Abstract
dc:description.abstractDiese Masterarbeit in der US-amerikanischen Kulturwissenschaft stellt die These auf, dass das Phänomen der rape culture ein soziokulturelles System gesellschaftlicher Machtstrukturen und kultureller Mythen darstellt. Basierend auf sogenannten Vergewaltigungsmythen konstituiert dieses System zudem eine Ideologie. Ziel der Arbeit ist es zu zeigen, wie diese Vergewaltigungsmythen instrumentalisiert werden, um (primär weiße, cis-männliche) Täter zu beschützen und stattdessen Betroffenen von sexualisierter Gewalt die Verantwortung zuzuweisen. So soll aufgezeigt werden, dass junge Männer wie Brock Turner, die von patriarchalen Machtstrukturen profitieren, zu Männern wie Brett Kavanaugh aufwachsen, und dass diese nicht nur davon profitieren, dass die rape culture ihr übergriffiges Verhalten entschuldigt, sondern dass sie zudem darauf gestützt an Machtpositionen gelangen, durch die sie als Entscheidungsträger diese der rape culture zugrundeliegenden Strukturen im Gegenzug aufrechterhalten können. Dabei konzentriert sich die Arbeit auf die Vergewaltigungsmythen des sogenannten Victim-Blamings und Shamings sowie der Viktimisierung von Tätern. Diese Mythen werden im Rahmen einer Analyse von Zeitungsartikeln aus dem 19. Jahrhundert herausgearbeitet und in das 21. Jahrhundert verfolgt. Basierend auf Mary Douglas' Theorie zu Reinheitsvorstellungen wird aufgezeigt, inwiefern sich nicht nur soziale Kategorien, nämlich Geschlecht, race, sozioökonomischer Status und Alter, sondern auch die sexuelle Reinheit oder Unreinheit von Betroffenen auf die gesellschaftliche Bewertung von Vergewaltigungsfällen auswirken. Darüber hinaus zeigt die Arbeit, wie weibliche Körper als ideologisches Schlachtfeld für politische und gesellschaftliche Veränderungen in den USA fungieren, und dass empfundene Bedrohungen des patriarchalen Status Quo im öffentlichen Diskurs als moralische Gefahren dargestellt werden, die von weiblichen Körpern ausgehen. Die Arbeit argumentiert, dass die rape culture von (weißem cis-) männlichem Anspruchsdenken auf weibliche Körper, aber darüber hinaus auch auf Machtpositionen im patriarchalen System angetrieben wird. Sie zeigt auf, wie dieses System die rape culture instrumentalisiert, um seine zugrundeliegenden Strukturen aufrechtzuerhalten, die (cis) Männer begünstigen und im Gegensatz (cis) Frauen sowie andere marginalisierte und nicht-heteronormative Gruppen benachteiligen. Dies wird anhand einer Analyse des Stanford-Vergewaltigungsfalls von 2016 sowie der Kavanaugh-Anhörung von 2018 dargestellt.
Degree
thesis:*- Level thesis:degree_level
- master
- Grantor dc:publisher
- Universität Potsdam
- Year
- 2022
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Klümper, Hannah
- Contributors dc:contributor
-
- Kunow, Rüdiger
- Bartels, Anke
Subjects
dc:subject × 23- rape
- rape culture
- rape myth
- rape myths
- sexualized violence
- Brock Turner
- Brett Kavanaugh
- victim blaming
- purity culture
- Stanford rape case
- Kavanaugh hearing
- Chanel Miller
- Know My Name
- Buzzfeed victim impact statement
- Kavanaugh-Anhörung
- Stanford-Vergewaltigungsfall
- Reinheitskultur
- Vergewaltigung
- Vergewaltigungskultur
- Vergewaltigungsmythos
- Vergewaltigungsmythen
- sexualisierte Gewalt
- Victim-Blaming
Rights
dc:rights- Statement dc:rights
-
- CC-BY-NC-ND - Namensnennung, nicht kommerziell, keine Bearbeitungen 4.0 International
Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://publishup.uni-potsdam.de/frontdoor/index/index/docId/62329
- OAI identifier oai:identifier
- oai:kobv.de-opus4-uni-potsdam:62329