{"id":{"repo_id":"humboldt-diss","oai_identifier":"oai:edoc.hu-berlin.de:18452/37634"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/humboldt-diss/oai:edoc.hu-berlin.de:18452/37634","repository":{"repo_id":"humboldt-diss","name":"Humboldt Universität zu Berlin","base_url":"https://edoc.hu-berlin.de/server/oai/request"},"display":{"title":"Können Hörende eine Stimme identifizieren, die in zwei verschiedenen L1 spricht?","abstract":"In dieser Studie wurde untersucht, ob Hörende dieselbe Stimme in zwei unterschiedlichen Erstsprachen (Deutsch, Japanisch) identifizieren können und welche Faktoren diese Leistung beeinflussen. Sprachproben von sechs bilingualen Sprecherinnen in gelesener und spontaner Sprache wurden aufgenommen und in einem perzeptiven Online-Experiment von 156 Teilnehmenden beurteilt. Die Aufgabe bestand darin, Stimmpaare in drei Sprachkombinationen (De–De, Jp–Jp, De–Jp) als gleiche oder unterschiedliche Sprecherin zu klassifizieren. Die Daten wurden mittels zweier generalisierter linearer gemischter Modelle analysiert, die sowohl personenbezogene Faktoren als auch akustische Merkmale der Stimuli (f0, f0-Umfang, Sprechgeschwindigkeit) berücksichtigten. Teilnehmende mit L1 Deutsch und Japanisch erzielten die höchsten Trefferquoten, gefolgt von L1 Deutsch oder Japanisch; Teilnehmende mit anderen L1 erreichten die niedrigsten Werte. Ein allgemeiner Vorteil homogener Sprachpaare gegenüber gemischten Paaren zeigte lediglich deskriptiv und erreichte nur für L1 Deutsch statistische Signifikanz. Weder ein Haupteffekt der Sprachpaare noch ein generalisierbarer Matching-Effekt zwischen Hörenden- und Sprecherinnen-L1 konnte nachgewiesen werden. Musikalität wirkte sich positiv, höheres Alter negativ auf die Leistung aus; Frauen erzielten signifikant bessere Werte als Männer. Stimmen derselben Sprecherin wurden zuverlässiger erkannt als unterschiedliche. Innerhalb derselben Sprecherin reduzierten größere Differenzen in f0 und Sprechgeschwindigkeit die Genauigkeit, während größere Differenz in Sprechgeschwindigkeit zwischen Sprecherinnen die Identifizierung erleichterte. Die Ergebnisse zeigen, dass die Stimmenidentifizierung primär durch die L1 der Hörenden, individuellen Faktoren und akustischen Unterschieden innerhalb von Stimmpaaren bestimmt wird, während die Sprachkombination der Stimmpaare über alle Gruppen hinweg keinen generalisierbaren Effekt hat.","abstract_html":"In dieser Studie wurde untersucht, ob Hörende dieselbe Stimme in zwei unterschiedlichen Erstsprachen (Deutsch, Japanisch) identifizieren können und welche Faktoren diese Leistung beeinflussen. Sprachproben von sechs bilingualen Sprecherinnen in gelesener und spontaner Sprache wurden aufgenommen und in einem perzeptiven Online-Experiment von 156 Teilnehmenden beurteilt. Die Aufgabe bestand darin, Stimmpaare in drei Sprachkombinationen (De–De, Jp–Jp, De–Jp) als gleiche oder unterschiedliche Sprecherin zu klassifizieren. Die Daten wurden mittels zweier generalisierter linearer gemischter Modelle analysiert, die sowohl personenbezogene Faktoren als auch akustische Merkmale der Stimuli (f0, f0-Umfang, Sprechgeschwindigkeit) berücksichtigten. Teilnehmende mit L1 Deutsch und Japanisch erzielten die höchsten Trefferquoten, gefolgt von L1 Deutsch oder Japanisch; Teilnehmende mit anderen L1 erreichten die niedrigsten Werte. Ein allgemeiner Vorteil homogener Sprachpaare gegenüber gemischten Paaren zeigte lediglich deskriptiv und erreichte nur für L1 Deutsch statistische Signifikanz. Weder ein Haupteffekt der Sprachpaare noch ein generalisierbarer Matching-Effekt zwischen Hörenden- und Sprecherinnen-L1 konnte nachgewiesen werden. Musikalität wirkte sich positiv, höheres Alter negativ auf die Leistung aus; Frauen erzielten signifikant bessere Werte als Männer. Stimmen derselben Sprecherin wurden zuverlässiger erkannt als unterschiedliche. Innerhalb derselben Sprecherin reduzierten größere Differenzen in f0 und Sprechgeschwindigkeit die Genauigkeit, während größere Differenz in Sprechgeschwindigkeit zwischen Sprecherinnen die Identifizierung erleichterte. Die Ergebnisse zeigen, dass die Stimmenidentifizierung primär durch die L1 der Hörenden, individuellen Faktoren und akustischen Unterschieden innerhalb von