Universität Tübingen
HLA-Klasse-I-Antigenpräsentation und Genexpression solider Tumoren im Vergleich
Abstract
In der vorliegenden Arbeit wurden aus zwei Nierenzellkarzinomen und zwei Kolonkarzinomen nach MHC-Klasse-I-Immunpräzipitation insgesamt 38 HLA-Klasse-I-gebundene Peptide massenspektrometrisch identifiziert. Zusätzlich wurde mit Hilfe von DNA-Chip-Technologie, quantitativer PCR und Laser Capture-Mikroskopie eine Expressionsanalyse eines Nierenzellkarzinoms durchgeführt und deren Ergebnisse mit den identifizierten HLA-Klasse-I-Liganden des selben Karzinoms vergleichen. So wurde die Expression im Tumorgewebe gegenüber dem Normalgewebe der gleichen Niere für ca. 7000 Gene überprüft. Verglichen mit den 22 gefundenen HLA-Klasse-I-Liganden des Nierenzellkarzinoms zeigte sich, daß sieben der den Peptiden zugehörigen Antigene im Tumor überexprimiert waren. Darunter waren u.a. die Nicotinamide-N-Methyltransferase (NNMT) (YYMIGEQKF) und das Protoonkogen c-Met (YVDPVITSI). Für sie konnte mittels quantitativer PCR von RNA verschiedener Körpergewebe nachgewiesen werden, daß ihre Expression - mit Ausnahme der Leber für NNMT - auf die Tumoren beschränkt ist bzw. sie dort stark überexprimiert sind. Somit wird angenommen, daß diese beiden Peptide mögliche Kandidaten für eine Tumorvakzinierung sind. Des weiteren wurde im untersuchten Nierenzellkarzinom ein Peptid eines vermeintlichen Frameshift-Proteins gefunden, für das die Nukleotidsequenz317-343 des DEAD/H box 3-Gens kodiert. Ob es sich dabei um ein tumorspezifisches Phänomen handelt, ist bis jetzt noch unklar. Für die restlichen Antigene der gefundenen Peptide konnte keine Überexpression in Tumoren nachgewiesen werden oder es war eine weite Verbreitung in normalen Körpergeweben offensichtlich oder unklar. Durch Einführung einer neuen MHC-Klasse-I-Immunpräzipitationsmethode mit Protein A-Sepharose wurde die Peptidausbeute bis auf das vierfache gesteigert. Es ist anzunehmen, daß der hier dargestellte Ansatz der Kombination von DNA-Expressionsanalyse und HLA-Klasse-I-Ligandenidentifikation und die daraus resultierende Möglichkeit des patientenspezifischen Vakzins die Tumorimmuntherapie entscheidend verbessern kann.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Obermayr, Florian Michael Anton
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/44702