Technische Universität Berlin
Die Entwicklung der japanischen Kunstmuseumsarchitektur
Abstract
dc:description.abstractI. Forschungsziel: Die Untersuchung beschäftigt sich mit der Architektur ausgewählter Kunstmuseen in Japan mit folgenden Fragestellungen: 1) Welche historischen Faktoren beeinflussten deren Entstehung? Welches sind die Besonderheiten der japanischen Museumsgeschichte? Zu den wichtigsten Beispielen gehören die Schatzkammer „Shōsōin“ aus der Mitte des 8. Jahrhunderts in Nara sowie das erste japanische Kunstmuseum, das heutige Tokyo Nationalmuseum aus dem Jahr 1872. Welche Bedeutung hat die Museumsarchitektur für die Entwicklung der modernen Architektur in Japan? 2) In einem ersten Teil werden sämtliche Kunstmuseen (nach offiziellen Zahlen insgesamt 1087 von 2011) betrachtet. Die Veränderungen der Baugestaltung, der -materialien sowie der Techniken während der letzten 150 Jahre werden hierbei berücksichtigt. Je nach Kunstgattung (Kunsthandwerk, Architektur und Fotografie) ist auch deren Empfindlichkeit gegen Sonnenlicht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Chemikalien und Vibration sehr unterschiedlich. Sie verlangen nach angemessenen Baukonstruktionen, -materialien, Raumgestaltung sowie Beleuchtung. Unterschiedliche Bautypen, z. B. klassisch-westliche, japanische, moderne und postmoderne ebenso wie Holz-, Stahl- und Stahlbeton-konstruktionen werden chronologisch, typologisch und auch aus der Sicht des Denkmalschutzes analysiert. 3) Im zweiten Teil werden einzelne Kunstmuseen genauer untersucht. Bei deren Auswahl werden vor allem innovative Techniken sowie ungewöhnliche Gestaltungskonzepte berücksichtigt. II. Forschungsstand, -quellen sowie -Methoden: Die japanische Museumsforschung hat zahlreiche und ausführliche Publikationen zu architektonischen, wirtschaftlichen oder kunstgeschichtlichen Aspekten hervorgebracht. Diese wurden in der Studie systematisch ausgewertet. Darüber hinaus wurden für mehr als 50 ausgewählte Museen überwiegend japanische Quellen vor Ort gesammelt und ausgewertet. Zu diesen Primärquellen zählen das Planmaterial aus den Architektur- und Museumsbüros sowie schriftliche Museumskonzepte und -informationen von den beteiligten Architekten sowie den Nationalbibliotheken in Tokyo und Kyoto. III. Ergebnisse: Die Entwicklung der Kunstmuseen Japans von der Mitte des 19. bis in das 21. Jh. zeigt zunächst einmal die Wandlung von der traditionsgebundenen Architektur eines nach außen abgeschlossenen Landes über eine mit der allmählichen Öffnung sich entwickelnden Anpassung an europäischwestliche Haltungen hin zu einer eigenständigen japanischen Moderne. Darüber hinaus enthält sie eine Vielzahl technischer Innovationen, vor allem Konstruktionen zum Schutz gegen Erdbeben sowie hinsichtlich Klimatisierung und Beleuchtung. Zunächst steht die Orientierung an traditionellen Bauformen im Vordergrund – auch wenn Maßstab und Konstruktion sich bereits ändern. In der Nachkriegszeit trägt der Museumsbau allmählich mit berühmten Namen wie Isozaki oder Ando zur Wahrnehmung der japanischen Baukunst weltweit bei. Zuletzt führt der in der japanischen Baukunst traditionell angelegte, bewusst ausgeprägte Bezug zu Natur und Landschaft zu einer eigenständigen Museumsarchitektur, die für die japanische Architektur und Kultur steht. Die Untersuchungsergebnisse sollen nicht zuletzt einen Beitrag leisten für die Gestaltung zukünftiger Neubauten ebenso wie für notwendige Denkmalschutz-Konzepte.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Murata-Seibt, Hiromi
- Advisors dc:contributor.advisor
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- Cramer, Johannes
- Speidel, Manfred
Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language.iso
- de
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
- http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-8598
- OAI identifier oai:identifier
- oai:depositonce.tu-berlin.de:11303/9545