Georg-August-Universität Göttingen
Untersuchungen über die Breitenrelation der Frontzähne und deren Missverhältnisse
Abstract
dc:descriptionEine eugnathe Verzahnung im Frontzahnbereich ist beim Abschluss einer kieferorthopädischen Behandlung sowohl aus funktioneller als auch aus ästhetischer Sicht von größter Bedeutung. Seit über 50 Jahren findet der Bolton-Index zur Diagnose einer Zahngrößendiskrepanz im Frontzahnbereich Verwendung. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Validität des Bolton-Index zu überprüfen und eine neue Methode anzugeben, die eine zuverlässigere Diagnose einer Zahngrößendiskrepanz ermöglicht. Zu diesem Zweck wurden 89 Modelle von Patienten nach kieferorthopädischer Behandlung ausgewählt. Diese zeigten ausgeformte Zahnbögen und die Unterkieferfrontzähne standen mit den Palatinalflächen der Oberkieferfrontzähne in Kontakt. Die Modelle wurden nach Klasse-I- (n = 45) und Klasse-II-Verzahnung (n = 44) im Eckzahnbereich unterteilt. An allen Modellen wurden die Frontzahnbogenlängen im Oberkiefer palatinal auf unterschiedlichen vertikalen Messhöhen mit Hilfe eines 3D-Digitizers bestimmt. Im Unterkiefer erfolgte die Vermessung entlang der Inzisalkante. Die Messung mit dem 3D-Digitizer diente als Goldstandard für die Überprüfung der Validität des Bolton-Index und der neu vorgestellten Methode. Zur Bestimmung des Bolton-Index wurden die mesio-distalen Zahnbreiten mit einer digitalen Schieblehre von vestibulär gemessen. Im Gegensatz zum Bolton-Index wurde bei dem neuen Verfahren die maximale Frontzahnbogenlänge im Oberkiefer palatinal auf Höhe der Kontaktpunkte von jeweils Mitte der beiden Eckzähne bestimmt. Eine Zahngrößendiskrepanz lag vor, wenn die Bogenlänge im Unterkiefer größer als die im Oberkiefer war. Statistisch hoch signifikante Unterschiede wurden für die Oberkieferfrontzahnbogenlänge (p ≤ 0,003) und den Bolton-Index (p < 0,001) zwischen Klasse-I- und Klasse-II-Patienten gefunden. Es konnte kein signifikanter Unterschied für die Unterkieferfrontzahnbogenlänge (p = 0,673), den Overbite (p = 0,110) und Overjet (p = 0,927) gefunden werden. Mit Hilfe der Regressionsanalyse wurde ein linearer Zusammenhang für die Abnahme de r Oberkieferfrontzahnbogenlänge in Abhängigkeit der vertikalen Messhöhe festgestellt. Die Überprüfung der Validität des Bolton-Index ergab, dass die Spezifität (0,63 bei 1 SD, 0,91 bei 2 SD) und Sensitivität (1 bei 1 SD, 0,44 bei 2 SD) nicht ausreichend waren. Das neue Verfahren zeigte eine Spezifität von 0,95 und eine Sensitivität von 1. Die Fläche unter der ROC-Kurve war mit 0,98 sehr groß, so dass die Methode als valide betrachtet werden konnte. Deshalb sollte zur Diagnose von Zahngrößendiskrepanzen im Frontzahnbereich dem in dieser Arbeit vorgestellten Verfahren eindeutig der Vorzug gegeben werden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Göttsche, Wiebke
- Contributors dc:contributor
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- Sadat-Khonsari, Reza Prof. Dr.
- Mausberg, Rainer Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 13Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-883
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2688-6
webdoc-2688
645162604 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B134-C