Technische Universität Berlin
Quality of experience of multiparty conferencing and telemeeting systems
Abstract
dc:description.abstractDie vorliegende Dissertation behandelt die Qualitätswahrnehmung von Telemeetingsystemen, d.h. audiovisuellen Telekonferenzsystemen, bei denen mehr als zwei Gesprächspartner miteinander verbunden sind. Die Dissertation legt den Schwerpunkt auf zwei Aspekte, die ein Telemeeting, d.h. Mehrpersonengespräch über ein Telemeetingsystem, von einem konventionellen (Video-)Telefonat zwischen zwei Teilnehmer unterscheiden. Der erste Aspekt ist die besondere kommunikative Situation, die sich dadurch hervorhebt, dass sie ein Gruppengespräch darstellt, welches über ein Telekommunikationssystem stattfindet. Der zweite Aspekt ist die Möglichkeit, dass die Nutzer asymmetrische Verbindungen antreffen können, d.h. dass die Gesprächspartner mit unterschiedlichen Geräten und Leitungseigenschaften verbunden sind. Das wiederum ermöglicht es, verschiedene Niveaus einer Telemeetingqualität erfahren zu können, nämlich die Qualität des gesamten Telemeetings und der Qualität der einzelnen Verbindungen der Teilnehmer. Zunächst wird in dieser Dissertation ein konzeptionelles Model entwickelt, welches as theoretische Grundlage dient. Danach wird eine Methode zur Durchführung von Qualitätstest für Mehrpersonengespräche beschrieben. Anschließend werden drei Experimente vorgestellt und analysiert, welche den Einfluss von kommunikativen Aspekten, genauer der Komplexität der Kommunikationssituation und der Anteilnahme am Gespräch, untersuchen. Danach werden sieben auditive und audiovisuelle Experimente vorgestellt und analysiert, welche den Einfluss der technischen Systemeigenschaften auf die oben genannten verschiedenen Qualitätsniveaus untersuchen. Zuletzt werden in dieser Dissertation Modelle entwickelt, welche Urteile der Gesamtqualität anhand von Qualitätsurteilen der Einzelverbindungen schätzen. Da Eingangs- und Ausgangsgrößen der vorgestellten Modelle perzeptive Nutzerurteile und nicht instrumentelle Qualitätsschätzungen sind, liefern die Modelle eine konzeptionelle Basis für die Entwicklung technischer Lösungen. Die wesentlichen Erkenntnisse dieser Arbeit sind: 1. Eine komplexere Kommunikationssituation kann unter denselben technischen Bedingungen zu niedrigeren Qualitätsurteilen führen als eine weniger komplexe Kommunikationssituation. 2. Der Einfluss der Anteilnahme am Gespräch in einem Qualitätstest kann größer sein als der Effekt der getesteten technischen Bedingungen. 3. Es existiert eine gegenseitige Beeinflussung der Qualitätsurteile der Einzelverbindungen in einem Gespräch, wobei diese Beeinflussung von den technischen Bedingungen abhängt. 4. Das Qualitätsurteil des gesamten Systems kann in vielen Fällen als einfacher Mittelwert der Qualitätsurteile der Einzelverbindungen geschätzt werden. Jedoch für mehrere technische Bedingungen liefern komplexere Schätzmodelle bessere Ergebnisse. 5. Die besten Modelle ereichen Korrelationskoeffizienten von bis zu 0.95 und RMSE-Werte (Wurzel des Mittleren Quadratischen Fehlers) von 0.45 auf der 5-Punkte Absolute-Category-Rating-Skala. Das zeigt, dass es möglich ist, die Gesamtqualität anhand der Einzelverbindungsqualitäten angemessen schätzen zu können. 6. Es hat sich keine Modellfunktion herausgestellt, die als einzige alle anderen untersuchten Funktionen signifikant übertrifft. Jedoch zeigte eine der Funktionen den besten Kompromiss zwischen zwei grundsätzlichen Trends: Ist die Gesamtqualität gut, dann liegt der Mittelwert der Einzelverbindungsurteile sehr nahe an dem Gesamturteil; ist die Gesamtqualität schlecht, dann liegt das Minimum der Einzelverbindungsurteile sehr nahe an dem Gesamturteil. Demnach berechnet sich die meist versprechendste Modellierungsfunktion als eine gewichtete Kombination aus Mittelwert und Minimum der Einzelverbindungsurteile, wobei die Gewichtung selbst wiederum vom Mittelwert abhängt. 7. Einzelne Details bei Design und Durchführung der Qualitätstests zeigten unterschiedliche Messempfindlichkeiten hinsichtlich der drei Punkte Detektion der gegenseitigen Beeinflussung der Einzelverbindugen, Aufspüren von Belegen, dass eine einfache Mittelung nicht ausreicht, und Nachweisen des Zugewinns durch Verwendung komplexerer Schätzmodelle. Als nächste Schritte für weitere Arbeiten bietet sich die Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse in technische Lösungen an. Dieses würde zunächst eine Nachbildung der Modellierung beinhalten, in der die perzeptiven Qualitätsurteile der Einzelverbindungen durch instrumentelle Qualitätsschätzungen ersetzt werden. Später könnten dann solche Modelle durch das Einbinden der kommunikativen Aspekte verbessert werden. Dieses wiederum erfordert die Entwicklung technischer Ansätze zur Schätzung derartiger kommunikativer Aspekte wie der hier untersuchten Komplexität der Kommunikationssituation oder der Anteilnahme am Gespräch.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Skowronek, Janto
- Advisor dc:contributor.advisor
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- Raake, Alexander
Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language.iso
- en
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
- http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-5811
- OAI identifier oai:identifier
- oai:depositonce.tu-berlin.de:11303/6252