{"id":{"repo_id":"wurz-thes","oai_identifier":"oai:opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de:359"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/wurz-thes/oai:opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de:359","repository":{"repo_id":"wurz-thes","name":"Universität Wüzburg","base_url":"https://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/oai"},"display":{"title":"Charakterisierung der Bindung des Stressproteins Alpha-B-Crystallin an kardiale Myofibrillen unter Ischämie","abstract":"Prolongierte Isch&auml;mieperioden des Herzens f&uuml;hren zu struktureller Sch&auml;digung der Kardiomyozyten, d.h. einer Desorganisation und Zerst&ouml;rung des kontraktilen und plasmalemmalen Zytoskeletts, welche sich final durch Verlust an Kontraktilit&auml;t und Ruptur der Plasmamembran manifestieren. Stressproteine k&ouml;nnen an die Komponenten des Zytoskelettes binden und durch Konformationsschutz der isch&auml;mischen Sch&auml;digung entgegenwirken. In vorangegangenen Untersuchungen wurde gezeigt, dass es unter Isch&auml;mie zu einer Translokation des konstitutiv in hoher Konzentration vorkommenden kardialen Stressproteins aB-Crystallin vom Zytosol an die Myofibrillen kommt. Dabei f&uuml;hren bereits kurzdauernde Isch&auml;mieperioden zu einer kompletten Umverteilung von aB-Crystallin in die Z/I-Region des Sarkomers. Es war das Ziel dieser Arbeit, diese Bindung von aB-Crystallin an Strukturproteine im Z/I-Banden Bereich n&auml;her zu charakterisieren und aB-Crystallin ultrastrukturell zu lokalisieren. Durch Immunogoldmarkierung konnte aB-Crystallin ultrastrukturell im Herzen unter globaler Isch&auml;mie in einer Linie parallel zur Z-Scheibe etwa in der Mitte der halben I-Bande lokalisiert werden. Diese Zone entspricht dem Bereich, der als N-Linie bezeichnet wird. In der Frage der in vivo-Bindungspartner von aB-Crystallin waren daher in erster Linie Komponenten der I-Bande, d.h. Aktin und Titin in Betracht zu ziehen. Z-Scheiben Proteine wie a-Actinin treten dagegen in den Hintergrund. Um Anhaltspunkte &uuml;ber die Bindungsst&auml;rke des Stressproteins aB-Crystallin an kardiale Myofibrillen unter Isch&auml;mie zu erhalten, wurden isch&auml;mische Myofibrillen aus dem Rattenherz mit hochmolaren Salzl&ouml;sungen und chaotropen Substanzen behandelt. Dabei konnte eine sehr hohe Bindungsaffinit&auml;t von aB-Crystallin an die Myofibrillen festgestellt werden. Die myofibrill&auml;re Bindung zeigte sich resistent gegen&uuml;ber 1M KCl, 1M NaSCN und 2M Harnstoff, erst 2M NaSCN und 4M Harnstoff, die eine Zerst&ouml;rung der myofibrill&auml;ren Integrit&auml;t bewirken, verm&ouml;gen die aB-Crystallin-Bindung zu l&ouml;sen. Aktin dagegen lie&szlig; sich bereits durch 0,5M NaSCN-L&ouml;sung von den Myofibrillen extrahieren, Bedingungen, unter denen aB-Crystallin noch fest an die Myofibrillen gebunden blieb. Aktin scheidet somit als in vivo-Bindungspartner von aB-Crystallin aus. Dieses Ergebnis immunhistochemischer Untersuchungen konnte auch mit biochemischer Methodik (Immunreplikanalyse) verifiziert werden. Titin zeigte sich wie aB-Crystallin resistent gegen&uuml;ber den meisten der oben aufgef&uuml;hrten Salzl&ouml;sungen. Eine deutliche Extraktion von Titin aus den Myofibrillen konnte erst durch Behandlung mit 2M NaSCN sowie 4M Harnstoffl&ouml;sung beobachtet werden, das Extraktionsverhalten entsprach somit dem von aB-Crystallin. Einen Hinweis auf eine Assoziation von aB-Crystallin mit Titin lieferte der Nachweis von aB-Crystallin in isolierten Titinfraktionen aus isch&auml;mischen Herzen. Der direkte Beweis f&uuml;r eine aB-Crystallin-Titin-Interaktion konnte im Rahmen dieser Arbeit jedoch nicht erbracht werden. Bindungsstudien, die