Georg-August-Universität Göttingen
Klinische Vergleichsstudie der konventionellen Parodontalsonde mit der Florida Probe an parodontal gesunden und erkrankten Patienten
Abstract
dc:descriptionUm den Verlauf einer Parodontitis-Therapie einschätzen zu können, sind Messungen der Sondierungstiefen und des Attachmentverlusts unverzichtbar. Veränderungen über die Zeit lassen sich jedoch nur dann feststellen, wenn die Messungen reproduzierbar sind. Ziel dieser klinischen Studie war es, die Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit der kraftkalibrierten und computergebundenen Florida Probe im Vergleich zur konventionellen Parodontalsonde zu untersuchen. Es wurden insgesamt 42 Probanden (34 Männer und 8 Frauen) im Alter von 34 ± 10 Jahren untersucht. Durchschnittlich waren 26 Zähne pro Person vorhanden. Der Untersucher wurde vorab kalibriert (kappa-Wert > 0,8). Die Messungen der Sondierungstiefen erfolgten mit einer Millimeter-skalierten Parodontalsonde (UNC15) und der Kraft-kalibrierten Florida Probe an 6 definierten Messstellen pro Zahn. Jeder Proband wurde abwechselnd mit beiden Instrumenten zwei Mal im Abstand von jeweils 7 bis 14 Tagen untersucht. Die statistische Auswertung erfolgte mit nicht-parametrischer ANOVA. Insgesamt fielen 26556 Messpunkte mit einem Sondierungsbereich von 1 - 10 mm an. Jeder Messdurchgang umfasste 6639 Messwerte. Die mit der Parodontalsonde gemessenen Werte unterschieden sich signifikant von den mit der Florida Probe gemessenen Sondierungstiefen (p<0,01). Im Allgemeinen lieferte die Parodontalsonde höhere Sondierungswerte. Die durchschnittliche Sondierungstiefe betrug bei der Parodontalsonde 2,30 mm ± 1,00 mm und bei der Florida Probe® 1,85 mm ± 0,83 mm. Die Messunterschiede betrafen vor allem die Seitenzahnsextanten; in den beiden Frontzahnsextanten waren sie geringer. Die Unterschiede zwischen den beiden Sonden waren allerdings in allen Sextanten signifikant (p<0,01). Die Florida Probe lieferte bei der Messwiederholung (1,81 mm ± 0,82 mm) signifikante korrelierte Werte zum ersten Messdurchgang (1,89 mm ± 0,84 mm) (R=0,73; p<0,01). Bei der konventionellen Parodontalsonde war der erste Messzeitpunkt (2,31 mm ± 1,02 mm) ebenfalls signifikant mit dem zweiten Messzeitpunkt (2,30 mm ± 0,98 mm) korreliert (R=0,80; p<0,01). Die Messwerte beider Sonden korrelierten miteinander (Pearson s R=0,83), allerdings nahm die prozentuale Übereinstimmung mit höheren Sondierungswerten ab. Schlussfolgernd kann gesagt werden:1. Die Standardabweichung der Messergebnisse beider Sonden lagen in einem klinisch tolerablen Bereich von 1 mm. Beide Sonden zeigten statistisch signifikant reproduzierbare Werte.2. In Praxen mit dem Schwerpunkt Parodontaltherapie (regelmäßige Wiederholungsuntersuchungen, verschiedene Untersucher, Patientenmotivation) scheint die Florida Probe durch die Audioansage, direkte digitale Speicherung, schematische Darstellung und Arbeiten ohne Assistenz deutliche Vorteile zu haben.3. Die Parodontalsonde zeigte eine bessere Reproduzierbarkeit und Taktilität als die Florida Probe. Damit gilt die Parodontalsonde weiterhin als Goldstandard für Einzel- und Initialuntersuchungen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Janssen, Rainer
- Contributors dc:contributor
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- Mausberg, Rainer Prof. Dr.
- Hahn, Wolfram PD Dr.
- Oppermann, Martin Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 13- 610 Medizin, Gesundheit
- Medicine
- Florida Probe
- Parodontale Untersuchung
- Kraftkalibrierte Parodontalsonde
- Druckkalibrierte Parodontalsonde
- Vergleichsstudie
- Parodontitis
- periodontal investigation
- force controlled periodontal probe
- pressure controlled periodontal probe
- 44.96 Zahnmedizin
- MED 564 Parodontologie
Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
-
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-862
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2652-5
webdoc-2652
640438865 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AFEE-C