Abstract
dc:description.abstractIn den letzten Jahren ermöglichen immer leistungsstärkere Rechnerkapazitäten neue Formen der Messung, Produktion, Speicherung, Aggregation und Verarbeitung von Daten(mengen) sowie Vernetzung vormals isolierter Datenbestände. Die damit verbundenen Hoffnungen, so ‚bessere‘ Wissensbestände zu generieren, beschäftigen auch das Feld der Stadtforschung und -entwicklung. In Deutschland bündeln sich diese Ambitionen in der nationalen Smart City Charta. Doch wie wurde es möglich, dass im Westlichen Diskurs ‚Wissen‘ oder ‚Information‘ eine derart zentrale Rolle für die Zukunftsfähigkeit von Städten zugewiesen werden konnte? Und was lässt uns denken, dass eine Vernetzung von ‚Information‘ oder ‚Wissen‘ zu ‚besseren‘ Städten beitragen kann? Auf Grundlage genealogischer und diskursanalytischer Ansätze zeichnet diese Arbeit nach, wie die praktische Arbeit an Informations- und Kommunikationstechnologien und das Aufkommen eines bestimmten, kybernetischen Denkstils Anfang des 20. Jh. die Herausbildung eines digitalen Urbanismus mitformte. Fernab der Frage, ob Städte durch datenintensive Steuerungsmethoden tatsächlich ‚besser‘ geplant werden können, beschäftigt sich die Arbeit mit der Art und Weise, wie Stadt im digitalen Urbanismus problematisiert wird. Dies soll die dominante und wichtige Kritik des digitalen Urbanismus als unternehmerisches Projekt dahingehend erweitern, diesen nicht lediglich als geleitet von (falschen) Interessen zu verstehen, sondern stärkeren Fokus auf die Handlungsträgerschaft der eigentlichen technologischen Infrastrukturen zu legen. Eine reale Konsequenz ist, so eine zentrale Hypothese dieser Arbeit, dass historisch gewachsene städtische Probleme im Diskurs des digitalen Urbanismus zunehmend in Informations-/Kommunikationsprobleme umgedeutet werden. Entsprechend können deren Ursachen in einem Informationsdefizit oder mangelnder Vernetzung verortet werden, sodass datenbasierte Lösungen in Form ‚intelligenter‘ Infrastrukturen erstrebenswert erscheinen. Ein solcher digitaler Urbanismus kann dazu neigen, historisch gewachsene urbane Probleme zu depolitisieren und zentrale Begriffe wie Macht, Politik oder soziale Hierarchien in den Hintergrund rücken zu lassen.
Degree
thesis:*- Grantor dc:publisher
- Humboldt-Universität zu Berlin
- Year dc:date.issued
- 2021
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Manteuffel, Bastian
Subjects
dc:subject × 18- STS
- Stadtanthropologie
- Wissensanthropologie
- Critical Data Studies
- Smart Cities
- Digitaler Urbanismus
- Problematisierung
- Intelligente Infrastrukturen
- Anthropologie der Infrastruktur
- Datafication
- Informationalisierung
- Urban Anthropology
- Anthropology of Knowledge
- Digital Urbanism
- Problematization
- Intelligent Infrastructures
- Anthropology of Infrastructures
- Informationalization
Rights
dc:rights- Statement dc:rights
-
- (CC BY-NC-SA 4.0) Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language.iso
- eng