Georg-August-Universität Göttingen
Veränderungen der Morphologie und des Migrationsverhaltens unter dem Einfluss von Wnt5a und DKK-1 bei Brustkrebszellen
Abstract
dc:descriptionBei näherer Betrachtung der Bedeutung von Interaktionen zwischen Tumorzellen und den umgebenden Stromazellen bei der Tumorprogression konnte in Vorarbeiten bereits gezeigt werden, dass Wnt5a die Invasivität der wenig invasiven Brustkrebszelllinie MCF-7 über den nicht-kanonischen Signalweg via Jun-N-terminale Kinase (JNK) steigert. Die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführte Analyse der morphologischen Veränderungen mittels Immunfluoreszenzfärbung des ß-Aktin in MCF-7-Zellen unter dem Einfluss von Wnt5a zeigt, dass dieses über den nicht-kanonischen Wnt-Signalweg via JNK die Ausbildung von Zellausläufern steigert und zwar unabhängig vom Untergrund. Für die Untersuchung der Migration kommt neben den konventionellen Wundheilungstests auf Kunststoffuntergrund mit Setzen eines artifiziellen Wundspaltes durch den Zellrasen eine neu entwickelte Methode zum Einsatz. Dabei werden die MCF-7-Zellen auf einem mit extrazellulärer Matrix (ECM) beschichteten Deckgläschen ausgesät und nach Erreichen der Subkonfluenz mit der Oberseite nach unten auf eine mit ECM beschichtete Zellkulturschale übertragen, wodurch man eine vollständige Einbettung der Tumorzellen in ECM und somit eine im Vergleich zum Kunststoffuntergrund physiologischere Versuchssituation erreicht. In diesen Untersuchungen zeigt sich eine Steigerung der Tumorzellmigration unter Einwirkung von Wnt5a, die sich in ihrem Ausmaß deutlich von den bisher durchgeführten Migrationsversuchen auf Kunststoffuntergrund unterscheidet: Auf Kunststoffuntergrund weisen die mit Wnt5a behandelten MCF-7-Zellen ein vermehrtes Wandern von Einzelzellen auf, während in der Kontrollgruppe die Wundränder flächig aufeinander zu wandern. Auf ECM erscheint die Migration flächig mit einer scheinbar immer größer werdenden Zellfläche mit nur wenigen Einzelzellen. In den Versuchen mit einer feststehenden Wnt5a-Quelle (NIH 3T3-Fibroblasten) ist eine gerichtete Migration der Tumorzellen zur Wnt5a-Quelle zu beobachten. Die Einwirkung des als Antagonist des kanonischen Wnt-Weges bekannten DKK-1 verursa cht morphologisch eine Verminderung von Zellausläufern und eine kompakte Form der MCF-7-Zellen auf Kunststoffuntergrund, auf ECM hingegen eine Steigerung der Bildung von Zellausläufern sowie eine Entrundung der Zellform, vergleichbar der Wirkung von Wnt5a. In den Migrationsversuchen auf Kunststoff kommt es zu keiner Steigerung der migratorischen Aktivität der Tumorzellen unter DKK-1-Einwirkung, während es in den Migrationsversuchen auf ECM zu einer Zunahme der flächigen Migration der MCF-7-Zellen unter DKK-1-Einwirkung kommt, die in ihrem Ausmaß vergleichbar mit der Stimulation durch Wnt5a ist. Das lässt den Schluss zu, dass sich Wnt5a und DKK-1 in Abhängigkeit vom Untergrund, auf dem sich die Tumorzellen befinden, in ihrer Wirkung unterscheiden. Außerdem scheint Wnt5a richtungsgebend zu wirken. Der Untergrund kann daher ein kritischer Faktor im Rahmen der Tumorinvasion, insbesondere dem Teilaspekt der Tumorzellmigration sein. Die beobachteten Auswirkungen des Untergrundes auf das Migrationsverhalten könnten zur Aufklärung physiologischer Prozesse im Rahmen der Wundheilung beitragen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Schindler, Sabrina
- Contributors dc:contributor
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- Binder, Claudia Prof. Dr.
- Hahn, Heidi Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 6Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-859
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2648-4
webdoc-2648
641303661 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AFEB-1