Abstract
dc:description.abstractKaries muss nicht zwangsweise durch invasives Bohren und anschließendes Restaurieren des Zahns behandelt werden. Beginnenden Entmineralisierungen der Zahnhartsubstanz kann heutzutage in verschiedener Weise substanz¬schonend entgegengewirkt werden. Ziel der vorliegenden In-vitro-Studie war es das Remineralisationspotential diverser neuartiger, zahnärztlicher Fluoridlacke auf initialen Schmelzläsionen zu untersuchen. Hierfür wurden aus gesunden, bovinen Zähnen Probenblöcke (n= 276) hergestellt und zufällig in zwölf Versuchsgruppen eingeteilt. Nach dem Erzeugen einer künstlichen Schmelzkaries durch 21-tägiges Lagern der Proben in einer Demineralisationslösung, wurden den Herstellerangaben folgend verschiedene Fluoridlacke appliziert: a) Natriumfluorid (Duraphat, 22.600 ppm F), b) Natriumfluorid in Kombination mit Kalziumfluorid (Biophat, 45.200 ppm F-), c) Natriumfluorid in Kombination mit Trikalziumphosphat (Clinpro White Varnish Mint, 22.600 ppm F-), d) Natriumfluorid in Kombination mit Casein Phospho¬peptid - amorphem Kalziumphosphat (MI Varnish, 22.600 ppm F-) und e) Silber-Diamin-Fluorid (Cariestop 30%, 35.400 ppm F-). Zwei Gruppen erfuhren zur Kontrolle keine Behandlung mit einem Lack. Um eine realitätsgetreue Umgebungssituation ähnlich der Mundhöhle zu simulieren, lagerten die Proben 28 Tage in einem pH-Wechselbad (6x120 Min Demineralisation/Tag). Zweimal täglich sorgten in verdünnter fluoridhaltiger Zahnpasta (14500 ppm F-, bzw. 5000 ppm F- Zahnpasta) getränkte Bürsten für die Reinigung der Schmelzoberflächen für je 10 Sekunden. Alle Proben wurden nach der 21-tägigen Demineralisationsphase, sowie nach der Lackbehandlung fotografiert und hinsichtlich der Läsionstiefe und des Mineralverlustes analysiert. Hierfür wurde die Technik der Transversalen Mikroradiographie zur Hilfe genommen. Alle angewandten Fluoridlacke führten zu einem signifikant geringeren Mineralverlust, sowie einem geringeren Fortschreiten der Läsionstiefe nach pH-cycling im Vergleich zur Negativkontrolle N1/N5 ohne Lackbehandlung (p≤0,043; außer NaF5, CPP5, SDF5). Unter den gewählten Versuchsbedingungen wurde jedoch alleinig durch die Behandlung mit Natriumfluorid in Kombination mit Kalziumfluorid (CaF1/CaF5) eine Remineralisation der künstlichen Schmelzkaries erzielt. Ein signifikanter Unterschied zwischen der Verwendung von 5.000 ppm F- Zahnpasta zu 1.450 ppm F- Zahn¬pasta hin¬sichtlich einer Verbesserung der Remineralisationsparameter konnte nur bei den Negativ¬kontrollgruppen festgestellt werden. Hochfluoridhaltige Zahnpasta in Kombination mit zahnärztlichen Lacken erzeugte hingegen keinen zusätzlichen Effekt im Vergleich zu normalfluoridhaltiger Zahnpasta in Kombination mit zahnärztlichen Lacken.
Degree
thesis:*- Level thesis:degree_level
- thesis.doctoral
- Grantor dc:publisher
- Universität Leipzig
- Year
- 2021
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Mester, Judith