Technische Universität Berlin
Entwicklung eines Gewebeersatzes für postoperative Weichgewebedefekte
Abstract
dc:description.abstractBei der Entfernung von Sarkomen werden ausgedehnte Weichgewebsdefekte geschaffen, die wegen ihrer Größe und aufgrund einer präoperativen Bestrahlung eine niedrige Reparaturtendenz aufweisen und schwere Heilungsstörungen verursachen. Aufgrund der Wundprobleme kann eine Nachbehandlung, wie z.B. Strahlen- oder Chemotherapie, nur verzögert, möglicherweise überhaupt nicht vorgenommen werden, was die Überlebenschancen der Patienten reduziert. Da die Behandlung dieser Weichgewebsschäden gegenwärtig nur unbefriedigend gelöst ist, war es Ziel, einen Weichgewebsersatz herzustellen, der eine längerfristige Defektfüllung gestattet, durch Transfer aktiver autologer Zellen die Heilungsprobleme ausgleicht sowie die rechtlichen Anforderungen für den klinischen Einsatz in der Bundesrepublik Deutschland erfüllt. Mit Hilfe eines eigens entwickelten Trägermaterials in Form einer humanen, sterilisierten azellulären Dermis sowie humaner dermaler Fibroblasten konnte ein komplexer Weichgewebsersatz geschaffen werden. Das Vorliegen typischer dermaler Strukturen, einer großen Durchlässigkeit für Modellsubstanzen, einer hohen Biokompatibilität sowie Materialstabilität zeigte, dass die hergestellte azelluläre Dermis gute Voraussetzungen für die Zellbesiedelung bietet. Durch Anwendung eines validierten Virusinaktivierungsverfahrens erfüllt diese Matrix die Anforderungen an Arzneimittel humanen Ursprungs. Die azelluläre Dermis wurde unter Nutzung der Methoden des Tissue Engineering mit den zuvor in vitro vermehrten Fibroblasten kombiniert. Dabei war das Einsaatverfahren entscheidend für die Zelleinwanderung in die Matrix, am besten eignete sich eine dynamische Zelleinsaat. Um ein Ersatzgewebe zu erzeugen, wurden die besiedelten Präparate in Kultursystemen geführt. Neben statischen Ansätzen fand dafür auch ein Bioreaktor Anwendung, in dem die Präparate mit Medium durchströmt wurden. Die Träger-basierten Fibroblasten zeichneten sich durch eine gute Proliferation und Stoffwechselaktivität aus. Aufgrund nur geringer Kollagenasefreisetzung und Kontraktion besiedelter Präparate wurde ein hoher Struktur- und Volumenerhalt des Gewebsersatzes sichergestellt. Mit Hilfe eines Hypoxiemodells konnten in vitro Aussagen zu den guten Transplantateigenschaften getroffen und nachfolgend in vivo durch ein Rattenmodell verifiziert werden. Nach sechswöchiger subkutaner Transplantation war dabei eine hohe Akzeptanz und Stabilität der mit autologen (Ratten)Fibroblasten besiedelten humanen azellulären Dermis beobachtbar. Die Fibroblastenbesiedelung stimulierte das Einwachsen von Blutgefäßen erheblich. Die Transplantation dieses aktiven und stabilen Ersatzgewebes kann einen wichtigen Beitrag zur verbesserten Therapie von Patienten mit postoperativen Weichgewebsdefekten darstellen und eröffnet die Möglichkeit, Heilungsstörungen entgegenzuwirken und die Gewebsstabilität und -funktionalität wiederherzustellen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Syring, Carina
- Advisor dc:contributor.advisor
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- Götz, Peter
Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language.iso
- de, German
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
-
urn:nbn:de:kobv:83-opus-8852
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-985 - OAI identifier oai:identifier
- oai:depositonce.tu-berlin.de:11303/1282