Stimmpaaren bestimmt wird, während die Sprachkombination der Stimmpaare über alle Gruppen hinweg keinen generalisierbaren Effekt hat.","abstract_has_math":false,"creators":["Rossow, Vivian"],"institution":"Humboldt-Universität zu Berlin","degree_name":null,"degree_level":null,"degree_discipline":null,"degree_department":null,"school":null,"contributors":[],"advisors":[],"committee_chairs":[],"committee_members":[],"year":2026,"date_issued":"2026-03-31","date_published":"2026-03-31","updated_at":"2026-08-21T16:45:17Z","subjects":["Bilingualität","Stimmenidentifizierung","Stimme","Identifizierung","Mehrsprachigkeit","Muttersprache","Erstsprache","L1","Musikalität","Deutsch-Japanisch","Japanisch","Sprechgeschwindigkeit","f0","f0-Umfang","Grundfrequenz","Perzeption","bilingual speakers","bilingualism","multilingual speech","voice identification","voice perception","speaker discrimination","cross-linguistic voice recognition","first language effect","L1 influence","native language","fundamental frequency","f0 range","speech rate","voice quality","japanese","within-speaker variation","between-speaker variation"],"languages":["ger"],"rights":["(CC BY 4.0) Attribution 4.0 International"],"rights_urls":["https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"],"identifier_entries":[{"key":"dc:identifier.doi","label":"DOI","values":["https://doi.org/10.18452/36968"],"render_values":[{"text":"https://doi.org/10.18452/36968","href":"https://doi.org/10.18452/36968","code":true}]}]},"links":{"outbound_url":"https://edoc.hu-berlin.de/18452/37634","outbound_label":"Repository record","outbound_source":"dc:identifier.uri"},"source_record":{"url":"https://edoc.hu-berlin.de/server/oai/request?verb=GetRecord&metadataPrefix=dim&identifier=oai%3Aedoc.hu-berlin.de%3A18452%2F37634","prefix":"dim"},"metadata_groups":[{"id":"people","label":"People","entries":[{"key":"dc:creator","label":"Author","values":["Rossow, Vivian"]}]},{"id":"academic_context","label":"Academic Context","entries":[{"key":"dc:date.accessioned","label":"Dc Date Accessioned","values":["2026-03-31T12:09:17Z"]},{"key":"dc:date.issued","label":"Date","values":["2026-03-31"]},{"key":"dc:publisher","label":"Institution","values":["Humboldt-Universität zu Berlin"]},{"key":"dc:type","label":"Dc Type","values":["masterThesis"]}]},{"id":"subjects_keywords","label":"Subjects and Keywords","entries":[{"key":"dc:subject","label":"Dc Subject","values":["Bilingualität","Stimmenidentifizierung","Stimme","Identifizierung","Mehrsprachigkeit","Muttersprache","Erstsprache","L1","Musikalität","Deutsch-Japanisch","Japanisch","Sprechgeschwindigkeit","f0","f0-Umfang","Grundfrequenz","Perzeption","bilingual speakers","bilingualism","multilingual speech","voice identification","voice perception","speaker discrimination","cross-linguistic voice recognition","first language effect","L1 influence","native language","fundamental frequency","f0 range","speech rate","voice quality","japanese","within-speaker variation","between-speaker variation"]}]},{"id":"language_rights","label":"Language and Rights","entries":[{"key":"dc:language.iso","label":"Language (ISO)","values":["ger"]},{"key":"dc:rights","label":"Dc Rights","values":["(CC BY 4.0) Attribution 4.0 International"]},{"key":"dc:rights.uri","label":"Rights URI","values":["https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"]}]},{"id":"identifiers","label":"Identifiers","entries":[{"key":"dc:identifier.doi","label":"DOI","values":["https://doi.org/10.18452/36968"]},{"key":"dc:identifier.uri","label":"Identifier URI","values":["https://edoc.hu-berlin.de/18452/37634"]}]},{"id":"additional","label":"Additional Metadata","entries":[{"key":"dc:description.abstract","label":"Abstract","values":["In dieser Studie wurde untersucht, ob Hörende dieselbe Stimme in zwei unterschiedlichen Erstsprachen (Deutsch, Japanisch) identifizieren können und welche Faktoren diese Leistung beeinflussen. Sprachproben von sechs bilingualen Sprecherinnen in gelesener und spontaner Sprache wurden aufgenommen und in einem perzeptiven Online-Experiment von 156 Teilnehmenden beurteilt. Die Aufgabe bestand darin, Stimmpaare in drei Sprachkombinationen (De–De, Jp–Jp, De–Jp) als gleiche oder unterschiedliche Sprecherin zu