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Universität Tübingen

Funktionelle Ergebnisse und Lebensqualität im Langzeitverlauf nach laparoskopischer Rektopexie

Abstract

In der Chirurgischen Universitätsklinik Tübingen wurde zwischen Januar 1993 und Dezember 2002 bei insgesamt 116 Patienten eine laparoskopische Rektopexie in Anlehnung an die Methode nach Wells aufgrund eines Rektumprolapses (n=52) bzw. einer Intussuszeption (n=64) durchgeführt. Bei 15 dieser 116 Patienten wurde bei zusätzlichem Sphinkterdefekt ein mehrzeitiges Verfahren inklusive Sphinkterrekonstruktion angewendet. Besonderes Augenmerk wurde auf die postoperative Lebensqualität und die Zufriedenheit der Patienten mit der Operation gelegt, welche mit Hilfe des SF36, des Gastrointestinal Quality of Life Score, der Fecal Incontinence Quality of Life Scale und des Cleveland Clinic Constipation Scoring Systems sowie einer eigenen strukturierten Befragung erfasst wurden. Zum Vergleich wurde eine alters- und geschlechtskontrollierte Kontrollgruppe nach laparoskopischer Cholezystektomie herangezogen. Die Patienten zeigten sich mit der Behandlung in Tübingen und dem Resultat der Operation überwiegend zufrieden (76±24 von max. 100 Punkten). Bei 3 Patienten wurde die Konversion zur offenen Rektopexie erforderlich. Schwererwiegende Komplikationen traten bei 6 Patienten (6%) auf. Lediglich 1 Patient (1%) litt längerfristig unter einer Komplikation (Erektionsprobleme). Bei 4 Patienten (4%) trat im Langzeitverlauf ein klinisch symptomatisches Rezidiv auf. Die weitaus meisten Patienten sahen postoperative eine Verbesserung ihrer Lebensqualität im Vergleich zur präoperativen Situation (Rektumprolaps: 83%, Intussuszeption: 65%). Patienten, die mit der Indikation Rektumprolaps operiert wurden, erzielten in verschiedenen Bereichen bessere Ergebnisse als Patienten mit der Indikation Intussuszeption. In mehreren Bereichen des SF 36, wie z.B. körperliche Rollenfunktion (Rektumprolaps 75 ± 37 % versus Intussuszeption 49 ± 45%, p = 0,02), Vitalität (Rektumprolaps 62 ± 18 % versus Intussuszeption 47 ± 19 %, p < 0,01), soziale Funktionsfähigkeit (Rektumprolaps 77 ± 26 % versus Intussuszeption 61 ± 27 %, p = 0,01) und psychisches Wohlbefinden (Rektumprolaps 69 ± 18 % versus Intussuszeption 58 ± 20 %, p = 0,02), sowie im Gastrointestinalen Lebensqualitätsindex (Rektumprolaps 108 ± 21 Punkte versus Intussuszeption 91 ± 25 Punkte, p = 0,01) erzielten Patienten mit der Indikation „Rektumprolaps“ signifikant bessere Resultate. Weiterhin berichteten Patienten nach Rektopexie aufgrund eines Rektumprolapses signifikant seltener über eine postoperativ neu aufgetretene Obstipation (Rektumprolaps 11/36 Patienten mit Rektumprolaps [36%] versus 27/48 Patienten mit Intussuszeption, 56%, p < 0,04). Im Vergleich mit Patienten nach Cholezystektomie gaben Patienten nach laparoskopischer Rektopexie in 7 von 8 Kategorien des SF 36 eine signifikant schlechtere Lebensqualität an (jeweils laparoskopische Rektopexie versus laparoskopische Cholezytsektomie; allgemeine Gesundheit 59 ± 23 % versus 66 ± 22 %, p < 0,05; Vitalität 53 ± 20% versus 63 ± 18 %, p < 0,01; emotionale Rollenfunktion, 67 ± 42 % versus 82 ± 33 %, p < 0,02 und psychisches Wohlbefinden, 62 ± 20 % versus 70 ± 18 %, p = 0,01). Zusammenfassend kann die laparoskopische Rektopexie als sichere und zuverlässige Methode zur Therapie von Rektumprolaps und Intussuszeption angesehen werden. Die Lebensqualität dieser Patienten ist im Vergleich zu einer ebenfalls laparoskopisch operierten Vergleichsgruppe herabgesetzt. Insgesamt scheinen Patienten, die aufgrund eines Rektumprolaps operiert wurden, von der Operation mehr zu profitieren als Patienten, die aufgrund einer Intussuszeption operiert wurden.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Leitz, Christian Joachim

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Identifier
hdl:10900/45330

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Universität Tübingen
Base URL
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Last updated
2026-08-21
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Leitz, Christian Joachim. Funktionelle Ergebnisse und Lebensqualität im Langzeitverlauf nach laparoskopischer Rektopexie. 2008.