Back to results

Georg-August-Universität Göttingen

Therapie und Nachsorge des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms: Eine Risikofaktoren-basierte Analyse der Göttinger Patienten seit 1990

Abstract

dc:description

Therapie und Nachsorge des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms: Eine Risikofaktoren-basierte Analyse der Göttinger Patienten seit 1990 Einleitung: Differenzierte Schilddrüsenkarzinome zeichnen sich durch eine exzellente Prognose aus, dennoch treten immer wieder Tumoren mit ungünstigen Verläufen auf. In der Vergangenheit wurden Risikofaktoren identifiziert, deren Vorliegen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für einen komplizierten Krankheitsverlauf (High-Risk) verbunden ist. In dieser retrospektiven Arbeit wurden die Therapie und die Nachsorgeverläufe der Schilddrüsenkarzinompatienten, die in der Abteilung Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) seit 1990 behandelt wurden, untersucht. Die statistische Signifikanz der bekannten Risikofaktoren wurde für diese Gruppe analysiert. Außerdem wurden die Sensitivität und Spezifität der diagnostischen Verfahren, die in der Nachsorge zum Einsatz kamen, bestimmt. Material und Methoden: Mit den Daten von 202 Patienten wurde eine Datenbank angelegt. Therapie und Nachsorgeverläufe wurden deskriptiv ausgewertet. Die Signifikanzniveaus der Risikofaktoren wurden mit dem Chi-Quadrat-Test, dem McNemar-Test und dem Mann-Whitney-U-Test bestimmt. Für die diagnostischen Verfahren wurden die Sensitivität und Spezifität sowie die 95%-Konfidenzintervalle errechnet. Ergebnisse: 84% der Patienten waren nach initialer Therapie dauerhaft in kompletter Remission, während 16% aller Patienten Metastasen oder lokoregionäre Rezidive entwickelten. Synchrone Metastasen traten häufiger auf (27 von 202 Patienten) als metachrone Metastasen (6 von 202 Patienten). Folgende Risikofaktoren waren mit einem statistisch signifikant erhöhten Risiko für einen komplizierten Krankheitsverlauf verbunden: männliches Geschlecht, das Vorliegen eines follikulären oder onkozytären Tumors, ein Primärtumor > 4 cm im Durchmesser, ein initialer Lymphknotenbefall, das Vorhandensein initialer Fernmetastasen, das Vorhandensein eines Residualtumors sowie ein positiver stimulierter Serumthyreoglobulinwert nach chirurgischer und nuklearmedizinischer Therapie. Die cervikale Sonographie zeigte eine hohe Sensitivität (86%) und Spezifität (96%). Die diagnostische Ganzkörperszintigraphie mit 131I oder 123I hatte eine Sensitivität von 30% bei einer Spezifität von 96%, während die posttherapeutische Ganzkörperszintigraphie mit 131I über eine hohe Sensitivität (91%) bei einer Spezifität von 67% verfügte. Die CT-Untersuchung des Halses hatte eine Sensitivität von 73% bei einer Spezifität von 100%. Die CT-Untersuchung des Thorax hatte eine Sensitivität von 79% bei einer Spezifität von 86%. Die FDG-PET-Untersuchung zeigte eine Sensitivität von 92% bei einer Spezifität von 71%. Schlussfolgerung: Bei Low-Risk-Patienten sollte sechs bis zwölf Monate nach Therapie der stimulierte Thyreoglobulinwert bestimmt werden. Liegt dieser < 0,3 ng/ml, sollte die Hormongabe auf ein substituierendes Regime umgestellt werden und weitere Kontrollen in zweijährlichen Abständen erfolgen. Bei High-Risk-Patienten sollte eine Nachsorgefrequenz von sechs Monaten beibehalten werden. Die Diagnostik lokoregionärer Rezidive und Metastasen sollte durch die cervikale Sonographie, posttherapeutische Ganzkörperszintigramme sowie die FDG-PET/CT erfolgen.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Lemb, Johanna Berta
Contributors dc:contributor
  • Meller, Johannes Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 16

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-785
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2398-0
webdoc-2398
65938888X
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF87-1

Chain of custody

source
Harvested from
Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Lemb, Johanna Berta. Therapie und Nachsorge des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms: Eine Risikofaktoren-basierte Analyse der Göttinger Patienten seit 1990. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-AF87-1