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Georg-August-Universität Göttingen

Die Kraft der Einbildung. Wie mentales Imagery die Wahrnehmung ängstlicher Gesichter verändert. Eine fMRT-Studie.

Abstract

dc:description

Erwartungen und Erfahrungen beeinflussen signifikant die Wahrnehmung unserer Umwelt. Auf persönlichen Erfahrungen basierende Vorstellungen (prädiktive Codes) bezüglich der Eigenschaften eines Stimulus können das perzeptuelle System auf ein Ereignis vorbereiten und sogar zu Fehlwahrnehmungen führen. In der vorliegenden fMRT-Studie wurde der Einfluss einer fehlleitenden Erwartung und der Anwendung einer mentalen Imagery-Strategie auf die folgende emotionale Perzeption untersucht. Dazu absolvierten die Probanden ein Emotions-Evaluations-Paradigma, in welchem sie den Grad der Ängstlichkeit eines durch einen Cue (Hinweisreiz) angekündigten Gesichtsausdruckes nach mentalem Imagery desselben bewerteten. Die fehlleitende Erwartung wurde durch einen falschen Cue hervorgerufen, welcher ein weniger ängstliches Gesicht ankündigte, als dann tatsächlich präsentiert wurde. Hierdurch kam es zur Etablierung eines prädiktiven Bias, welcher zu einer signifikanten Veränderung der Wahrnehmung ängstlicher Gesichter und der Illusion reduzierter Ängstlichkeit führte. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen eine Modulation der antizipatorischen Aktivität in der Fusiformen Face Area (FFA) durch den Grad der Ängstlichkeit der mental simulierten Gesichtsausdrücke. Weiterhin zeigte sich eine Modulation der fusiformen Aktivität durch regulatorische top-down-Einflüsse präfrontaler Areale während intensitäts-spezifischen antizipatorischen Imagerys, wodurch das perzeptuelle System auf den Stimulus vorbereitet und eine Fehlwahrnehmung reduzierter Ängstlichkeit (des tatsächlich stark ängstlichen Gesichts) gebahnt wird. Während dieser imagerybedingten Fehlwahrnehmung reduzierter Ängstlichkeit zeigte sich einerseits verstärkte perzeptuelle Aktivität in Hirnarealen, die in die affektive Bewertung und die kontextuelle Einordnung von Stimuli sowie in die Emotionsregulation involviert sind. Gleichzeitig zeigte sich reduzierte Aktivität in Hirnregionen, welche an der stimulus-bezogenen (bottom-up) Verarbeitung salie nter Reize, sowie an Arousal- und Aufmerksamkeitsprozessen beteiligt sind. Somit könnte antizipatorisches mentales Imagery eine geeignete vorbereitende Strategie darstellen, mit deren Hilfe die (emotionale) Perzeption signifikant verändert werden kann.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Kipshagen, Hanne Elisabeth
Contributors dc:contributor
  • Gruber, Oliver Prof. Dr.
  • Nitsche, Michael Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 16

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-957
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2854-8
webdoc-2854
66826957X
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B1BB-B

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source
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Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Kipshagen, Hanne Elisabeth. Die Kraft der Einbildung. Wie mentales Imagery die Wahrnehmung ängstlicher Gesichter verändert. Eine fMRT-Studie.. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-B1BB-B