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Georg-August-Universität Göttingen

Perspektivenübernahme als eine Kompetenz historischen Verstehens

Abstract

dc:description

Eine Kompetenz, die Schüler im Geschichtsunterricht erwerben sollen, ist das Hinein-versetzen in die Gedanken- und Gefühlswelt von Menschen, die zu früheren Zeiten gelebt haben. Diese Kompetenz zur historischen Perspektivenübernahme wird in der vor-liegenden Arbeit aus zwei Blickwinkeln beleuchtet: Zum einen werden fachdidaktische Kompetenzmodelle vorgestellt, in denen Perspektivenübernahme als integraler Bestandteil historischen Verstehens angesehen wird. Zum anderen wird auf das psychologische Modell zur sozialen Perspektivenkoordination von Robert L. Selman sowie auf empirische Befunde zu relevanten Kontextfaktoren zurückgegriffen. Das erste Forschungsziel betrifft die Entwicklung eines Messinstrumentes zur Erfassung historischer Perspektivenübernahme. Zweitens sollen mithilfe des neuen Messinstrumentes Beziehungen zwi-schen dieser fachspezifischen Kompetenz sowie geschichtsrelevanten und sozial-kognitiven Schülermerkmalen untersucht werden. Die Annäherung an die Ziele erfolgt anhand von drei empirischen Originalarbeiten. Die Basis stellt eine Stichprobe von ca. 400 Schülern der 7. und 10. Klassenstufe an drei deutschen Gymnasien dar. Das Messinstrument besteht aus historischen Szenarien, zu denen Schüler insgesamt neun vierstufige Aussagen bewerten sollen, die drei Aspekte historischer Perspektivenübernahme abbilden (Gegenwartsfixierung, Rolle des historischen Akteurs, historische Kontextualisierung). Mittels Latenter Klassenanalyse können Schülertypen voneinander unterschieden werden. Während der überwiegenden Mehrheit der Zehntklässler eine Berücksichtigung des historischen Kontextes gelingt, überwiegt bei den Siebtklässlern die gegenwartsfixierte Betrachtung des historischen Szenarios. In einer nachfolgenden Analyse der korrelativen Zusammenhänge zwischen historischer Perspektivenübernahme, fachspezifischen Indikatoren wie Geschichtsinteresse, -selbstkonzept und -leistung sowie der Fähigkeit, im Alltag Perspektiven von Interaktionspartnern einzunehmen, ergeben sich ebenfalls unterschiedliche Befunde für d ie beiden Klassenstufen. Historische Perspektivenübernahme hängt bei den Siebtklässlern positiv mit der Fähigkeit zur sozialen Perspektivenübernahme zusammen. In der 10. Klasse ist diese Kompetenz historischen Verstehens eingebettet in das Gefüge aus fachspezifischen Merkmalen. Am Ende der vorliegenden Arbeit stehen eine Arbeitsdefinition von historischer Perspektivenübernahme, ein Vorschlag für ein Messinstrument sowie weiterführende Fragen, die die Entwicklung dieser Kompetenz im Zusammenspiel mit fachspezifischen und sozial-kognitiven Motivations- und Leistungsindikatoren betreffen.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Hartmann, Ulrike
Contributors dc:contributor
  • Hasselhorn, Marcus Prof. Dr.
  • Sauer, Frank Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 12

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-290
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-1931-4
webdoc-1931
599299495
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AD13-2

Chain of custody

source
Harvested from
Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Hartmann, Ulrike. Perspektivenübernahme als eine Kompetenz historischen Verstehens. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-AD13-2