Universität Tübingen
Untersuchungen zur Auswirkung des individuellen Lang- und Mittelwellenzapfen-Verhältnisses in der menschlichen Netzhaut auf die visuellen Wahrnehmungs- und Empfindungsleistungen
Abstract
Das Sehsystem spielt eine herausragende Rolle bei der Orientierung des Menschen in seiner Umwelt. Als Fernsinn liefert das Sehen Informationen, die nach der Verarbeitung auf kognitiver Ebene Planung komplexen Verhaltens zu ermöglichen. Beispiele für Einzelleistungen des Sehsystems sind die Wahrnehmung von Farbe, Form, Helligkeit, Bewegung und Farbkonstanz. Ein Phänomen der Farbverarbeitung, dessen Bedeutung in den letzten Jahren große Beachtung erfahren hat, ist die interindividuelle Variabilität des Zahlenverhältnisses von Rot- zu Grünrezeptoren (L:M-Ratio). Die L:M-Ratio kann die Sehleistungen beeinflussen, andererseits sind aber Kompensationsmöglichkeiten bekannt. Hierzu liegen einige neue Studien vor. Allerdings sind die Ergebnisse dieser Studien widersprüchlich. Höhere, komplexe Farbsehleistungen wie die Farbkonstanz wurden in diesem Zusammenhang gar nicht untersucht. Die Probanden nehmen an einer Serie von verschiedenen psychophysischen Messungen teil: Heterochromatische Flickerphotometrie, Messungen von Farbtüchtigkeit, temporaler und räumlicher Kontrastempfindlichkeiten für Helligkeit und Farbe, Farbkonstanz. Es wurden farbtüchtige Probanden und solche mit Farbsehstörungen untersucht. Die Resultate zeigen für farbtüchtige Probanden keinen Zusammenhang zwischen L:M-Verhältnis und Farbkonstanz, während andere Sehleistungen nicht beeinflußt werden. Es besteht somit ein Hinweis auf einen kortikalen Kompensationsmechanismus für ein ungleiches L:M-Verhältnis.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Krope, Kai
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45450