zwischen ausgew&auml;hlten nativen, in vitro translatierten Titindom&auml;nen und aus der Linse isoliertem aB-Crystallin durchgef&uuml;hrt wurden, waren negativ. Dies ist m&ouml;glicherweise dadurch bedingt, dass aB-Crystallin erst unter Isch&auml;mie mit Titin interagiert und in vitro Kofaktoren ben&ouml;tigt werden. Durch eine Bindung an I-Banden Abschnitte des Titinmolek&uuml;ls k&ouml;nnte aB-Crystallin eine kardioprotektive Funktion erf&uuml;llen, indem es unter Isch&auml;mie stabilisierend auf das Filamentsystem einwirkt.","abstract_html":"Prolongierte Isch&amp;auml;mieperioden des Herzens f&amp;uuml;hren zu struktureller Sch&amp;auml;digung der Kardiomyozyten, d.h. einer Desorganisation und Zerst&amp;ouml;rung des kontraktilen und plasmalemmalen Zytoskeletts, welche sich final durch Verlust an Kontraktilit&amp;auml;t und Ruptur der Plasmamembran manifestieren. Stressproteine k&amp;ouml;nnen an die Komponenten des Zytoskelettes binden und durch Konformationsschutz der isch&amp;auml;mischen Sch&amp;auml;digung entgegenwirken. 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Der direkte Beweis f&uuml;r eine aB-Crystallin-Titin-Interaktion konnte im Rahmen dieser Arbeit jedoch nicht erbracht werden. Bindungsstudien, die zwischen ausgew&auml;hlten nativen, in vitro translatierten Titindom&auml;nen und aus der Linse isoliertem aB-Crystallin durchgef&uuml;hrt wurden, waren negativ. Dies ist m&ouml;glicherweise dadurch bedingt, dass aB-Crystallin erst unter Isch&auml;mie mit Titin interagiert und in vitro Kofaktoren ben&ouml;tigt werden. Durch eine Bindung an I-Banden Abschnitte des Titinmolek&uuml;ls k&ouml;nnte aB-Crystallin eine kardioprotektive Funktion erf&uuml;llen, indem es unter Isch&auml;mie stabilisierend auf das Filamentsystem einwirkt.","Prolonged ischemic periods of the heart lead to structural damage of the cardiomyocytes, i.e. disorganization and destruction of the cellular cytoskeleton with final loss of contractility and rupture of the plasma membrane. Stress proteins can bind to components of the cellular cytoskeleton and play a protective role during various kinds of stresses. Previous studies showed a translocation of the cardiac stress protein áB crystallin from the cytosol, there occurring in constitutive high concentrations, to the myofibrils under ischemia. Already short ischemic periods lead to a complete translocation of áB crystallin into the Z/I region of the myofibrils. The purpose of the present study was to identify the localization of áB crystallin during ischemia at the ultrastructural level and to obtain further information about myofibrillar components that may serve as binding sites for áB crystallin during ischemia. Under global ischemia áB crystallin could be located by immunogold-labelling in the heart in a narrow zone of the I-band parallel to the Z-disk (area of the N2-line).The restriction of áB crystallin to this N2-line indicates binding of áB crystallin to either titin or components of actin filaments. Actin filaments and actin associated proteins such as tropomyosin or troponin complex are not likely candidates for áB crystallin binding because actin became completely extracted of the myofibrils after treatment of cryostat sections of ischemic rat myocardium with 0,5M NaSCN, conditions where áB crystallin and titin remained unchanged.The myofibrillaric binding of áB crystallin and titin resisted extraction with 1M KCl, 1M NaSCN and 2M urea, only 2M NaSCN and 4M urea, which cause a destruction of the myofibrillaric integrity, were able to disrupt the áB crystallin binding. These results of immunocytochemistry could be verified biochemically (immunoblotting). They indicate association of áB crystallin with titin the