Universität Tübingen
Figurationen der Gewalt - Eine zivilisationstheoretische Vergleichsstudie gewalttätiger Fußballzuschauer in England und Argentinien
Abstract
Rund um die Stadien der Fußballwelt zeigt sich in dieser Sportart Gewalt von Zuschauern - von Spielfelderstürmungen, Sachbeschädigungen und Bandenkämpfen bis hin zu verwüsteten Spielaustragungsorten - in höchst unterschiedlichen Ausdrucksformen. Besonders im Zusammenhang mit dem europäischen sowie dem lateinamerikanischen Fußball konnten seit jeher gewalttätige und bürgerkriegsähnliche Begleitumstände beobachtet werden. Ein genauerer Blick auf die Entstehungsgeschichte militanter Fangruppierungen in England und Argentinien führt dabei exemplarisch vor Augen, dass sich die gemeinsame Problematik gewalttätiger Fußballzuschauer in beiden Ländern auf sehr differenzierte Weise präsentiert: als eher rituelle Hooligan-Gewalt in England, in Argentinien dagegen mehr als instrumentelle Gewalt der Organisationen der Barras Bravas. Diese verschiedenartigen Erscheinungsformen von Fußball-zuschauergewalt in Verbindung mit dem europäischen Fußball in England sowie dem lateinamerikanischen Fußball in Argentinien lassen sich unter zivilisationstheoretischer Perspektive als Ergebnis gesellschaftsspezifisch jeweils eigenständiger historischer, sozialer, wirtschaftlicher und politischer Entwicklungsprozesse verstehen, die bezüglich menschlichem Gewaltverhalten ihren national unterschiedlichen Ausdruck finden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Kossek, Oliver M.
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/47533