{"id":{"repo_id":"passau-thes","oai_identifier":"oai:kobv.de-opus4-uni-passau:1010"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/passau-thes/oai:kobv.de-opus4-uni-passau:1010","repository":{"repo_id":"passau-thes","name":"Universität Passau","base_url":"https://opus4.kobv.de/opus4-uni-passau/oai"},"display":{"title":"Frauenbiografien, Generationenverhältnisse und Sorgestrategien - Eine qualitativ-rekonstruktive Studie zur Situation von Töchtern als betreuende und pflegende Angehörige","abstract":"Demographischer Wandel und „Überalterung“ der Gesellschaft führen zu einem immensen Anstieg des Pflegebedarfs alter Menschen. Ein Großteil dieser Menschen wird zu Hause von pflegenden Angehörigen versorgt. Der oder die „pflegende Angehörige“ wurde jüngst vermehrt als wichtigster Leistungsträger im Rahmen der Pflege gewürdigt, dennoch verbleiben Pflegende weitestgehend isoliert im privaten Raum und nehmen Unterstützung nur eingeschränkt in Anspruch. Die überwiegende Mehrheit der pflegenden Angehörigen sind Frauen. Während die Forschung die Herausforderungen, die sich Müttern - vor allem im Spannungsfeld Beruf und Familie - stellen, schon vielfach thematisiert hat, ist die Situation von pflegenden Angehörigen bisher nur unzureichend untersucht worden. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen pflegende Frauen, die zum wiederholten Male im Laufe ihrer Biografie vor der Schwierigkeit stehen, eigene Berufs- und Lebenspläne gegenüber der ihnen überantworteten familialen Fürsorgeaufgaben zu verwirklichen. Die qualitativ-rekonstruktive empirische Studie geht anhand von leitfadengestützen teil-narrativen biographischen Interviews der Frage nach, wie Töchter die Betreuung ihrer unterstützungsbedürftigen Eltern gestalten und unter welchen Bedingungen sich ‚erfolgreiche‘ Betreuungsarrangements ergeben, die trotz der Herausforderungen für alle Beteiligten erträglich, stabil und als ‚gelungen‘ zu beschreiben sind. Dabei spielen Beziehungen, Motivationen, Belastungserleben und Bewältigungsstrategien eine Rolle. Es konnte festgestellt werden, dass die Art und Qualität der Fürsorgeerbringung für alte Eltern massgeblich von lebenslang kultivierten Beziehungen zwischen den Generationen beeinflusst ist. Es lassen sich vier idealtypische Modi der Beziehungsgestaltung identifizieren, die in das Konstanzer Modul der Generationenambivalenzgestaltung (nach Lüscher) einzuordnen sind. Verharren die Familienangehörigen in starren Erwartungsmustern und ist eine Betreuungsdelegation dadurch nur schwer vorstellbar, steigt das Überlastungsrisiko der betreuenden Töchtern erheblich, egal wie ‚gut‘ oder ‚schlecht‘ die Beziehungen zwischen den Generationen sind. Je besser Ambivalenzen thematisiert und bearbeitet werden können, desto höher ist die Resilienz der betreuenden Töchter und desto wirksamer sind Bewältigungsstrategien.","abstract_html":"Demographischer Wandel und „Überalterung“ der Gesellschaft führen zu einem immensen Anstieg des Pflegebedarfs alter Menschen. Ein Großteil dieser Menschen wird zu Hause von pflegenden Angehörigen versorgt. Der oder die „pflegende Angehörige“ wurde jüngst vermehrt als wichtigster Leistungsträger im Rahmen der Pflege gewürdigt, dennoch verbleiben Pflegende weitestgehend isoliert im privaten Raum und nehmen Unterstützung nur eingeschränkt in Anspruch. Die überwiegende Mehrheit der pflegenden Angehörigen sind Frauen. Während die Forschung die Herausforderungen, die sich Müttern - vor allem im Spannungsfeld Beruf und Familie - stellen, schon vielfach thematisiert hat, ist die Situation von pflegenden Angehörigen bisher nur unzureichend untersucht worden. 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