Abstract
dc:descriptionDialysepatienten leiden überdurchschnittlich häufig am Schlafapnoe-Syndrom. Die typischen Symptome dieser schlafbezogenen Atemstörungen (SRBD) bleiben allerdings häufig unberücksichtigt, da diese sich mit den Symptomen der Niereninsuffizienz bzw. der Urämie überlappen. Des Weiteren ist die Prävalenz von kardiovaskulären Erkrankungen (KVE) bei Dialysepatienten hoch. Die KVE sind Hauptursache für die Mortalität der niereninsuffizienten Patienten. Danach folgen infektbedingte Todesfälle, wobei eine Assoziation von Infektionen und der Schlafapnoe vermutet wird. In der Normalbevölkerung gilt das Schlafapnoe-Syndrom als Risikofaktor für eine erhöhte Inzidenz von kardiovaskulären Erkrankungen (KVE). Ziel der vorliegenden Untersuchung war die Bestimmung der Prävalenz der Schlafapnoe bei den Dialysepatienten der Station 1011 des Universitätsklinikums Göttingen. Die an Nicht-Dialysepatienten etablierten diagnostischen Verfahren (Fragebögen, Epworth Sleepiness Scale, ambulante Screeninggeräte) sollten an Dialysepatienten überprüft werden. Ein möglicher Zusammenhang zwischen kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität sowie einer erhöhten Infektanfälligkeit bei Dialysepatienten mit SAS sollte erfasst werden. Die eingeschlossenen Patienten wurden mit einem ambulanten Screeninggerät ( Somno-check effort ) in der Nacht nach der Dialyse gescreent. Es wurde ein Fragebogen mit den Patienten bearbeitet und alle relevanten Laborwerte, kardiovaskulären Diagnosen/Ereignisse und die relevanten Dialysedaten den Akten entnommen und ausgewertet. Bei 9 der 21 Patienten (42,9 %) ergab das Screening ein Schlafapnoe-Syndrom. Dies ist eine deutlich höhere Prävalenz als in der Normalbevölkerung. Die Auswertung der Fragebögen ergab keine Korrelation zu den Ergebnissen des Schlafapnoe-Screenings. Es ist anzunehmen, dass die konventionellen Fragebögen mit den typischen Symptomen der Schlafapnoe und die ESS bei Dialysepatienten nicht erfolgversprechend sind. Folglich ist der Einsatz zuverlässiger ambulanter Screeninggeräte von Bedeutung, da die als Goldstandard geltende Polysomnographie (PSG) zurzeit nicht flächendeckend verfügbar ist. In der vorliegenden Untersuchung an Dialysepatienten konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Schlafapnoe-Syndrom und den kardiovaskulären Risikofaktoren und Erkrankungen ermittelt werden. Allerdings wurde eine signifikante Korrelation von dem Schlafapnoe-Syndrom mit erhöhter Infektanfälligkeit beobachtet. Da Infektionen die zweithäufigste Todesursache bei Dialysepatienten stellen, ist die erhöhte Infektneigung bei Niereninsuffizienz und Schlafapnoe von prognostischer Bedeutung. Zur weiteren Abklärung der Relevanz des Schlafapnoe-Syndroms bei Dialysepatienten sind größer angelegte Studien notwendig. Ihre Aufgabe sollte es sein, die effektivsten diagnostischen Methoden der Schlafapnoe bei Dialysepatienten zu ermitteln. Die Zusammenhänge der KVE und der Infektneigung bei dieser Patientengruppe mit dem Schlafapnoe-Syndrom und deren tatsächliche klinische Bedeutung sollten weiter untersucht werden. Zudem sollte die Effektivität einer CPAP-Behandlung der Schlafapnoe bei Dialysepatienten vor allem in Bezug auf die kardiovaskulären Begleit und Folgeerkrankungen bestimmt werden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Weidler, Oliver
- Contributors dc:contributor
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- Müller, Gerhard Anton Prof. Dr.
- Lüthje, Lars PD Dr.
- Oppermann, Martin Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 16Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-836
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2575-8
webdoc-2575
637221036 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AFC2-C