Universität Tübingen
Generierung von virus-spezifischen T-Zellen für den adoptiven Transfer
Abstract
Die HCMV-Infektion stellt für Patienten nach allogener Stammzelltransplantation nach wie vor eine lebensbedrohliche Erkrankung dar. Da die medikamentöse Behandlung der HCMV-Infektion mit schweren Nebenwirkungen verbunden ist und zudem immer häufiger von Virustatika-resistenten HCMV-Stämmen berichtet wird, stellt die adoptive Immuntherapie eine wichtige alternative Therapieoption dar. Die gängigen Protokolle zur Generierung HCMV-spezifischer T-Zellen verwenden vermehrungsfähige Viren oder allogene Zellkulturzusätze, die Expansion der T-Zellen dauert meist mehrere Wochen bis Monate. In der vorliegenden Arbeit wurde ein Protokoll entwickelt, das die Generierung CMV-spezifischer CD4+ und CD8+ T-Zelllinien aus einer 500 ml Vollblutspende ermöglicht, unter Verwendung von ausschließlich autologen Zell- und Serumkomponenten. Nach Stimulation von Spenderlymphozyten mit verschiedenen HLA-restringierten Peptiden sowie CMV-Antigen und Anreicherung der IFN-g produzierenden Zellen mittels IFN-g secretion assay, konnte in der anschließenden Kultur innerhalb von 10 Tagen eine für einen Transfer ausreichende Menge an T-Zellen gewonnen werden. Die generierten T-Zellen waren auch nach der Expansion hochspezifisch und weiterhin vermehrungsfähig. Die CMV-spezifische Immunantwort wurde noch erweitert, indem ein neues HLA-A*0201 Peptid aus dem HCMV/IE-Antigen definiert wurde, gegen das sich ebenfalls spezifische T-Zellen generieren liessen. Im letzten Teil der Arbeit konnte gezeigt werden, dass sich das erarbeitete Protokoll auch zur Generierung von EBV-spezifischen T-Zellen einsetzten lässt. Der Transfer solcher T-Zellen stellt eine wichtige Therapieoption für Patienten mit EBV-positivem Hodgkin-Lymphom dar. Die Spezifität und mögliche Alloreaktivität der generierten T-Zellen wurde zwar ex vivo mit verschiedenen Methoden bestimmt, erst in einer klinischen Studie kann aber letztlich die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der generierten und transferierten CD4+ und CD8+ CMV-spezifischen T-Zellen getestet werden. Das entwickelte Protokoll lässt sich dabei leicht an die erforderlichen GMP-Bedingungen anpassen, alle benötigten Reagenzien stehen in geeigneter Qualität zur Verfügung und auch entsprechende Reinräume sind vorhanden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Rauser, Georg
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/48504