Universität Tübingen
Rekonstruktion und Funktionsanalyse einer Mutation des Toll-like Rezeptor 2 in vitro
Abstract
In der vorliegenden Arbeit wurde der kodierende Bereich des Toll-like Rezeptors 2 aus 47 Proben sequenziert und auf Polymorphismen untersucht. Es konnten sechs Polymorphismen im kodierenden Bereich des TLR2 gefunden werden. Diese liegen in der extrazellulären Domäne des Rezeptors. Vier Polymorphismen (G38G, N119N, S450S, L542L) sind synonym. Zwei Nukleotidpolymorphismen bewirken jeweils einen Aminosäureaustausch von Histidin durch Arginin (H571R, H579R) und sind somit nicht synonym. Die Genotypfrequenzen in dieser Gruppe entsprechen dem Hardy&Weinberg-Modell. Bei dem Vergleich der Sequenzen mit der Datenbank (Universität Arizona) stellte sich heraus, dass die Varianten G38G, N119N, S450S, L542L und H579R bereits bekannt sind. H571R hingegen ist nicht in der Datenbank gelistet. Diese Variante wird somit erstmalig in dieser Arbeit beschrieben. Die Variante R571 sowie der Wildtyp H571 des TLR2 wurden funktionell in einem Plasmid mittels Zellkulturversuch mit HEK293-Zellen untersucht. Als Parameter wurde die NF-kappa-B-Induzierbarkeit als Luziferaseaktivität gemessen. Es konnte nachgewiesen werden, dass ein signifikanter Unterschied (p<0,0001) in der Induktionsfähigkeit von NF-kappa-B zwischen dem Wildtyp und der R571-Variante besteht. Nach Stimulation der Rezeptoren mit bakteriellem Lipoprotein konnte eine signifikant geringere NF-kappa-B-Aktivierung der Zellen, die die Variante exprimierten, gemessen werden (p<0,001). Die hier neu detektierte und konstruierte Mutation H571R beeinflusst somit die Aktivierbarkeit des TLR2, die Induktion von NF-kappa-B und die Aktivierung des angeborenen Immunsystems.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Wolff, Jutta
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45043