergstufe (HTU), Dunkle Taiga der unteren Bergstufe (DTU) und Dunkle Taiga der oberen Bergstufe (DTO). 2. Die Erfassung von Vorkommen, Artenvielfalt, Abundanz und Artenzusammensetzung in Waldbeständen, deren Feuer verschieden weit zurückliegt. Ausgewählt wurde eine Sequenz von Waldbeständen, die zuletzt 1996 (F1996, Feuer elf Jahre vor Untersuchungsbeginn), 2002 (F2002, Feuer fünf Jahre vor Untersuchungsbeginn) und 2007 (F2007, frisch abgebrannt) von Feuern erfasst waren. Als Kontrollwald wurde die HTU mit nur geringfügiger Feuerspur ausgewählt, in der das letzte Feuerereignis zu Untersuchungsbeginn länger als 15 Jahre zurücklag. 3. Die Untersuchung der Sukzession der Pilzbesiedlung in der Initialphase der Zersetzung an der Mandschurischen Birke (Betula platyphylla) im Larix-Betula-Wald für die ersten drei Jahre. In den Standorttypen HTU, DTU und DTO wurden jeweils 60 Plots entlang von sechs je ein km langen Transekten und in den durch Waldbrände beeinflussten Wäldern jeweils 40 Plots entlang von vier je ein km langen Transekten bearbeitet. In jedem Plot wurden lebende Bäume und stehendes Totholz mittels Winkelzählproben erfasst. Die Aufnahme von liegenden Stämmen und Stümpfen erfolgte in einem Radius von 15 Metern um den Probeflächenmittelpunkt. Aufgenommene Bäume und Totholzobjekte wurden nach Fruchtkörpern holzbewohnender Pilze abgesucht. Aufgenommen wurden polyporoide und corticioide Basidiomyceten sowie wenige Arten von Ascomyceten, die relativ harte Fruchtkörper bilden. Für die Erfassung der Sukzession in der Initialphase der Pilzbesiedlung wurden im September 2004 fünfzehn gesunde Birken mit einem Durchmesser von ca. 20 cm gefällt. Die Pilzbesiedlung wurde in den Jahren 2005, 2006 und 2007 untersucht. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden im Untersuchungsgebiet 152 holzbewohnende Pilze nachgewiesen, wovon 111 Pilze auf Artenebene bestimmt werden konnten. Die Nachweise von über 80 Pilzarten sind nicht nur für die Pilzflora des Khentey Gebietes, sondern für die gesamte Pilzflora der Mongolei neu. Die beiden Dunklen Taiga-Standorttypen zeigen in Bezug auf die Pilzartenzusammensetzung eine hohe Ähnlichkeit. Die HTU ist von den beiden dunklen Taiga-Standorttypen deutlich unterschiedlich, ähnelt aber hinsichtlich ihrer Pilzflora eher der DTU. Außer der Zusammensetzung der in den einzelnen Standorttypen vorkommenden Baumarten spielen für die Pilzartenzusammensetzung weitere Umweltfaktoren wie die Hangneigung, der Anteil der Nadelbäume und die Höhenstufe eine entscheidende Rolle. Die Artenzusammensetzung in den durch Waldbrände beeinflussten Wäldern und im Kontrollwald unterscheidet sich nicht nur signifikant voneinander, sondern es zeichnete sich auch eine deutliche Sukzession in der Pilzbesiedlung ab. Die Pilzartenzahl stehender Bestände nimmt in den natürlichen Standorttypen durch die Waldbrände zu, jedoch abhängig davon, wie intensiv das Feuer war und welcher Zeitraum seit dem letzten Feuer vergangen ist. Liegende Bestände werden allgemein häufiger von Pilzen besiedelt als stehende Bestände, jedoch steigt die Pilzabundanz an stehenden Beständen in den Wäldern mit intensiver Feuergeschichte an. In der Initialphase der Zersetzung wurden an fünfzehn gefällten Birken über drei Jahre insgesamt 23 Pilzarten nachgewiesen. Drei Jahre nach der Fällung ist die Artenzahl pro Birke nicht nur höher als in den ersten zwei Jahren nach der Fällung, sondern ist sie auch signifikant höher als die Artenzahl pro Vergleichsbirke mit fortgeschrittener Zersetzung in der Nachbarschaft. Chondrostereum purpureum, Daldinia lloydii, Plicaturopsis crispa, Trametes versicolor, Bjerkandera adusta, Lenzites betulina, Nectria cinnabarina, Schizophyllum commune und Stereum hirsutum kommen an Birken als Pionierarten der Pilzsukzession vor. Die Untersuchung zeigt, dass unter den verschiedenen Baumarten die Birke eine Schlüsselart für holzbewohnende Pilze darstellt.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Sunjidmaa, Renchin
Contributors dc:contributor
  • Mühlenberg, Michael Prof. Dr.
  • Hauck, Markus PD Dr.

Subjects

dc:subject × 24

Rights

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Language dc:language
ger

Identifiers

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Identifier
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2228-1
webdoc-2228
615452612
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AD74-6

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Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Sunjidmaa, Renchin. Diversität und Ökologie holzbewohnender Pilze in Khonin Nuga, Westkhentey, Mongolei. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-AD74-6