Technische Universität Berlin
Methodologische Aspekte der Organisationsmodellierung in der Wirtschaftsinformatik
Abstract
dc:description.abstractDie Omnipräsenz von Informationssystemen in modernen Organisationen hat eine Reziprozität zwischen Organisations- und Softwareentwicklung zur Folge. Die Organisationsmodellierung, eine Aktivität, die zwischen den Sphären Organisationsentwicklung und Softwareentwicklung vermittelt, erlangt vor diesem Hintergrund eine erhebliche Bedeutung. Sowohl die Komplexität von Modellierungsprojekten als auch deren Bedeutung für die Organisations- und Softwareentwicklung erfordern eine solide methodologische Fundierung der Organisationsmodellierung. Eine solche wurde mittels einer kritischen Analyse von erkenntnistheoretischen Paradigmen, die in der Wirtschaftsinformatik, der Informationssystemforschung und der Organisationstheorie verbreitet sind, verfolgt. Ausgehend von dieser Analyse wurden für die Organisations- und Softwareentwicklung wesentliche Konzepte wie Modell, System, Information und Organisation einer kritischen Würdigung unterzogen, mit dem Ziel, die dem jeweiligen Begriffsverständnis zugrunde liegenden erkenntnistheoretischen Präsuppositionen aufzudecken. Erkenntnisse, gewonnen aus der kontemporären Erkenntnistheorie, machten es erforderlich, die Suche nach einem ultimativen Fundament der Erkenntnis aufzugeben. Gleichzeitig wurde das instrumentelle Erkenntnisinteresse fragwürdig. In Übereinstimmung mit diesen Einsichten sowie mit dem Ziel, die Defizite herkömmlicher Konzeptualisierungen zu überwinden, basiert die vorliegende Untersuchung auf dem erkenntnistheoretischen Paradigma des soziopragmatischen Konstruktivismus. Der so bestimmte methodologische Rahmen der vorliegenden Untersuchung ist durch eine ideographische methodologische und eine relativistische ontologische Position gekennzeichnet. Die verstehensorientierte Betrachtung zentraler Konzepte der Organisations- und Informationssystementwicklung deckte deren reduktionistische instrumentalistische Präsuppositionen auf. Vor dem Hintergrund des soziopragmatischen Konstruktivismus zeigte sich, dass die traditionellen Begriffsverständnisse nicht nur fragwürdig, sondern auch ethisch bedenklich sind. Das entwickelte soziopragmatisch-konstruktivistische Verständnis eröffnet einen pluralistischen Horizont für die Wissenschaftspraxis der Wirtschaftsinformatik. Des Weiteren zeigt es auf, dass Modellierer sich der ethischen Implikationen ihrer Tätigkeit bewusst sein müssen, ist doch der Prozess der Modellierung von Auswahlen, (Wert-)Urteilen und Bedeutungszuweisungen gekennzeichnet. Der soziopragmatische Konstruktivismus schließt sich nicht vom Prozess der kritischen Reflexion aus, sondern ist selbst kontinuierlich Gegenstand einer Präsuppositionsanalyse. Die Re-Konzeptualisierung von Modell, System, Information und Organisation vor dem Hintergrund des soziopragmatischen Konstruktivismus bringt das emanzipatorische Moment dieses Ansatzes zum Ausdruck.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Wyssusek, Boris
- Advisor dc:contributor.advisor
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- Krallmann, Hermann
Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language.iso
- de, German
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
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urn:nbn:de:kobv:83-opus-7995
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-898 - OAI identifier oai:identifier
- oai:depositonce.tu-berlin.de:11303/1195