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Universität Heidelberg

Schule in der Global City New York - multikulturelle Gesellschaften zwischen Leistung, Integration und Chancengleichheit

Abstract

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New Yorks Schulsystem ist eines der multilingualsten und multikulturellsten der Welt. Mit Schulen, in denen bis zu 60 verschiedene Sprachen gesprochen werden, und einer Schülerpopulation, in der nahezu jede Nationalität und Konfession vertreten ist und sich viele verschiedene ethnische und soziale Gruppen wiederfinden, spiegelt es die Heterogenität der globalen Einwandererstadt exakt wider. Mehr als 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler besuchen insgesamt mehr als 1.200 öffentliche Schulen, in denen rund 78.000 Lehrkräfte unterrichten. Es ist das größte städtische Schulsystem der USA und eines der größten und ältesten der Welt, das auf mittlerweile mehr als 150 Jahre formale öffentliche Schulbildung zurückblicken kann. Die Ergebnisse, die dieses öffentliche Schulsystem produziert, sind jedoch nicht zufriedenstellend, weder vor dem Hintergrund der Chancengleichheit und der Integrationsbemühungen noch vor den Leistungsanforderungen im Zeitalter der Informationsgesellschaft. Die Leistungsprofile und Bildungsabschlussquoten sind relativ gering und variieren stark zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen. Rund 30 Prozent eines Schülerjahrgangs schließt die Schule nicht mit einem high school diploma ab und wird zu einem Dropout. Besonders geringe Schulleistungen und Abschlussquoten weisen die ethnischen Gruppen African Americans und Hispanics auf. New York City strebt nach einem hohen Leistungsprofil aller Schüler, nach Integration und gleichen Bildungschancen für alle, bisher scheint es von diesen Zielen aber weit entfernt zu sein. Die vorliegende Dissertaion beinhaltet eine bildungsgeographische Analyse des öffentlichen Schulsystems von New York City und seiner Schülerschaft, unter Einbeziehung von aktuellen Reformmaßnahmen. Sie gibt Aufschluss über die sozial-räumlichen und strukturellen Ursachen für die Bildungsdisparitäten und deckt die Komplexität und Wechselwirkungen der Faktoren auf. Disparitäten im Bildungsverhalten der Schülerinnen und Schüler im öffentlichen Schulwesen von New York City bilden die Ausgangsbasis der Arbeit (Kapitel 2). In Kapitel 3 werden die Haupteinflussfaktoren des Bildungsverhaltens aufgelistet und vorgestellt. Sie sind vielfältig, umfassen die gesamte Lebenswelt eines Menschen und erklären die existierenden Disparitäten. Der Raum spielt hierbei eine besondere Rolle: er wird von sozialen, ökonomischen und kulturellen Faktoren, Strukturen und Prozessen geprägt, verstärkt und gestaltet diese aber zugleich mit. Er tritt hierbei sowohl in seiner materiell-physischen Form als auch in seiner sozial-konstruierten Form und schließlich im Sinne eines Ergebnisses von Handlungen in den Vordergrund. New York weiß um seine Defizite im Schulsystem und befürchtet, im Zuge der Globalisierungsprozesse die Führungsposition in der Weltwirtschaft verlieren zu können und in sozialen Problemen zu versinken. Die Stadt weist deshalb eine Fülle von schulischem Reformmaßnahmen auf, die in Kapitel 4 vorgestellt und analysiert werden. Auch hier spielen räumliche Konstellationen und Faktoren eine wichtige Rolle. So haben die Maßnahmen nicht in allen Schuldistrikten und Schulen die gleichen Auswirkungen und sie sind nicht überall in gleicher Weise oder Geschwindigkeit einführbar. Multikulturelle Städte - und nicht nur diese - müssen bei der Gestaltung ihrer Schulsysteme ihre sozialräumlichen Konstellationen genau betrachten und mit ihnen arbeiten. Denn sozialräumliche Disparitäten transformieren in (räumliche) Disparitäten im Schulsystem und führen zu Disparitäten im Bildungsverhalten der Schülerschaft, zu Chancenungleichheit und zu erschwerter Integration. Unter starken Benachteiligungen leiden verschiedene Minderheitengruppen, deren Bildungsverhalten durch räumliche Strukturen und Prozesse in vielfacher Weise negativ beeinflusst werden. Ferner bewirken die Komplexität und die Wechselwirkungen der Faktoren, dass Einzelmaßnahmen stets nur mäßige Erfolge zeigen. Zentral ist deshalb, die Komplexität der Einflussfaktoren auf das Bildungsverhalten eines Kindes zu erfassen, zu verstehen und sie bei der Gestaltung des Schulsystems einzubeziehen. Ein bildungsgeographischer Ansatz kann hierbei große Hilfe leisten. Eine räumliche Analyse hilft, die Komplexität der das Bildungsverhalten bestimmenden Faktoren und deren Wechselwirkungen aufzudecken und zu verstehen. Ferner kann erarbeitet werden, in welchem Maße multikulturelle Schulsysteme Standards und zentrale Strukturen benötigen und wo ein gewisser Grad der Flexibilität und lokalen Autonomie notwendig und sinnvoll ist.

Degree

thesis:*
Level thesis:degree_level
thesis.doctoral
Grantor dc:publisher
Universität Heidelberg
Year
2003

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Messow, Eike C. F.
Contributors dc:contributor
  • Meusburger, Peter

Identifiers

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Repository record source_url
http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/3692
OAI identifier oai:identifier
oai:archiv.ub.uni-heidelberg.de:3692

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Universität Heidelberg
Base URL
archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/cgi/oai2
Last updated
2026-07-24
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OAI-PMH GetRecord
citation

Messow, Eike C. F.. Schule in der Global City New York - multikulturelle Gesellschaften zwischen Leistung, Integration und Chancengleichheit. thesis.doctoral thesis, Universität Heidelberg, 2003. http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/3692