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Georg-August-Universität Göttingen

Allgemeinärztliche Beurteilungen und Einstellungen zur Sterbehilfe

Abstract

dc:description

Zielsetzung: Empirische Erhebung von Beurteilungen und Einstellungen deutscher Allgemeinärzte zur Sterbehilfe. Design: Deutschlandweite anonyme postalische Fragebogenerhebung Methoden: 500 Allgemeinärzte aus ganz Deutschland wurden nach Randomisation aus dem Telefonverzeichnis der deutschen Telekom ausgewählt. Diesen wurde per Post ein vorher bereits pilotierter Fragebogen mit einem bereits frankierten Rückumschlag zugesendet. In dem Fragebogen wurden die Teilnehmer über Entscheidungen todkranker Patienten in hypothetischen Fallvignetten befragt. Außerdem sollten sie über Einstellungen und Handlungsweisen gegenüber Sterbehilfe Auskunft geben. Einen Monat nach dem Versenden der Fragebögen wurde ein Erinnerungsschreiben an alle Teilnehmer geschickt. Ergebnisse: Der Fragebogen wurde von 233 der 481 erreichbaren Allgemeinärzte zurückgesendet, was einer Antwortrate von 48% entspricht. Obwohl die Möglichkeit, Sterbehilfe durchzuführen in den Fallvignetten nur sehr selten gewählt wurde, hielten 35% bzw. 80% der Teilnehmer die aktive bzw. passive Sterbehilfe für ein akzeptables Vorgehen. Als Hauptargument für die Durchführung von Sterbehilfe wurden nicht beherrschbare Schmerzen und das Ermöglichen eines würdevollen Sterbens genannt - hingegen wurde die Möglichkeit eines Missbrauches von Sterbehilfe und einer ärztlichen Fehleinschätzung als Hauptgrund dagegen benannt. 79% der antwortenden Ärzte hielten einen Vergleich zwischen der Euthanasie im sog. "Dritten Reich" und der Durchführung von Sterbehilfe heutzutage für nicht gerechtfertigt. 62% hatten bereits Nachfragen nach aktiver und 73% nach passiver Sterbehilfe erhalten. 13% der Teilnehmer gaben an, bereits selbst aktive Sterbehilfe durchgeführt zu haben, 38% hatten passive Sterbehilfe durchgeführt. Im Falle einer Legalisierung von Sterbehilfe gaben 18% bzw. 59% an, aktive bzw. passive Sterbehilfe durchführen zu wollen. Schlussfolgerungen: Die meisten deutschen Allgemeinärzte befürworteten die Durchführung palliativmedizinischer Maßnahmen bei todkranken Patienten. Nichtsdestotrotz waren bei ihnen Nachfragen und die Durchführung von Sterbehilfe nicht selten. Der Großteil der befragten Ärzte hielt eine gesetzliche Regelung zur Sterbehilfe als Entscheidungshilfe am Lebensende für erforderlich. Die spezielle deutsche Geschichte stellte keinen entscheidenden Einflussfaktor bei Einstellungen und Verhaltensweisen zur Sterbehilfe dar.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Harfst, Anja
Contributors dc:contributor
  • Kochen, Michael M. Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 11

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-770
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-232-4
webdoc-232
509070841
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B5B4-8

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source
Harvested from
Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Harfst, Anja. Allgemeinärztliche Beurteilungen und Einstellungen zur Sterbehilfe. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-B5B4-8