klassifizieren. Die Daten wurden mittels zweier generalisierter linearer gemischter Modelle analysiert, die sowohl personenbezogene Faktoren als auch akustische Merkmale der Stimuli (f0, f0-Umfang, Sprechgeschwindigkeit) berücksichtigten. Teilnehmende mit L1 Deutsch und Japanisch erzielten die höchsten Trefferquoten, gefolgt von L1 Deutsch oder Japanisch; Teilnehmende mit anderen L1 erreichten die niedrigsten Werte. Ein allgemeiner Vorteil homogener Sprachpaare gegenüber gemischten Paaren zeigte lediglich deskriptiv und erreichte nur für L1 Deutsch statistische Signifikanz. Weder ein Haupteffekt der Sprachpaare noch ein generalisierbarer Matching-Effekt zwischen Hörenden- und Sprecherinnen-L1 konnte nachgewiesen werden. Musikalität wirkte sich positiv, höheres Alter negativ auf die Leistung aus; Frauen erzielten signifikant bessere Werte als Männer. Stimmen derselben Sprecherin wurden zuverlässiger erkannt als unterschiedliche. Innerhalb derselben Sprecherin reduzierten größere Differenzen in f0 und Sprechgeschwindigkeit die Genauigkeit, während größere Differenz in Sprechgeschwindigkeit zwischen Sprecherinnen die Identifizierung erleichterte. Die Ergebnisse zeigen, dass die Stimmenidentifizierung primär durch die L1 der Hörenden, individuellen Faktoren und akustischen Unterschieden innerhalb von Stimmpaaren bestimmt wird, während die Sprachkombination der Stimmpaare über alle Gruppen hinweg keinen generalisierbaren Effekt hat.","This study investigated whether listeners could identify the same voice across two different native languages (German, Japanese) and which factors influence this ability. Speech samples from six bilingual female speakers, recorded in both read and spontaneous speech, were evaluated in an online experiment involving 156 participants. Participants were required to classify voice pairs in three language combinations (De–De, Jp–Jp, De–Jp) as originating from the same or a different speaker. The data were analysed using two generalised linear mixed-effects models, which incorporated listener-specific factors and the acoustic properties of the stimuli (f0, f0-range and speech rate). Participants with L1 German and Japanese achieved the highest accuracy, followed by participants with either L1 German or Japanese; participants with other L1s showed the lowest performance. An overall advantage for homogeneous over mixed-language pairs was observed descriptively, reaching statistical significance only for L1 German. No main effect of language pairing or generalisable matching effect between listener and speaker L1 was detected. Higher musical aptitude positively influenced performance, whereas higher age had a negative effect. Female participants performed significantly better than males. Voices from the same speaker were recognised more reliably than those from different speakers. Within-speaker pairs with larger differences in f0 and speech rate reduced accuracy, whereas greater differences in speech rate between speakers facilitated identification. These findings indicate that voice recognition is primarily determined by the L1 of listeners, their individual characteristics and acoustic differences within voice pairs. The language combination of the stimuli does not appear to have a generalisable effect across groups."]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Können Hörende eine Stimme identifizieren, die in zwei verschiedenen L1 spricht?"]}]}],"canonical_facts":{"dc:creator":["Rossow, Vivian"],"dc:date.accessioned":["2026-03-31T12:09:17Z"],"dc:date.issued":["2026-03-31"],"dc:description.abstract":["In dieser Studie wurde untersucht, ob Hörende dieselbe Stimme in zwei unterschiedlichen Erstsprachen (Deutsch, Japanisch) identifizieren können und welche Faktoren diese Leistung beeinflussen. Sprachproben von sechs bilingualen Sprecherinnen in gelesener und spontaner Sprache wurden aufgenommen und in einem perzeptiven Online-Experiment von 156 Teilnehmenden beurteilt. Die Aufgabe bestand darin, Stimmpaare in drei Sprachkombinationen (De–De, Jp–Jp, De–Jp) als gleiche oder unterschiedliche Sprecherin zu klassifizieren. Die Daten wurden mittels zweier generalisierter linearer gemischter Modelle analysiert, die sowohl personenbezogene Faktoren als