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Technische Universität Berlin

Können Qualitätszirkel Kosten dämfpen?

Abstract

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Hintergrund: Der zunehmende Kostendruck und die Qualitätsmängel in der Gesundheitsversorgung erfordern effiziente Strategien, die Qualität verbessern und gleichzeitig Kosten dämpfen. Inwieweit die verschiedenen Qualitätssicherungsinstrumente dazu geeignet sind, kann anhand der vorliegenden Studien nicht ausreichend beantwortet werden, da ärztliche Qualitätszirkel in der BRD bisher nicht umfassend evaluiert sind. Deshalb ist es schwierig, generalisierbare Aussagen über deren Auswirkun-gen auf die Versorgungsqualität und die Versorgungskosten zu machen. Die vorliegende Dissertation untersucht am Beispiel der Qualitätszirkel in der Psychosomatischen Grundversorgung die Frage, ob Qualitätszirkel Kosten dämpfen können. Methoden: Zwischen 1994 und 1997 wurde u. a. durch die FU Berlin das BMG-Projekt �Qualitätssi-cherung in der Psychosomatik� durchgeführt. Dabei nahmen niedergelassene Ärzte in Berlin an Quali-tätszirkeln zur Psychosomatischen Grundversorgung teil. Die Medikamentenverordnungskosten von 16 Ärzten der Qualitätszirkel und 12 Ärzten einer Kontrollgruppe wurden über 13 Quartale analysiert. Die Untersuchung bezieht zusätzlich Arbeitsunfähigkeitsdaten und Medikamentenverordnungen, v. a. bei psychotropen Medikamenten (Hypnotika/Sedativa, Analgetika/Antirheumatika und Psychophar-maka) ein. Ergebnisse: Die Ärzte der Qualitätszirkel hatten signifikant weniger Patienten als die Ärzte der Kon-trollgruppe. Sowohl über den Gesamtzeitraum (1994-1997), als auch in einzelnen Teilabschnitten konnten trotz großer Mittelwertsunterschiede keine Differenzen zwischen Qualitätszirkel- und Kontroll-gruppe hinsichtlich der Medikamentenverordnungskosten nachgewiesen werden. Dies ist in erster Linie auf die große Varianz innerhalb der Gruppen und die kleine Stichprobengröße zurückzuführen. Es wurde aber deutlich, dass sich die beiden Gruppen im Zugang zur Qualitätssicherungsmaßnahme im II. Quartal 1994 nicht unterschieden. Während sich in der Kontrollgruppe über den Projektzeitraum der Anteil von Patienten mit Medikamentenverordnungen erhöhte, nahm dieser bei den Ärzten des Qualitätszirkels ab. Es zeigte sich eine günstige Entwicklung der Arbeitsunfähigkeitsdaten zwischen 1995 und 1997. Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle nahm signifikant ab und damit reduzierte sich auch die Zahl der verursachten Arbeitsunfähigkeitstage signifikant. Neben der untersuchten Auswir-kung der ärztlichen Weiterbildung gibt es eine Vielzahl weiterer Faktoren, die das ärztliche Handeln beeinflussen. In einer ergänzenden Analyse wurde deshalb das Arztgeschlecht als eine dieser Variab-len untersucht. Die männlichen Ärzte verordneten signifikant häufiger und mehr psychotrope Medika-mente an ihre Patientinnen und Patienten als ihre Kolleginnen. Zusammenfassung: In der vorliegenden Arbeit konnte die erwartete kostendämpfende Wirkung der Qualitätszirkel nicht nachgewiesen werden. Es lässt sich jedoch nicht sagen, ob es sich dabei um ein Stichprobenproblem handelt, oder ob es diese Effekte tatsächlich nicht gibt. Zwei aktuelle Studien zum Thema zeigen ebenfalls keine kostendämpfenden Wirkungen und unterstützen damit den Eindruck, dass es keine ökonomischen Effekte in Qualitätszirkeln gibt. Bekannt ist aber auch, dass in Qualitäts-zirkeln, die sich direkt mit dem Verordnungsverhalten beschäftigten, Kostensenkungen nachgewiesen werden konnten. Um Kosten zu senken, scheint es also wichtig zu sein, dass die Kostenkomponente im Mittelpunkt der Maßnahme steht. Die vorliegende Arbeit zeigt auch, welche Bedeutung das Arztge-schlecht für das therapeutische Handeln hat. Dies sollte in Ausbildung, Forschung und Praxis mehr Beachtung finden. Um sichere Aussagen über die Wirkungen von Qualitätszirkeln machen zu können, ist es notwendig, die Evaluation als integralen Bestandteil dieser zu etablieren und damit umfangrei-che Daten zu dieser Fragestellung zu gewinnen.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Glaesmer, Heide
Advisor dc:contributor.advisor
  • Deter, Hans Christian

Rights

Language dc:language.iso
de, German

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier URI
urn:nbn:de:kobv:83-opus-7628
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-861
OAI identifier oai:identifier
oai:depositonce.tu-berlin.de:11303/1158

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Technische Universität Berlin
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Last updated
2026-07-27
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Glaesmer, Heide. Können Qualitätszirkel Kosten dämfpen?. 2004. https://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/1158