Universität Tübingen
Immunologische Reaktionen im Sulcus gingivalis während kieferorthopädischer Behandlung
Abstract
Einleitung Eine angemessene kieferorthopädische Kraft, die auf die Zähne ausgeübt wird, setzt im Parodont einen Entzündungsprozess in Gang. Dieser führt über einen Resorptionsvorgang im Knochen letztendlich zu einer Bewegung der Zähne. Es gibt wenig Erkenntnisse über die Produktion bzw. Sezernierung der beteiligten Mediatoren. Da die Forderung nach evidenzbasierten Behandlungsprozeduren zunimmt, ist eine grundlegende Untersuchung dieser Abläufe wichtig. Unser Ziel war es, die Zuverlässigkeit der Faktoren Gingival Crevicular Fluid (GCF), Prostaglandin E2 (PGE2), Interleukin 1-beta (IL-1beta) und Plasminogen-Aktivator-Inhibitor-2 (PAI-2) und ihre Veränderungen während der kieferorthopädischen Therapie zu untersuchen. Material und Methoden Die Studienpopulation setzte sich aus 25 Patienten zusammen, davon 8 männlich und 17 weiblich. Der älteste Teilnehmer war 33 Jahre und der Jüngste 12 Jahre. Das Volumen an entnommenem GCF wurde mit Hilfe des Periotron 6000 (Harco Electronics Ltd., Winnipeg, Kanada) berechnet. Die Faktoren PGE2, IL-1-beta und PAI2 wurden mit dem ELISA-Photometer (Tecan Deutschland GmbH, Crailsheim, Deutschland) qualitativ und quantitativ bestimmt. Die statistische Auswertung berechnete das Programm JMP in der Version 7.0.1 (SAS Institute Inc., Cary, USA). Ergebnisse Im Folgenden werden alle Einflüsse genannt, die statistisch signifikant (Signifikanzniveau bei 0,05) waren. Unterschiede des absoluten Volumens an PGE2 wurden zwischen der Entnahmestelle Ober- und Unterkiefer berechnet (Wilcoxon Rangsummen Test), nicht jedoch für das Volumen an GCF, PAI2 und IL-1beta. Für das Geschlecht konnte kein Einfluss auf die Volumina der untersuchten Faktoren berechnet werden. Mit dem Kruskal-Wallis Rangsummen Test konnten Einflüsse der Entnahmeregion (Frontzahn, Eckzahn, Prämolar, Molar) nur auf das Volumen an GCF, PGE2 im UK und IL1-beta berechnet werden. Die Art des Attachments (Band oder Bracket) übte Einfluss auf GCF, PGE2 und IL-1beta aus. Für den Bogenquerschnitt konnten keine Einflüsse berechnet werden. Die Bogenart (Twistflex, NiTi, Stahl) beeinflusste nur die Volumina von GCF und PGE2 im UK. Folgerungen Die Wahl der Behandlungselemente übte Einfluss auf die Entzündungsreaktion und die Faktoren der Zahnbewegung aus. Die vorgestellte Methode ist geeignet die immunologischen Reaktionsmechanismen der Zahnbewegung zu untersuchen. So zeigte sich, dass vor allem NiTi-Bögen im Unterkiefer fördernden Einfluss auf die knöcherne Umbaureaktion hatten. Die vorliegende Untersuchung ist als Pilotstudie orientierenden Charakters anzusehen und weitere Folgeuntersuchungen sind zur Sicherung und Erweiterung der Ergebnisse notwendig.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Georg, Lysa Verena
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45539