Georg-August-Universität Göttingen
Charakterisierung von Patienten mit Typ-1-Diabetes, die bis 2002/2003 mit täglich zwei Injektionen von Depot-Insulin Hoechst CR oder CS behandelt wurden
Abstract
dc:descriptionFragestellung: Die Behandlung eines Typ 1-Diabetes erfolgt heute nach dem Standard der intensivierten Insulintherapie. Dennoch sind bis zur Beendigung der Herstellung von Depot-Insulinen tierischer Herkunft einige Patienten bei einer Therapie mit den Präparaten Depot CR bzw. CS der Firma Aventis geblieben. Die vorliegende Erfassung gilt dem Ziel, diese Patienten zu charakterisieren.Patienten und Methodik: 53 konsekutive Patienten mit Typ 1-Diabetes, bei denen eine Umstellung der Insulinbehandlung vorgenommen wurde (Alter 65 12 J., BMI 25.2 3.3 kg/m2) wurden mit 53 Patienten unter intensivierter Therapie (Alter 47 18 J.; p 0.0001, BMI 25.3 4.1 kg/m2) verglichen. 39 Patienten beantworteten einen Fragebogen zur Therapiezufriedenheit mit Depot-Insulin Hoechst® CR/CS bzw. der anschließend durchgeführten intensivierten Insulintherapie. Statistische Analyse: ANOVA, Kontingenz-Tafeln.Ergebnisse: Bei gleichem Manifestationsalter (28 15 vs. 26 15 J.; p = 0,56) waren Patienten unter Therapie mit Depot CR/CS älter und länger mit dieser Therapie behandelt worden (30 12 J. vs. 7 5 J.; p 0.0001). Trotz gleicher Gesamt-Kohlenhydrat-Zufuhr waren die Hauptmahlzeiten bei Patienten unter Depot-Insulin Hoechst® CR/CS kleiner und die Zwischenmahlzeiten größer (p 0.05). Die Anzahl der Injektionen (2.1 0.7 vs. 5.5 1.3, p 0.0001) und der Insulin-Injektions-Zeitpunkte (2.0 0.5 vs. 3.8 0.5, p 0.0001) unterschieden sich deutlich. Der HbA1c-Wert (normal 6.1 %) war vergleichbar (7.5 1.1 vs. 7.5 1.1 %, p = 0.95). Die Häufigkeit schwerer (innerhalb 3 Monate) und aller (pro Woche, Selbstauskunft) Hypoglykämien unterschied sich nicht signifikant. Systolischer Blutdruck, Hypertonusprävalenz und Antihypertensivabedarf waren höher bei Patienten mit Depot-Insulin Hoechst® CR/CS (alle p 0.05). Das LDL-Cholesterin war höher (133 38 vs. 117 27 mg/dl, p = 0.02), makrovaskuläre Komplikationen häufiger (Z. n. Myokardinfarkt, ACVB, koronarangiographisch nachgewiesene KHK, alle p 0.05). Die Häufigkeit mikrovaskulärer Folgeschäden unterschied sich nur geringfügig. Nach Umstellung auf intensivierte Insulin-Therapie erkannten viele Patienten typische Vorteile dieses Behandlungs-Regimes, gaben aber zu erkennen, dass in der Gesamtbewertung für ca. die Hälfte Depot-Insulin Hoechst® CR/CS nach wie vor bevorzugt würde.Schlussfolgerung: Mit den Insulinpräparaten Depot-Insulin Hoechst® CR und CS gelang es selektierten Patienten, mittels 2 Injektionen pro Tag eine Stoffwechselkontrolle wie bei intensivierter Therapie zu erreichen und mikrovaskulären Komplikationen mindestens genauso gut vorzubeugen. Höheres Lebensalter und eine erhöhte Hypercholesterinämie- und Hypertonus-Prävalenz erklären häufigere makrovaskuläre Folgeschäden. Ein erheblicher Anteil dieser selektierten Patienten würde weiterhin Depot-Insulin Hoechst® CR/CS einsetzen, wenn es weiter verfügbar wäre.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Scheepker, Anja
- Contributors dc:contributor
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- Nauck, Michael Prof. Dr.
- Raddatz, Dirk Prof. Dr.
- Virsik-Köpp, Patricia Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 14Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-887
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2695-9
webdoc-2695
641243162 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B140-0