Universität Tübingen
Vergleichende Beurteilung der Röntgensichtbarkeit moderner Nitinol - Stents an zwei unterschiedlichen (konventionell, digital) Angiographiegeräten
Abstract
Für die Therapie arteriosklerotisch bedingter Stenosen in den arteriellen Gefäßen kommt als Alternative zur Bypassoperation die minimal invasive Implantation von Stents in die entsprechenden Gefäßabschnitte in Frage. Mit Hilfe von Angiographiegeräten erfolgt die korrekte Platzierung und Lagekontrolle unter Röntgensichtbarkeit. Ziel dieser Doppelblindstudie war es, vier mit Nitinol beschichtete Stents von gleicher Länge als auch gleicher Durchmessergröße von vier verschiedenen Firmen an einem konventionellen Fluorospot T.O.P – Gerät im Vergleich zu einem neuen digitalen Axiom Artis dTA – Gerät der Firma Siemens zu vergleichen. Die vier Nitinol Stents wurden hierfür an der Oberfläche eines menschlichen Beckenphantoms, welches in Plexiglas eingeschlossen ist, in Projektion der lumbosakralen Übergangsregion (L5/S1) und in Projektion auf die Spina iliaca posterior inferior nach caudal und lateral verlaufend bis zum Limbus acetabuli auf beiden Beckenseiten platziert. In vivo verlaufen in den jeweiligen Stent Platzierungen dort die Iliacalgefäße. Die Stents wurden insgesamt in fünf verschiedenen Modi (4,0, 7,5, 15, 30 Pulsungen/Sekunde und Single Shot) bei drei Vergrößerungsstufen durchleuchtet. Aufnahmen ohne Stents in den jeweiligen Modi wurden ebenfalls angefertigt. Die Beurteilung erfolgte durch vier Radiologen, zwei davon mit mehr als 10 und 12 Jahren Berufserfahrung. Die anderen beiden Radiologen hatten fünf und sieben Jahre Berufserfahrung. Zusätzlich wurden die Bilder von zwei Laienreadern ohne ärztliche Kenntnisse beurteilt. Die Beurteilung der Aufnahmen erfolgte mittels einer Slide Show an einem Laptop. Die Bewertung der Sichtbarkeit und Position der Stents erfolgte anhand einer Skala von null bis fünf (0 = nicht sichtbar, 1 = schlecht sichtbar, 2 = durchschnittlich sichtbar, 3 = gut sichtbar, 4 = sehr gut sichtbar). Die Auswertung erfolgte mit Hilfe von Falsch Negativen und Falsch Positiven Untersuchungen, welche die Sensitivität und Spezifität der Sichtbarkeit der Stents in der jeweiligen Position untersuchten. Die Beurteilung, wie viele Stents in der richtigen Position von dem jeweiligen Reader gegenüber einem anderen Reader erkannt wurden, wurde mit Hilfe des Vorzeichentest (Signtest) analysiert. Bei einem p – Wert < 0,0001 wurde von signifikanten Unterschieden ausgegangen. Die Studie zeigt, dass die Sichtbarkeit der Stents von mehreren Faktoren abhängig ist. Im Vergleich der Bildverstärkersysteme (Flurospot T.O.P – Gerät) mit dem Flachdetektorsystem (Axiom Artis dTA – Gerät) ist je nach verwendetem Stent eines der beiden Systeme zu bevorzugen. Die Erkennungsquoten der Stents stiegen mit der Erfahrung des jeweiligen Radiologen an. Die schlechteste Erkennungsquote hatten die Laienreader. Am besten wurde der Smart Stent gegenüber dem Luminexx Stent, Sinus Superflex Stent und Zilver Stent erkannt. Die Stents Smart, Sinus Superflex und Luminexx mit ihren Tantalmarkern waren dem Zilver Stent mit seinen Goldmarkern überlegen. Die Erhöhung der Pulsfrequenz zeigte die beste Bildqualität bei kontinuierlicher Durchleuchtung (Single Shot). Bezüglich der unterschiedlichen Pulsungen hingegen ergab die Studie eine bessere Erkennensquote bei 4,0 Pulsungen/Sekunde gegenüber den höheren Pulsungen. Durch Vergrößerung konnte die Sichtbarkeit der Stents erheblich gesteigert werden. Die Position der Stents ist ebenfalls von großer Bedeutung. Für die Platzierung eines Stents über Knochen wird mehr Strahlung benötigt bzw. muss eine schlechtere Bildqualität bei gleicher Strahlung in Kauf genommen werden. Unter Berücksichtigung aller Erkenntnisse dieser Studie sollte ein individuelles Vorgehen in Abhängigkeit von verwendetem Gerät und Stent erfolgen, um eine möglichst sichere Stent Platzierung in vivo zu erreichen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Stütz, Alexander
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45815