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Universität Tübingen

Viruslast und virale Genexpression in papillomvirusassoziierten Hauttumoren nicht-immunsupprimierter Patienten

Abstract

Humane Papillomviren (HPV) stellen eine wesentliche Ursache menschlicher Krebserkrankungen dar. Für anogenitale Tumoren konnten eine Vielzahl epidemiologischer, tierexperimenteller und molekularbiologischer Daten die kausale Rolle des Virus für die Karzinogenese sichern. Kontrovers diskutiert wird momentan ein Zusammenhang zwischen HPV und nichtmelanozytärem Hautkrebs (NMSC). Diese Tumoren stellen die häufigsten Tumoren der kaukasischen Rasse dar. Die Tatsache, dass sich mit sensitiven Detektions-methoden in einem hohen Prozentsatz dieser epithelialen Hauttumoren HPV-DNA nachweisen lässt, scheint einen Zusammenhang zwischen der Infektion und der Karzinomentstehung nahezulegen. In einer Studie unserer Arbeitsgruppe wurden 703 benigne und maligne Hauttumoren Immunkompetenter auf HPV-DNA untersucht. In über 55% der untersuchten Präkanzerosen und Karzinome fand sich HPV-DNA. Erstmals konnte hierbei mit dem genitalen High-Risk-Typ HPV 33 ein einzelner HPV-Typ als signifikant mit Karzinomen und Präkanzerosen assoziiert identifiziert werden. Um die Frage eines Zusammenhangs des positiven HPV-Nachweises mit der Karzinogenese weiterzuverfolgen, wurden in der vorliegenden Arbeit Viruslastbestimmungen für verschiedene Tumoren mittels quantitativer Realtime PCR durchgeführt. Gleichzeitig wurden HPV33-positive zervikale Präkanzerosen und Zervixkarzinome vergleichend mituntersucht. Eine kleine Auswahl der HPV-positiven Hautveränderungen wurde zusätzlich auf eine Transkription viraler Gene mittels In Situ Hybridisierung untersucht. Auf diese Weise konnten für die HPV33-positiven aktinischen Keratosen Viruskopienzahlen gefunden werden, die teilweise denen zervikaler Präkanzerosen entsprachen. Für die HPV33-positiven Hautkarzinome fanden sich jedoch sehr geringe Virusmengen in einer Größenordnung von weniger als 1 Viruskopie auf 150 Zellen. Weitere Viruslastmessungen wurden vergleichend für benigne, mit verschiedenen kutanen HPV-Typen assoziierte Tumoren, deren virale Ätiologie als gesichert gelten kann, durchgeführt. Hier lag die Kopienzahl in der Regel bei 10^3 - 10^6 Kopien pro Zelle. Die in dieser Arbeit gefundenen, äußerst geringen HPV-Kopienzahlen in malignen, epithelialen Hauttumoren wurden schon in früheren Arbeiten anderer Arbeitsgruppe beobachtet. Die höheren Kopienzahlen in den HPV33-positiven aktinischen Keratosen stellen jedoch eine interessante Beobachtung dar, zumal die Virusmengen in zervikalen Präkanzerosen durchaus in ähnlichen Größenordnungen liegen. Sicherlich kann aus den Daten der Viruslast nicht direkt auf Mechanismen geschlossen werden, die für eine eventuelle Beteiligung des Virus bei der Entstehung von Hautkrebs eine Rolle spielen. Jedoch bieten diese Ergebnisse Ansatzpunkte für weitere Experimente und können im Kontext mit zukünftigen Forschungsergebnissen zur Klärung der Frage, ob und auf welche Weise Humane Papillomviren zur Hautkrebsentstehung führen, beitragen.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Braun, Christoph

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/44430

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Universität Tübingen
Base URL
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Last updated
2026-08-21
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Braun, Christoph. Viruslast und virale Genexpression in papillomvirusassoziierten Hauttumoren nicht-immunsupprimierter Patienten. 2003.