only remaining non-actin or actin-binding cytoskeletal component of I-bands outside Z-disks. Further evidence for binding of áB crystallin to titin was obtained by dot-blot assays in which biotinylated áB crystallin was demonstrated to bind to a titin-enriched fraction of pig myocardium immobilized on nitrocellulose. Furthermore this titin-enriched fraction was shown to copurify with áB crystallin. However dot-blot binding studies between several in-vitro translated titin domains and purified áB crystallin did not show any detectable binding. These negative results obtained by in vitro binding studies do not exclude interaction between titin fragments and áB crystallin in vivo. The absence of in vitro interaction is possibly due to a different three dimensional structure of the in vitro expressed titin fragments or to the absence of specific ischemia-induced cofactors. Binding of áB crystallin to titin during cardiac ischemia could serve to stabilize titin against denaturation and might provide an endogenous mechanism to delay ischemic damage by stabilizing this critical I-band region of titin with its elastic properties."]},{"key":"dc:format.medium","label":"Dc Format Medium","values":["application/pdf"]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Charakterisierung der Bindung des Stressproteins Alpha-B-Crystallin an kardiale Myofibrillen unter Ischämie","Characterization of the binding of the stress protein Alpha-B-crystallin to cardiac myofibrils under ischemia"]}]}],"canonical_facts":{"dc:contributor":["Drenckhahn, Detlev"],"dc:creator":["Arbeiter, Anja Katrin"],"dc:description.abstract":["Prolongierte Isch&auml;mieperioden des Herzens f&uuml;hren zu struktureller Sch&auml;digung der Kardiomyozyten, d.h. einer Desorganisation und Zerst&ouml;rung des kontraktilen und plasmalemmalen Zytoskeletts, welche sich final durch Verlust an Kontraktilit&auml;t und Ruptur der Plasmamembran manifestieren. Stressproteine k&ouml;nnen an die Komponenten des Zytoskelettes binden und durch Konformationsschutz der isch&auml;mischen Sch&auml;digung entgegenwirken. In vorangegangenen Untersuchungen wurde gezeigt, dass es unter Isch&auml;mie zu einer Translokation des konstitutiv in hoher Konzentration vorkommenden kardialen Stressproteins aB-Crystallin vom Zytosol an die Myofibrillen kommt. Dabei f&uuml;hren bereits kurzdauernde Isch&auml;mieperioden zu einer kompletten Umverteilung von aB-Crystallin in die Z/I-Region des Sarkomers. Es war das Ziel dieser Arbeit, diese Bindung von aB-Crystallin an Strukturproteine im Z/I-Banden Bereich n&auml;her zu charakterisieren und aB-Crystallin ultrastrukturell zu lokalisieren. Durch Immunogoldmarkierung konnte aB-Crystallin ultrastrukturell im Herzen unter globaler Isch&auml;mie in einer Linie parallel zur Z-Scheibe etwa in der Mitte der halben I-Bande lokalisiert werden. Diese Zone entspricht dem Bereich, der als N-Linie bezeichnet wird. In der Frage der in vivo-Bindungspartner von aB-Crystallin waren daher in erster Linie Komponenten der I-Bande, d.h. Aktin und Titin in Betracht zu ziehen. Z-Scheiben Proteine wie a-Actinin treten dagegen in den Hintergrund. Um Anhaltspunkte &uuml;ber die Bindungsst&auml;rke des Stressproteins aB-Crystallin an kardiale Myofibrillen unter Isch&auml;mie zu erhalten, wurden isch&auml;mische Myofibrillen aus dem Rattenherz mit hochmolaren Salzl&ouml;sungen und chaotropen Substanzen behandelt. Dabei konnte eine sehr hohe Bindungsaffinit&auml;t von aB-Crystallin an die Myofibrillen festgestellt werden. Die myofibrill&auml;re Bindung zeigte sich resistent gegen&uuml;ber 1M KCl, 1M NaSCN und 2M Harnstoff, erst 2M NaSCN und 4M Harnstoff, die eine Zerst&ouml;rung der myofibrill&auml;ren Integrit&auml;t