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Universität Tübingen

Einfluss der Betarezeptorenblocker Nebivolol und Metoprolol auf inflammatorische Prozesse im Kaninchenmodell der Atherosklerose

Abstract

Nebivolol ist im Unterschied zu Metoprolol ein hochselektiver beta1-Rezeptorenblocker mit Stickstoffmonoxid (NO) vermittelten vasodilatierenden Eigenschaften. NO wirkt antiatherogen. Nebivolol könnte daher in der Prävention der Atherosklerose von besonderem Vorteil sein. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss der beta-Blocker Nebivolol und Metoprolol auf inflammatorische Prozesse im Kaninchenmodell der Atherosklerose zu untersuchen. Die Versuchsdauer betrug 15 Wochen. 24 Weiße Neuseelandkaninchen (NZW) erhielten für zwei Wochen Standardfutter, anschließend für acht Wochen 1%iges und bis Versuchsende 0,5%iges Cholesterinfutter. Zusätzlich erhielten je acht Tiere von Versuchsbeginn an Nebivolol (10-35 mg/kg und Tag) oder Metoprolol (20-60 mg/kg und Tag). Nach Versuchsende wurden die Gefäßfunktion der Karotiden sowie die Fläche der atheromatösen Plaques im Aortenbogen und deren zelluläre Zusammensetzung histologisch und immunhistochemisch analysiert. Mittels real-time-RT-PCR wurden die mRNA-Expressionen von Vascular Cell Adhesion Molecule-1 (VCAM-1), Monocyte Chemoattractant Protein-1 (MCP-1) und C-reaktivem Protein (CRP) in den Karotiden bestimmt. Die Konzentrationen von CRP- und Interleukin 8 (IL-8) im Serum wurden mittels ELISA untersucht. Die Behandlung der NZW-Kaninchen mit Nebivolol führte zu einem signifikant verlängerten Überleben der Tiere gegenüber den nur mit Cholesterin gefütterten Tieren (Kontroll-Gruppe) und zeigte tendenziell einen Vorteil gegenüber der Behandlung mit Metoprolol. Signifikant vermindert waren in der Nebivolol-Gruppe im Vergleich zur Kontroll-Gruppe die Leukozytenzahl, die Serumkonzentrationen von IL-8 und CRP, die Expression der VCAM-1- und CRP-mRNA in den Karotiden sowie die Plaquefläche im Aortenbogen und das Intima-Media-Verhältnis. In den Plaques konnte außerdem eine verminderte Expression der Hitze-Schock-Proteine (HSP) HSP 40 und HSP 70 nachgewiesen werden. Die geringste Akkumulation von Makrophagen wurde bei den mit Nebivolol behandelten Tieren beobachtet. Metoprolol reduzierte lediglich die Expression von HSP 40, HSP 70 und der VCAM-1- und CRP-mRNA in den Karotiden gegenüber den Kontroll-Tieren signifikant. Die Behandlung mit Nebivolol oder Metoprolol führte im Vergleich zur Kontroll-Gruppe zu keiner signifikant verbesserten endothelabhängigen Gefäßrelaxation auf Acetylcholin. Die Reduktion lokaler und systemischer inflammatorischer Prozesse durch Nebivolol ist eine mögliche Erklärung für die signifikante Reduktion atherosklerotischer Plaques. Metoprolol zeigte zwar tendenziell ähnliche Eigenschaften, diese waren allerdings schwächer ausgeprägt. Nebivolol scheint daher gegenüber der Behandlung mit Metoprolol Vorteile in der Prävention der Atherosklerose zu bieten. Weitere Untersuchungen werden jedoch notwendig sein, um diese Vorteile auch klinisch bestätigen zu können.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Haas, Hansjörg

Identifiers

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Identifier
hdl:10900/45414

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Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
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Haas, Hansjörg. Einfluss der Betarezeptorenblocker Nebivolol und Metoprolol auf inflammatorische Prozesse im Kaninchenmodell der Atherosklerose. 2009.