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Georg-August-Universität Göttingen

The therapist in inpatient psychotherapy

Abstract

dc:description

Der Fokus dieser Dissertation lag auf der Untersuchung von Therapeutenvariablen in der stationären Psychotherapie. Die Dissertation ist in vier separate empirische Studien aufgeteilt. In der ersten Studie wurde die Unterscheide zwischen Therapeuten in stationärer Therapie getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass Therapeuteneffekte im stationären Setting zwar vorhanden sind, die Unterschiede zwischen Therapeuten hier aber geringer als im ambulanten Bereich ausfallen. Dagegen gab es große Unterschiede zwischen Therapeuten in der Beziehungsqualität, da einige Therapeuten bessere therapeutische Beziehungen zu ihren Patienten aufbauen als andere. Darauf aufbauend wendet sich die zweite Studie der Aufklärung von Therapeutenunterschieden zu. Dazu wurde getestet, ob interpersonelle Probleme von Therapeuten zur Aufklärung der Therapeutenunterschiede beitragen. Während höhere Dominanz von Patienten ein besseres Therapieergebnis vorhersagte, gab es keine Haupteffekte der interpersonellen Dimensionen der Therapeuten. Allerdings moderierte die Affiliation der Therapeuten den Einfluss der therapeutischen Beziehung auf den Therapieerfolg. In der dritten Studie wurde ein weiteres Konstrukt untersucht. Es wurde angenommen, dass die Bindungsrepräsentationen von Therapeuten relevante Einflussgrößen für Therapeutenverhalten darstellen und sowohl Therapiebeziehung als auch Ergebnis beeinflussen würden. Dieselbe Therapeutenstichprobe, die auch für Studie 2 untersucht wurde, wurde einer interview-basierten Bindungsdiagnostik mit dem Adult Attachment Interview unterzogen. Die Verteilung von sicherer und unsicherer Bindung ist mit einem Anteil von 60% sicher gebundenen Personen der Verteilung in der Normalbevölkerung ähnlich. Obwohl es keine signifikanten direkten Einflüsse der Bindungssicherheit im Sinne eines Haupteffekts gab, weisen Interaktionseffekte auf eine moderierenden Einfluss der Therapeutenbindung auf den Einfluss der Psychopathologie der Patienten hin. Höhere Bindungssicherheit von Therapeuten war besonders dann hilfreich für Beziehung und Therapieergebnis, wenn die Patienten stark beeinträchtigt zu Beginn der Therapie waren. In der vierten Studie wurde der Einfluss der Bindungsrepräsentationen von Therapeuten auf die Entwicklung der therapeutischen Beziehung über die Zeit betrachtet. Bindungsdimensionen der Therapeuten wurden in einem 3-Level Modell in Beziehung zu Beziehungsverläufen von Patienten über die Zeit gesetzt. Höhere Bindungssicherheit wies keinen Bezug zu den Beziehungsverläufen auf, aber ein höheres Ausmaß an Verstrickung ging mit niedrigerer Beziehungsqualität und einem leichten Anstieg am Ende der Therapie einher. Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse der vier Studien, dass der Einzeltherapeut eine relevante Einflussgröße für den Erfolg von stationärer Psychotherapie darstellt. Interpersonelle Probleme und Bindungsrepräsentationen von Therapeuten waren zwar nicht direkt mit dem Therapieergebnis assoziiert, ihr moderierender Einfluss auf Patientenvariablen bestätigt aber trotzdem ihre Bedeutung.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Dinger, Ulrike
Contributors dc:contributor
  • Strack, Micha PD Dr.
  • Hasselhorn, Marcus Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 9

Rights

dc:rights
Language dc:language
eng

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-263
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-1828-8
webdoc-1828
58895313X
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-ACF8-8

Chain of custody

source
Harvested from
Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Dinger, Ulrike. The therapist in inpatient psychotherapy. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-ACF8-8