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Technische Universität Berlin

On the Exploration of German Mitigation Scenarios

Abstract

dc:description.abstract

Die maßgebliche Reduktion von Treibhausgasemissionen zur Vermeidung von gefährlichen anthropogenen Störungen des Klimasystems stellt eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar. Deutschland wird bei seinem Bestreben als hochindustrialisiertes Land sein volkswirtschaftliches Wachstum von CO2 Emissionen zu entkoppeln von der Weltgemeinschaft aufmerksam verfolgt. Auf Grund der komplexen Herausforderung die die Transformation des deutschen Energiesystems darstellt, besteht seitens der politischen Akteure eine Nachfrage nach langfristigen, modellbasierten Klimaschutzszenarien. Allerdings leiden existierende Klimaschutzszenarien unter schwerwiegenden methodologischen Limitationen und sind zudem sehr intransparent bezüglich ihrer impliziten normativen Annahmen. Dies lässt sich nicht mit der guten Prinzipien von wissenschaftlicher Politikberatung vereinen. Daher ist das Leitthema dieser Dissertation zu explorieren wie implizite normative Abwägungen in modellbasieren Klimaschutzszenarien explizit gemacht werden können. Der erste Teil dieser Dissertation führt eine Explorationsforschung durch, die die heutigen Limitationen von Klimaschutzszenarien zu überwinden intendiert indem ein kollaborativer Prozess zur Definition und Evaluation von Klimaschutzszenarien angewandt wird welcher zivilgesellschaftliche Stakeholder einbindet. Mittels eines analytisch-deliberativen Ansatzes zur Partizipation gestalten zivil-gesellschaftliche Stakeholder aus dem Transport- und Elektrizitätssektor die Definition der Rahmenbedingung für das hybride Ökonomie-Energie Modell REMIND-D und evaluieren die daraus resultierenden Szenarien bezüglich ihrer Plausibilität und sozio-politischer Implikationen. Die entwickelten Klimaschutzszenarien erreichen eine Minderung der CO2 Emissionen von 85% im Jahr 2050 gegenüber 1990. Jedoch zeigt sich bei der Evaluation der Szenarien, dass die technologischen Lösungen zur Vermeidung von CO2 Emissionen wie sie das Modell vorschlägt signifikante gesellschaftliche und politische Implikationen zur Folge hat, welche sich als mindestens so große Herausforderung wie die rein ingenieurstechnischen Aspekte von kohlenstoffarmen Technologien darstellen. Diese Einsichten unterstrichen die Wichtigkeit die Vermeidung von energiebedingten CO2 Emissionen als sozio-technische Transition die in einen politischen Kontext eingebettet ist zu begreifen. Der zweite Teil dieser Dissertation exploriert alternative Klimaschutzszenarien um zu identifizieren welche Energiestrategien zur Transformation des deutschen Elektrizitätssektors hin zu hohen Anteilen von erneuerbaren Energien (EE) sie verkörpern und unter welchen Prämissen sie realisierbar sind. Es wird eine komparative Meta-Analyse von zehn modellbasierten Klimaschutzszenarien durchgeführt, welche sechs aktuellen Publikationen entnommen sind, einschließlich der Szenarien aus dem ersten Teil dieser Dissertation. Die Szenarien lassen sich in drei Gruppen einteilen, die die grundsätzlichen Optionen zur Erhöhung des Anteils von EE im Stromsektor (Erhöhung der inländischen EE-Produktion, Reduktion der Nachfrage durch Energieeffizienzmaßnahmen, Import von EE-Strom) in unterschiedlichen Maßen ausschöpfen. Es werden substanzielle Hürden zur Implementierung der Energiestrategien identifiziert die sich auf Verhaltensweisen, Institutionen und ingenieurstechnische Aspekte beziehen. Bei der Erforschung der Gründe warum sich die Projektionen der Szenarien unterscheiden stellt sich heraus, dass diese in vielen Fällen auf Expertenurteilen beruhen anstatt aus numerischer Modellierung zu resultieren. Diese sind mit normativen Werturteilen verbunden und müssen in zukünftiger Forschung expliziter gemacht werden. Zusammenfassend zeigt diese Dissertation in einer Explorationsforschung, dass die Verwirklichung eines kollaborativen Prozesses zur Definition und Evaluation von Klimaschutzszenarien, als Mittel um normative Abwägungen in modellbasierten Klimaschutzszenarien explizit zu adressieren, in geringer Größenordnung und mit limitiertem Umfang möglich ist. Daher ist die primäre Botschaft für zukünftige Forschung, dass solch ein partizipativer Prozess in Form eines umfangreicheren "Assessments" von deutschen Klimaschutzszenarien wiederholt werden sollte, welches verbesserter partizipativer Methoden bedarf um die Transaktionskosten im Rahmen zu halten. Es empfiehlt sich dafür auf die elaborierten Methoden zurückzugreifen die in der Literatur über "Inclusive Risk Governance" entwickelt worden sind, die sich extensiv mit den Fragen beschäftigt wer in einen Diskurs einbezogen werden soll, aus welchen Gründen und mittels welcher Methoden.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Schmid, Eva
Advisor dc:contributor.advisor
  • Edenhofer, Ottmar

Rights

Language dc:language.iso
en, English

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier URI
urn:nbn:de:kobv:83-opus-39563
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-1866
OAI identifier oai:identifier
oai:depositonce.tu-berlin.de:11303/2163

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Technische Universität Berlin
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Last updated
2026-07-27
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Schmid, Eva. On the Exploration of German Mitigation Scenarios. 2013. https://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/2163