Abstract
dc:description.abstractErfolgreiche Kommunikation basiert unter anderem auf dem korrekten Gebrauch und der angemessenen Interpretation von Informationsstruktur. Ein essentieller Aspekt von Informationsstruktur ist Fokus. Nach Auffassung der Alternativensemantik von Rooth (1985, 1992) hat Fokus die grundlegende Funktion kontextuell relevante Alternativen zum fokussierten Element zu evozieren. Diese theoretische Annahme wurde bereits von experimentellen Studien untermauert, die Evidenz dafür lieferten, dass Alternativen tatsächlich kognitiv reale Entitäten darstellen, die während der Verarbeitung von Fokus aktiviert werden. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Elemente Teil dieses Alternativensets sind, das bei der Fokusverarbeitung aktiviert wird. Genauer gesagt ist das Ziel dieser Arbeit zwischen der permissiven Theorie von Rooth (1985, 1992) und der restriktiven Theorie von Wagner (2006, 2012) zu urteilen, die beide unterschiedliche Annahmen zum Umfang von Alternativensets machen. Um die beiden Theorien entweder durch experimentelle Evidenz zu unterstützen oder aber ihre Annahmen in Frage zu stellen, wurde ein Experiment mit einem cross-modalen Primingparadigma durchgeführt. Die Versuchsteilnehmer hörten zunächst einen kurzen Dialog, der ein fokussiertes Adjektiv enthielt und absolvierten anschließend eine lexikalische Entscheidungsaufgabe auf Basis eines visuell präsentierten Zielwortes. Dieses Zielwort war entweder eine Alternative nach Auffassung der permissiven Theorie, eine Alternative nach Auffassung der restriktiven Theorie oder aber ein unrelatiertes Wort, das keine Alternative für das fokussierte Adjektiv darstellte. Die zugrundeliegende Logik dieses Aufbaus ist die Annahme, dass ein Zielwort während der Verarbeitung des fokussierten Wortes aktiviert werden sollte, wenn es Teil dessen Alternativensets ist. Diese Aktivierung sollte die anschließende lexikalische Entscheidungsaufgabe dann in positiver Weise beeinflussen. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass beide Typen von Alternativen während der Verarbeitung der fokussierten Elemente aktiviert worden sind und Hörer demzufolge ein relativ breit angelegtes Set von Fokusalternativen zu erwägen scheinen. Diese Erkenntnisse stützen somit die permissive Theorie von Rooth (1985, 1992).
Degree
thesis:*- Grantor dc:publisher
- Humboldt-Universität zu Berlin
- Year dc:date.issued
- 2018
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Ndao, Anna-Lisa
Subjects
dc:subject × 7Rights
dc:rights- Statement dc:rights
-
- (CC BY-NC-ND 3.0 DE) Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language.iso
- ger