Georg-August-Universität Göttingen
Untersuchungen zum Atemwegsmanagement bei präklinischen Kindernotfällen
Abstract
dc:descriptionZiel der vorliegenden Untersuchung war es, detaillierte Daten über die Charakteristika präklinischer endotrachealer Intubationen (ETI) von Kindern und deren Outcome zu erhalten, wenn sie von anästhesiologisch weitergebildeten Notärzten durchgeführt werden. Material und Methodik: Wir führten eine prospektive Observationsstudie in einem Acht-Jahres-Zeitraum an den Notarztstandorten des Zentrums Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin (ZARI) der Universitätsmedizin Göttingen durch. In die Untersuchung eingeschlossen wurden alle Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren, die präklinisch endotracheal intubiert wurden. Die ETI wurden entweder von Studiennotärzten des ZARI durchgeführt (Gruppe 1) oder von primär versorgenden Notärzten (Gruppe 2), mit sekundärer Übernahme des Patienten durch die Studienärzte. Ergebnisse: 82 von insgesamt 2040 Kindernotfällen (4,0%) erfüllten die Einschlusskriterien (58 in Gruppe 1, 24 in Gruppe 2). Die führenden Diagnosen waren Traumata (50,0%), Krampfanfälle (13,4%) und der plötzliche Kindstod (12,2%). Mit Ausnahme eines Säuglings, welcher schließlich mit einer Larynxmaske versorgt wurde, konnten alle Kinder der Gruppe 1 erfolgreich intubiert werden (98,3%). Im Vergleich zu den älteren Kindern gab es bei Säuglingen eine höhere Inzidenz einer erschwerten laryngoskopischen Sicht und einer schwierigen Intubation (je 23,1%) sowie signifikant geringere Erfolgsraten im ersten Intubationsversuch (p = 0,04). Intubationszwischenfälle traten in 25,0% der Patienten der Gruppe 2 und 6,0% der Fälle der Gruppe 1 auf. Von allen 82 Kindern überlebten 71 (86,6%) bis zur Krankenhausaufnahme und 63 (76,8%) bis zur Entlassung. Von den 63 überlebenden Kindern zeigten 54 (85,7%) ein gutes oder unverändertes neurologisches Outcome. Überlebensrate und neurologisches Outcome in der Altersgruppe der Säuglinge waren signifikant schlechter als bei Klein- und Schulkindern (p < 0,001). Im Durchschnitt führte ein Notarzt eine ETI bei einem Kind alle drei Jahre, bei einem Kleinkind alle acht Jahre und bei einem Säugling alle 13 Jahre durch. Schlussfolgerungen: Anästhesiologisch weitergebildete Notärzte führten die präklinische ETI bei Kindern mit einer hohen Erfolgsrate durch. Überlebensrate und neurologisches Outcome waren besser als in vergleichbaren Studien. Die frühe und versierte ETI kann für kritisch kranke und verletzte Kinder einen individuellen Versorgungs- und Überlebensvorteil mit sich bringen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Nemeth, Marcus
- Contributors dc:contributor
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- Quintel, Michael Prof. Dr.
- Sigler, Matthias PD Dr.
Subjects
dc:subject × 18Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-911
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2773-8
webdoc-2773
647351072 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B176-7