bewirken, verm&ouml;gen die aB-Crystallin-Bindung zu l&ouml;sen. Aktin dagegen lie&szlig; sich bereits durch 0,5M NaSCN-L&ouml;sung von den Myofibrillen extrahieren, Bedingungen, unter denen aB-Crystallin noch fest an die Myofibrillen gebunden blieb. Aktin scheidet somit als in vivo-Bindungspartner von aB-Crystallin aus. Dieses Ergebnis immunhistochemischer Untersuchungen konnte auch mit biochemischer Methodik (Immunreplikanalyse) verifiziert werden. Titin zeigte sich wie aB-Crystallin resistent gegen&uuml;ber den meisten der oben aufgef&uuml;hrten Salzl&ouml;sungen. Eine deutliche Extraktion von Titin aus den Myofibrillen konnte erst durch Behandlung mit 2M NaSCN sowie 4M Harnstoffl&ouml;sung beobachtet werden, das Extraktionsverhalten entsprach somit dem von aB-Crystallin. Einen Hinweis auf eine Assoziation von aB-Crystallin mit Titin lieferte der Nachweis von aB-Crystallin in isolierten Titinfraktionen aus isch&auml;mischen Herzen. Der direkte Beweis f&uuml;r eine aB-Crystallin-Titin-Interaktion konnte im Rahmen dieser Arbeit jedoch nicht erbracht werden. Bindungsstudien, die zwischen ausgew&auml;hlten nativen, in vitro translatierten Titindom&auml;nen und aus der Linse isoliertem aB-Crystallin durchgef&uuml;hrt wurden, waren negativ. Dies ist m&ouml;glicherweise dadurch bedingt, dass aB-Crystallin erst unter Isch&auml;mie mit Titin interagiert und in vitro Kofaktoren ben&ouml;tigt werden. Durch eine Bindung an I-Banden Abschnitte des Titinmolek&uuml;ls k&ouml;nnte aB-Crystallin eine kardioprotektive Funktion erf&uuml;llen, indem es unter Isch&auml;mie stabilisierend auf das Filamentsystem einwirkt.","Prolonged ischemic periods of the heart lead to structural damage of the cardiomyocytes, i.e. disorganization and destruction of the cellular cytoskeleton with final loss of contractility and rupture of the plasma membrane. Stress proteins can bind to components of the cellular cytoskeleton and play a protective role during various kinds of stresses. Previous studies showed a translocation of the cardiac stress protein áB crystallin from the cytosol, there occurring in constitutive high concentrations, to the myofibrils under ischemia. Already short ischemic periods lead to a complete translocation of áB crystallin into the Z/I region of the myofibrils. The purpose of the present study was to identify the localization of áB crystallin during ischemia at the ultrastructural level and to obtain further information about myofibrillar components that may serve as binding sites for áB crystallin during ischemia. Under global ischemia áB crystallin could be located by immunogold-labelling in the heart in a narrow zone of the I-band parallel to the Z-disk (area of the N2-line).The restriction of áB crystallin to this N2-line indicates binding of áB crystallin to either titin or components of actin filaments. Actin filaments and actin associated proteins such as tropomyosin or troponin complex are not likely candidates for áB crystallin binding because actin became completely extracted of the myofibrils after treatment of cryostat sections of ischemic rat myocardium with 0,5M NaSCN, conditions where áB crystallin and titin remained unchanged.The myofibrillaric binding of áB crystallin and titin resisted extraction with 1M KCl, 1M NaSCN and 2M urea, only 2M NaSCN and 4M urea, which cause a destruction of the myofibrillaric integrity, were able to disrupt the áB crystallin binding. These results of immunocytochemistry could be verified biochemically (immunoblotting). They indicate association of áB crystallin with titin the only remaining non-actin or actin-binding cytoskeletal component of I-bands outside Z-disks. 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