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Universität Passau

Bildung trotz Bologna. Analyse zum Bildungsbegriff an deutschen Universitäten im Kontext der europäischen Hochschulreform

Abstract

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Ausgehend von der Kritik am Bologna-Prozess und dem in diesem Zusammenhang immer wieder referenzierten Humboldt’schen Ideal der deutschen Universität untersucht die Arbeit die Frage, ob sich Widersprüche zwischen diesem neuhumanistisch geprägten Ideal einer Bildung durch Wissenschaft und dem Bildungsverständnis des Bologna-Prozesses auf europäischer Ebene feststellen lassen. Die Arbeit ergänzt dabei den hermeneutischen bildungsphilosophischen und universitätshistoriographischen Diskurs um die Idee von Universität durch eine empirisch-qualitative Textanalyse zentraler Texte des Bologna-Prozesses. In einem ersten Schritt wird das Leitbild Bildung durch Wissenschaft in seiner historischen Entwicklung und Manifestation analysiert und mit aktuellen Diskussionen zur Rolle von Universitäten in der Wissensgesellschaft zusammengeführt. In einem zweiten Schritt wird das Bildungsverständnis analysiert, das sich sowohl in den Kommuniqués der Ministerialtreffen des Bologna-Prozesses als auch in exemplarisch ausgewählten Stakeholder-Dokumenten aus der Bologna Follow-Up Group findet. Das Bildungsverständnis wird dabei als latentes Konzept verstanden, das durch die Aufgabenzuschreibungen an Hochschulen in den drei Aufgabenbereichen Lehre, Forschung und Transfer mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse kodiert und anschließend analysiert wird. Im Kontrast der beiden Ergebnisse zeigt sich, dass die Kommuniqués der Ministerialkonferenzen in den ersten Jahren stark von einer auf Qualifizierungsaspekte beschränkten instrumentell-ökonomischen Sicht von Bildung geprägt waren, sich seit 2010 aber stärker dem Ideal einer Bildung durch Wissenschaft annähern. Auch die Analyse der Stakeholder-Dokumente, die diesen politischen Prozess begleiten und informieren, zeigen ebenfalls – mit Ausnahme der Arbeitgebervertretung – entweder eine konstante Argumentation zumindest teilweise im Sinne dieses Ideals, oder aber eine Annäherung hin zur Bildung durch Wissenschaft. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass sich diese Widersprüche, wie sie von Kritikerinnen und Kritikern am Bologna-Prozess geäußert wurden, also tatsächlich wahrnehmen lassen, dieser Fakt jedoch hauptsächlich für die erste Hälfte des Bologna-Prozesses gelten kann. Durch den argumentativen Wandel in den Kommuniqués hin zu Positionen, die auch Teil des Bildungsideals deutscher Universitäten darstellen, entstehen Möglichkeitsräume für Universitäten, ihr Ideal unter den Bedingungen der Studienreform umzusetzen.

Degree

thesis:*
Level thesis:degree_level
thesis.doctoral
Grantor dc:publisher
Universität Passau
Year
2023

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Birnkammerer, Hannes
Contributors dc:contributor
  • Mägdefrau, Jutta
  • Bartosch, Ulrich

Subjects

dc:subject × 5

Rights

dc:rights
Statement dc:rights
  • Creative Commons - CC BY - Namensnennung 4.0 International

Identifiers

dc:identifier.*
OAI identifier oai:identifier
oai:kobv.de-opus4-uni-passau:1232

Chain of custody

source
Harvested from
Universität Passau
Base URL
opus4.kobv.de/opus4-uni-passau/oai
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Birnkammerer, Hannes. Bildung trotz Bologna. Analyse zum Bildungsbegriff an deutschen Universitäten im Kontext der europäischen Hochschulreform. thesis.doctoral thesis, Universität Passau, 2023. https://opus4.kobv.de/opus4-uni-passau/frontdoor/index/index/docId/1232