Abstract
dc:description.abstractObwohl von Mair von Landshut (um 1450/60 – ca. 1504) eine Reihe von vor allem signierten Graphiken erhalten sind, ist er als Künstlerpersönlichkeit schwer fassbar. Es gibt nur wenig Nachrichten, die ihm eindeutig zuzuordnen sind. Herkunft und künstlerischer Werdegang lassen sich nur ansatzweise rekonstruieren; gleiches gilt für seine Tätigkeit in Landshut. Darüber hinaus ist sein Umfeld schlecht bearbeitet. Die kunsthistorische Forschung hat sich deshalb nur wenig für ihn interessiert. Er wird als „Mair maler von freising“ im Münchner Stadtsteuerbuch von 1490 bezeichnet. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann er in einem Sippengeflecht der bedeutendsten Augsburger Patrizier- und Künstlerfamilien verortet werden. Als sich Mair in Landshut 1499 dem Kupferstich widmete in Kooperation mit Hans Wurm, reihte er sich ein in eine lange bestehende Tradition schwäbischer Künstler in Landshut. Mair gehört zu einer Gruppe von Künstlern, die am Beginn der Wende um 1500 stehen. Diese Maler sind noch der spätgotischen Kunst verpflichtet, andererseits sehr experimentierfreudig, was häufig zu Manierismen, Widersprüchlichkeiten und Karikierendem führte. Der bekannteste unter ihnen ist Hieronymus Bosch. Der Freisinger Fußwaschungsaltar, eine Memorialstiftung des Tristan von Nussberg, gibt einen geographischen Anhaltspunkt für Mairs Schaffen: Die Dissertation thematisiert erstmals das komplexe Gesamtprogramm des Altares in der Freisinger Domsakristei und seine inhaltliche und formale Konzeption. Das Retabel wird als ein innovatives und theologisch aufgeladenes Konzept diskutiert. Die ausgeklügelte Phantasie legt die Annahme ganz spezieller Wünsche vonseiten des Stifters nahe. Wie im Fußwaschungsaltar ist auch im gesamten Werk Mairs eine Befassung mit den maßgeblichen religiösen Texten festzustellen, die bislang noch nicht mit den Werken Mairs in Verbindung gebracht wurden. Im Zusammenhang mit der Signiermethode Mairs auf einem cartellino kommt dem Starck’schen Kreuzaufrichtungstriptychon in Washington eine Schlüsselrolle zu. Mair ist auf seiner Gesellenwanderung durch Franken insbesondere im engen Kreis des Meisters des Kreuzaufrichtungs-Triptychons zu verorten. Als Ergebnis der Werkanalyse konnte mit der Feststellung von Mairs Kenntnis der fränkischen Kunst eine wichtige Forschungslücke geschlossen werden. Insbesondere in Mairs Architekturdarstellung zeigt sich die Wirkung der Kunst Wolfgang Katzheimers, vor allem in den kubischen, monumentalen Architekturen, wie sie ab 1490 von Mair als Spezialist für Architekturdarstellung in der Werkstatt Jan Polacks wieder aufgegriffen wurden. Mairs gemalte Architekturen im Bild sowie die Architekturdarstellungen in seinen Kupferstichen erweisen sich als Architekturphantasien. Die Entschlüsselung des vielfältigen Einflussspektrums, das Mair in seinem Werk verarbeitete, lässt ihn als äußerst sprunghaften Künstler erscheinen. Gleichzeitig ist festzustellen, dass sich sein Oeuvre dem Modell einer linearen Stilentwicklung widersetzt, ja vielmehr ein Stilpluralismus festzustellen ist, der je nach Umfang und Aufwand des Auftrages variiert. Die vorliegende Arbeit will als Grundlage für eine Neubewertung dienen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Gammel, Marianne
- Advisor dc:contributor.advisor
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- Suckale, Robert
Rights
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- Language dc:language.iso
- de, German
Identifiers
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urn:nbn:de:kobv:83-opus-31114
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-2932 - OAI identifier oai:identifier
- oai:depositonce.tu-berlin.de:11303/3229