auch akustische Merkmale der Stimuli (f0, f0-Umfang, Sprechgeschwindigkeit) berücksichtigten. Teilnehmende mit L1 Deutsch und Japanisch erzielten die höchsten Trefferquoten, gefolgt von L1 Deutsch oder Japanisch; Teilnehmende mit anderen L1 erreichten die niedrigsten Werte. Ein allgemeiner Vorteil homogener Sprachpaare gegenüber gemischten Paaren zeigte lediglich deskriptiv und erreichte nur für L1 Deutsch statistische Signifikanz. Weder ein Haupteffekt der Sprachpaare noch ein generalisierbarer Matching-Effekt zwischen Hörenden- und Sprecherinnen-L1 konnte nachgewiesen werden. Musikalität wirkte sich positiv, höheres Alter negativ auf die Leistung aus; Frauen erzielten signifikant bessere Werte als Männer. Stimmen derselben Sprecherin wurden zuverlässiger erkannt als unterschiedliche. Innerhalb derselben Sprecherin reduzierten größere Differenzen in f0 und Sprechgeschwindigkeit die Genauigkeit, während größere Differenz in Sprechgeschwindigkeit zwischen Sprecherinnen die Identifizierung erleichterte. Die Ergebnisse zeigen, dass die Stimmenidentifizierung primär durch die L1 der Hörenden, individuellen Faktoren und akustischen Unterschieden innerhalb von Stimmpaaren bestimmt wird, während die Sprachkombination der Stimmpaare über alle Gruppen hinweg keinen generalisierbaren Effekt hat.","This study investigated whether listeners could identify the same voice across two different native languages (German, Japanese) and which factors influence this ability. Speech samples from six bilingual female speakers, recorded in both read and spontaneous speech, were evaluated in an online experiment involving 156 participants. Participants were required to classify voice pairs in three language combinations (De–De, Jp–Jp, De–Jp) as originating from the same or a different speaker. The data were analysed using two generalised linear mixed-effects models, which incorporated listener-specific factors and the acoustic properties of the stimuli (f0, f0-range and speech rate). Participants with L1 German and Japanese achieved the highest accuracy, followed by participants with either L1 German or Japanese; participants with other L1s showed the lowest performance. An overall advantage for homogeneous over mixed-language pairs was observed descriptively, reaching statistical significance only for L1 German. No main effect of language pairing or generalisable matching effect between listener and speaker L1 was detected. Higher musical aptitude positively influenced performance, whereas higher age had a negative effect. Female participants performed significantly better than males. Voices from the same speaker were recognised more reliably than those from different speakers. Within-speaker pairs with larger differences in f0 and speech rate reduced accuracy, whereas greater differences in speech rate between speakers facilitated identification. These findings indicate that voice recognition is primarily determined by the L1 of listeners, their individual characteristics and acoustic differences within voice pairs. The language combination of the stimuli does not appear to have a generalisable effect across groups."],"dc:identifier.doi":["https://doi.org/10.18452/36968"],"dc:identifier.uri":["https://edoc.hu-berlin.de/18452/37634"],"dc:language.iso":["ger"],"dc:publisher":["Humboldt-Universität zu Berlin"],"dc:rights":["(CC BY 4.0) Attribution 4.0 International"],"dc:rights.uri":["https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"],"dc:subject":["Bilingualität","Stimmenidentifizierung","Stimme","Identifizierung","Mehrsprachigkeit","Muttersprache","Erstsprache","L1","Musikalität","Deutsch-Japanisch","Japanisch","Sprechgeschwindigkeit","f0","f0-Umfang","Grundfrequenz","Perzeption","bilingual speakers","bilingualism","multilingual speech","voice identification","voice perception","speaker discrimination","cross-linguistic voice recognition","first language effect","L1 influence","native language","fundamental frequency","f0 range","speech rate","voice quality","japanese","within-speaker variation","between-speaker variation"],"dc:title":["Können Hörende eine Stimme identifizieren, die in zwei verschiedenen L1 spricht?"],"dc:type":["masterThesis"]},"updated_at":"2026-08-21T16:45:17Z"}