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Technische Universität Berlin

Zur Ernährungsweise von Isopoden in Trinkwasserverteilungssystemen

Abstract

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Wasserasseln sind "Allesfresser", doch welche Nahrungsquellen werden im primär nährstoffarmen Trinkwasser genutzt, welche werden präferiert? Um diese Fragen beantworten zu können, wurden Isopoden aus unterschiedlichen deutschen Trinkwasserverteilungssystemen über Hydrantenspülungen gesammelt und parallel hierzu Tiere im Labor unter definierten Bedingungen gehältert und mit unterschiedlichen Nahrungsquellen gefüttert. Die Darminhalte der Asseln wurden molekularbiologisch auf Basis der 16S und 18S rDNA untersucht und charakterisiert. Die aus Trinkwassersystemen gesammelten Tiere konnten eindeutig den Taxa Asellus aquaticus (LINNÉ, 1758) und Proasellus cavaticus (LEYDIG, 1871) zugeordnet werden. Die Fressversuche weisen darauf hin, dass Pilzmyzelien, Bakterienzellen und selbst tote Artgenossen geeignete Nahrungsquellen für Wasserasseln darstellen ‒ Schimmelpilze werden hierbei präferiert. Die Ergebnisse der durchgeführten DNA-Analysen zeigen, dass Wasserasseln bei ihrer Nahrungssuche in Trinkwasserverteilungssystemen Bodensedimente in Stagnationsbereichen bevorzugt aufsuchen. Dabei stellen neben unterschiedlichen Bakterientaxa auch Protozoen und insbesondere Schlauchpilze (Ascomycota) bevorzugte Futterquellen dar. Ein Nachweis hygienisch relevanter Mikroorganismen im Trinkwasser ist über die in dieser Arbeit vorgestellte Untersuchungsmethode möglich. Molekularbiologische Untersuchungen der Darminhalte von Wasserasseln aus Trinkwasserverteilungssystemen ermöglichen eine Charakterisierung der Biozönosen und somit eine biologische Beurteilung dieser geschlossenen Ökosysteme. Auch können hierüber Veränderungen der Rohwasserzusammensetzung, Lecks im Rohrsystem oder Fremdwassereinspeisungen erkannt, bzw. die Effektivität von Rohrnetzspülungen überprüft werden. Wasserasseln, die bei massenhaftem Vorkommen stets auf eine Störung, wie z. B. erhöhte Nährstoffkonzentrationen hinweisen, sind somit gute Indikatororganismen zur Beurteilung der jeweiligen Trinkwasserqualität und erlauben zudem eine frühzeitige Erkennung von technischen Problemen in Versorgungsnetzen.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Mayer, Michael
Advisors dc:contributor.advisor
  • Szewzyk, Ulrich
  • Warnecke, Hans-Joachim

Rights

Language dc:language.iso
de, German

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier URI
urn:nbn:de:kobv:83-opus4-42881
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-3842
OAI identifier oai:identifier
oai:depositonce.tu-berlin.de:11303/4139

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Technische Universität Berlin
Base URL
api-depositonce.tu-berlin.de/server/oai/request
Last updated
2026-07-27
Source record
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Mayer, Michael. Zur Ernährungsweise von Isopoden in Trinkwasserverteilungssystemen. 2013. https://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/4139