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Universität Tübingen

Die Insel Miyajima und shinbutsu bunri – eine Fallstudie mit dem Schwerpunkt der baulichen Veränderungen während der Trennung von Shintō und Buddhismus im Spiegel Meiji-zeitlicher Reiseführer

Abstract

In der vorliegenden Arbeit wurde die Durchführung von shinbutsu bunri auf der Insel Miyajima (Präfektur Hiroshima) untersucht, wobei mit shinbutsu bunri die Trennung von Shintō und Buddhismus im Jahr 1868 aufgrund von Erlassen der Meiji-Regierung gemeint ist. Es wurden die konkreten Folgen für die religiöse Landschaft auf Miyajima analysiert mit einem Fokus auf den Veränderungen an den Gebäuden. Veränderungen in der Organisation oder beim Personal konnten aufgrund der Quellenlage nur in begrenztem Umfang betrachtet werden. Die Ziele der Arbeit umfassten die Rekonstruktion des Zustands vor der Trennung, die Erstellung einer Fallstudie zur Durchführungspraxis sowie die Vorstellung der Insel bzw. des Itsukushima Jinja in westlicher Sprache. Als Quellen dienten für den Zustand in der Edo-Zeit (1600-1868) die Topographie Geihan tsūshi (1825) sowie das meisho zue Itsukushima zue (1842) und für die Meiji-Zeit (1868-1912) eine Reihe von Reiseführern. Es wurden jeweils Texte, Abbildungen/Fotos und Landkarten ausgewertet. Auf diese Weise wurden 254 Gebäude/Orte mit religiösem Bezug ermittelt, die einem ‚vorher/nachher‘-Vergleich hinsichtlich Entstehung, Lage, Benennung, Verwendung bei Festen oder Zeremonien etc. unterzogen wurden. Im Hinblick auf den Forschungsstand war eine Abgrenzung zur zentralen Materialsammlung Shinpen meiji ishin shinbutsu bunri shiryō (1983-84, Erstausgabe 1926-29) notwendig, welche 30 Seiten zum Itsukushima Jinja (1927) enthält. Als ein Ergebnis der Fallstudie ist festzustellen, dass der einstige Schrein-Tempel-Komplex aus Itsukushima Jinja, Daiganji (Baubehörde) und Daishōin (bettōji) organisatorisch getrennt wurde. Die Anzahl des Kultpersonals sowie der untergeordneten Einheiten (Zweigtempel und -schreine) verringerte sich drastisch. Als eine Typologie der Veränderungen wurden neun Kategorien ermittelt, denen die Gebäude zugeordnet wurden: 1. Shintōisierung, 2. Gebäude existiert nicht mehr in dieser Funktion, 3. Zusammenlegung, 4. Örtliche Verlegung, 5. Entfernung/Zerstörung von Gegenständen im Inneren, 6. Neubau, 7. Schicksal unklar, 8. Keine Veränderung feststellbar, 9. Veränderung ohne Bezug zu shinbutsu bunri. Darüber hinaus hat die Analyse ergeben, dass die Angaben im Shinpen meiji ishin shinbutsu bunri shiryō weder völlig korrekt noch vollständig sind (z.B. Zweigschreine auf dem Festland wurden nicht berücksichtigt). Außerdem ist zu bemerken, dass die Durchführungspraxis teilweise zufällig erfolgte (Losentscheid), und dass es durchaus möglich gewesen war, Entscheidungen durch private Initiativen oder Eingaben der Bevölkerung zu revidieren. Als Fazit ist festzustellen, dass die Durchführung von shinbutsu bunri auf Miyajima zwar gründlich, aber nicht in Form einer Zerstörung und Verfolgung des Buddhismus (haibutsu kishaku) erfolgte. Das Forschungsergebnis und die Zuordnung der Gebäude/Orte zu den neun Kategorien sind zusätzlich visualisiert in einer elektronischen Landkarte (WebGIS-Anwendung entwickelt vom eScience-Center der Universität Tübingen), welche dauerhaft zugänglich ist unter https://escience-center.uni-tuebingen.de/escience/miyajima/.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Flache, Ursula

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/84639

Chain of custody

source
Harvested from
Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
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Flache, Ursula. Die Insel Miyajima und shinbutsu bunri – eine Fallstudie mit dem Schwerpunkt der baulichen Veränderungen während der Trennung von Shintō und Buddhismus im Spiegel Meiji-zeitlicher Reiseführer. 2018.