Back to results

Universität Passau

Quiet please! - School Noise and its Effects on Student Teachers and Practicing Teachers

Abstract

dc:description.abstract

Lärm in Schulen gilt aus unterschiedlichen Gründen als massiver Belastungsfaktor für Lehrkräfte und kann deshalb zu Leistungsdefiziten im Beruf, aber auch zu physischen und psychischen Beeinträchtigungen führen. Die Erforschung von Schullärm und seinen Auswirkungen ist daher essentiell. Die drei Studien, die in dieser Arbeit vorgestellt werden, untersuchten die unmittelbaren Auswirkungen von Lärm auf Lehramtsstudierende und die mittelbaren Auswirkungen auf praktizierende Lehrkräfte. In der ersten und zweiten Studie wurde im Rahmen zweier Experimente überprüft, wie sich Pausenlärm auf das Stresserleben, die Leistung in einem Konzentrationstest und auf die Fehlerkorrektur eines Diktats auswirkt. Auf Grundlage des transaktionalen Stressmodells (Lazarus & Folkman, 1984) wurde vermutet, dass Lärm zu einer Erhöhung des Stresserlebens führt. Der Maximal-Adaptability-Theorie (Hancock & Warm, 1989, 2003) nach sollte der Lärm zunächst eine optimale Leistung, langfristig jedoch eine Leistungsbeeinträchtigung verursachen. Um dies zu überprüfen, bearbeiteten in der ersten Studie 74 und in der zweiten Studie 104 Lehramtsstudierende der Universität Passau zwei unterschiedliche Konzentrationstests und korrigierten das Diktat eines Schülers, während sie kurzen, kontinuierlichen oder keinen Pausenlärm hörten. In beiden Experimenten führte kontinuierlicher Lärm zu einer Erhöhung des Stresserlebens. Weder kurzer noch kontinuierlicher Lärm führte zu einer Verschlechterung der Konzentrationsleistung. Weiter zeigten sich unterschiedliche Befunde: Im ersten Experiment führte ein kurzer Konzentrationstest in Kombination mit kontinuierlichem Lärm zu positiven Effekten in der Diktatkorrektur, d.h. die Versuchspersonen wiesen eine bessere Leistung in der Fehlerkorrektur auf. Im zweiten Experiment führte ein langer Konzentrationstest in Kombination mit kurzem oder kontinuierlichem Lärm zu negativen Effekten, d.h. die Probanden machten vergleichsweise mehr Fehler bei der anschließenden Diktatkorrektur. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Schullärm einerseits das Stresserleben erhöhen und andererseits die anschließende Leistungsfähigkeit der Lehrkräfte verbessern oder einschränken kann. Letzteres scheint allerdings von der konkreten Situation abzuhängen. Im ersten Teil der dritten Studie lag der Fokus auf den Bewältigungsstilen und dem erlebten Stress der Lehrkräfte. Da Bewältigungsstile nachweislich einen großen Einfluss auf die psychische Gesundheit haben, lag die Vermutung nahe, dass das durch Lärm verursachte Stresserleben je nach Bewältigungsstil unterschiedlich ausfällt. Auf der Grundlage des Belastungs-Beanspruchungsmodells (Rudow, 2000) und des transaktionalen Stressmodells (Lazarus & Folkman, 1984) wurde angenommen, dass Lehrkräfte mit riskanten Copingstilen mehr Stresssymptome erleben. Deshalb wurde im Rahmen einer Online-Studie untersucht, ob es in Bezug auf psychische und körperliche Symptome Unterschiede zwischen Lehrkräften mit distinkten Bewältigungsstilen gibt. Dazu wurden 99 bayerische Grund- und Mittelschullehrkräfte befragt. Aus den übergeordneten Skalen Engagement und Resilienz resultierten vier berufliche Bewältigungsstile. Der Typ Gesundheit (hohes Engagement, hohe Resilienz), der Schon-Typ (niedriges Engagement, hohe Resilienz), Typ A (hohes Engagement, niedrige Resilienz) und Typ Burnout (niedriges Engagement, niedrige Resilienz) unterschieden sich hinsichtlich Bedrohungseinschätzung, Lärmstress, Stimm- und Hörproblemen sowie lärmbedingtem Burnout. Im Vergleich zum Typ Gesundheit wiesen die Risikotypen Typ A und Typ Burnout ein höheres Stresserleben auf und erwiesen sich generell anfälliger gegenüber Schullärm als der Typ Gesundheit. Dies ist die erste Studie, die zeigen konnte, dass Schullärm besonders für Lehrkräfte mit riskanten Copingstilen eine Gefährdung darstellt. Im zweiten Teil der dritten Studie lag der Fokus auf den Wirkungspfaden von Schullärm. Hier wurden Zusammenhänge zwischen individuellen Eigenschaften der Lehrkräfte und den unterschiedlichen Auswirkungen von Schullärm vermutet. Basierend auf dem vereinfachten Modell von Lehrerstress (van Dick & Wagner, 2001) wurde an 159 bayerischen Grund- und Mittelschullehrkräften untersucht, ob Lärmstress und Stimmermüdung die Verbindung zwischen Lärmempfindlichkeit und lärmbedingtem Burnout vermitteln. Die Ergebnisse zeigten, dass Stress die Beziehung zwischen Lärmempfindlichkeit und Stimmermüdung vermittelte; Stimmermüdung vermittelte die Beziehung zwischen Lärmstress und lärmbezogenem Burnout; Lärmstress und Stimmermüdung vermittelten seriell die Beziehung zwischen Lärmempfindlichkeit und lärmbedingtem Burnout. Dies ist die erste Studie die Verbindungen zwischen lärmempfindlichen Lehrkräften und Lärmstress, Stimmproblemen und lärmbedingtem Burnout aufzeigen konnte.

Degree

thesis:*
Level thesis:degree_level
thesis.doctoral
Grantor dc:publisher
Universität Passau
Year
2022

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Tomek, Raphaela
Contributors dc:contributor
  • Urhahne, Detlef

Subjects

dc:subject × 5

Rights

dc:rights
Statement dc:rights
  • Standardbedingung laut Einverständniserklärung

Identifiers

dc:identifier.*
OAI identifier oai:identifier
oai:kobv.de-opus4-uni-passau:1062

Chain of custody

source
Harvested from
Universität Passau
Base URL
opus4.kobv.de/opus4-uni-passau/oai
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Tomek, Raphaela. Quiet please! - School Noise and its Effects on Student Teachers and Practicing Teachers. thesis.doctoral thesis, Universität Passau, 2022. https://opus4.kobv.de/opus4-uni-passau/frontdoor/index/index/docId/1062