Georg-August-Universität Göttingen
Palliativmedizin und Notfallmedizin: Zwei unterschiedliche medizinische Bereiche - Kenntnisse und Wünsche notfallmedizinischen Personals
Abstract
dc:descriptionIn den letzten Jahren gewinnt die ambulante Versorgung von Palliativpatienten, auch in fortgeschrittenen Stadien ihrer Erkrankung, zunehmend an Bedeutung. Palliativmedizinisch orientierte Notfälle machen etwa 3% aller präklinischen Notfälle aus. Daraus ergibt sich, dass Notärzte und Rettungsassistenten immer öfter mit palliativmedizinisch orientierten Notfällen, Patientenverfügungen und den daraus resultierenden ethischen Problemen konfrontiert werden. In einem Zeitraum von sechs Monaten wurden 250 Rettungsassistenten aus zwei deutschen Rettungsdienstbereichen (Göttingen und Braunschweig) sowie 150 Notärzte aus drei deutschen Rettungsdienstbereichen (Göttingen, Braunschweig und Kaiserslautern) über ihre Erfahrungen bezüglich Palliativmedizin, palliativmedizinischen Notfällen und den Umgang mit Patientenverfügungen befragt. Zur Durchführung wurde ein spezieller Fragebogen entwickelt. Die Rücklaufquote der Rettungsassistenten betrug im festgelegten Zeitraum 64,8 % (n=162). Die meisten der interviewten Rettungsassistenten (91,4% n=148) wurden bereits dienstlich mit palliativen Notfallsituationen konfrontiert. 47,6% fühlten sich unsicher in der psychosozialen Versorgung dieser Patienten.. 84% der Rettungsassistenten hatten unsichere Kenntnisse bezüglich Patientenverfügungen. 72,8% waren bereits an der Versorgung von Patienten mit vorliegenden Patientenverfügung beteiligt. In 42,8% dieser Fälle wurde die Therapieentscheidung durch diese Patientenverfügungen beeinflusst. Die Rücklaufquote Notarztbefragung betrug 69% (n=104). Die meisten der Befragten (89% n=93) wurden bereits mit palliativmedizinischen Notfällen konfrontiert. Unsicherheiten im Umgang mit diesen schwierigen Situationen, besonders im Bereich der psychosozialen Versorgung gaben 50% an. Die Notfallversorgung von Palliativpatienten ist eine Herausforderung für Rettungsassistenten und Notärzte. Die meisten interviewten Rettungsassitenten und Notärzte zeigen Unsicherheiten, insbesondere in der psychosozialen Versorgung der Patienten und im Umgang mit Patient enverfügungen. Die medizinische Aus- und Weiterbildung sollte in diesen Bereichen verbessert werden, um eine patientenorientierte und adäquate Versorgung von Palliativpatienten und deren Angehörigen in Notfallsituationen zu gewährleisten.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Ruppert, David
- Contributors dc:contributor
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- Graf, Bernhard Prof. Dr.
- Nauck, Friedemann Prof. Dr.
- Simon, Alfred PD Dr.
Subjects
dc:subject × 11Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
-
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-870
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2666-4
webdoc-2666
645176699 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B10D-6