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Georg-August-Universität Göttingen

Zum Problem der Netzschrumpfung in der Hernienchirurgie

Abstract

dc:description

Einleitung. Unter der Annahme, dass moderne Kunststoffnetze in der Hernienchirurgie nach ihrer Implantation um bis zu 40% ihrer Ausgangsgröße schrumpfen, werden heutzutage überdimensionierte Netze mit einem zirkulären Sicherheitsabstand von ca. 5 cm um den eigentlichen Fasziendefekt implantiert. Bei kritischer Prüfung der bislang publizierten Daten gibt es für dieses klinisch relevante Problem einer vermeintlichen Netzschrumpfung keine valide, geschweige denn eine evidenzbasierte Datengrundlage.Patienten und Methoden. Im Rahmen einer klinischen, prospektiv-randomisierten Doppelblindstudie wurden 50 Patienten mit ventralen Bauchwandhernien in offener Sublay-Technik mit speziell angefertigten, röntgendichten Polypropylen (PP)-Netzen operiert. 27 Patienten erhielten ein konventionelles, schwergewichtiges PP-Netz (P-Gruppe), 23 ein leichtgewichtiges PP-Netz (NK-Gruppe). Mit Genehmigungen des Bundesamtes für Strahlenschutz, des Gewerbeaufsichtsamts Göttingen und der Ethikkommission der Universitätsmedizin Göttingen wurden alle Patienten insgesamt 2 Jahre postoperativ nachuntersucht, einschließlich konventioneller Abdomenübersichtsröntgenaufnahmen nach 7 Tagen, 3 Wochen, 4, 12 und 24 Monaten sowie einer Abdomencomputertomographie nach 7 Tagen und 4 bzw. 12 Monaten. Primäres Zielkriterium war das Ausmaß der Netzschrumpfung, sekundäre Kriterien waren die Rezidiv- und Komplikationsrate sowie die Lebensqualität im Vergleich der beiden Gruppen P und NK.Ergebnisse. Bei einer Follow-up-Rate von 100% konnte bei 46 Patienten (92%) keinerlei Netzschrumpfung gemessen werden. Lediglich 4 Netze aus der P-Gruppe (8%) zeigten eine Schrumpfung (einmal um 22,2%, 2-mal um 8%, einmal um 3%). Hernienrezidive wurden nicht gefunden. Jeweils ein Serom in der P- und ein Hämatom in der NK-Gruppe mussten chirurgisch revidiert werden. Der Lebensqualitätsindex zeigte in beiden Gruppen einen nahezu linearen Anstieg bis zum 2-Jahres-Follow-up mit Vorteilen für die NK-Gruppe. Schmerz- und Aktivitätsscores erreichten ein Jahr postoperativ annähernd Normalwerte, signifikante Unterschiede zwischen den Netzgruppen fanden sich nicht. Schlussfolgerungen. PP-Netze nach unkomplizierter Bauchwandhernienversorgung schrumpfen grundsätzlich nicht. Eine mäßige Schrumpfung findet sich im Einzelfall eher bei schwergewichtigen Netzen. Unter kontrollierten Bedingungen sind die Rezidiv- und Komplikationsraten für schwer- und leichtgewichtige PP-Netze identisch. Die Lebensqualität nach Netzimplantation verbessert sich noch bis zum 2. Jahr postoperativ mit tendenziell besserem Ergebnis für die leichtgewichtigen Netze. Schmerzfreiheit und volle Alltagsbeweglichkeit werden nach einem Jahr erreicht ohne signifikante Unterschiede zwischen den leicht- und schwergewichtigen Netzen.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Forster, Henrik
Contributors dc:contributor
  • Langer, Claus Prof. Dr.
  • Engelke, Christoph Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 12

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-910
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2768-0
webdoc-2768
390134651
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B175-9

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source
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Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Forster, Henrik. Zum Problem der Netzschrumpfung in der Hernienchirurgie. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-B175-9