Georg-August-Universität Göttingen
Einsatz der LMA-ProSeal(TM) auf der postoperativen Intensivstation unter besonderer Berücksichtigung hämodynamischer und respiratorischer Parameter.
Abstract
dc:descriptionDie vorliegende Arbeit untersuchte hämodynamische Stressreaktionen bei der Entfernung der PLMA im Vergleich zum Endotrachealtubus auf der Intensivstation. Ein zweiter Schwerpunkt der Arbeit evaluierte den postoperativen elektiven Einsatz der PLMA während des Transports zur Intensivstation und für die weitere Beatmung der Patienten auf der Intensivstation anhand von respiratorischen Parametern. Zudem wurde untersucht, ob nach der Beatmung mit einer PLMA im Vergleich zum Endotrachealtubus Unterschiede im postoperativen Auftreten von Halsschmerzen und Schluckbeschwerden bestehen. Für diese Fragestellungen wurden 20 Patienten (12 Frauen), die postoperativ mit einer PLMA beatmet wurden und ein Durchschnittsalter von 56.9 (± 12.2) Jahren hatten, mit 20 Patienten (15 Frauen) verglichen, die mit einem Endotrachealtubus beatmet wurden und ein Durchschnittsalter von 60.3 (± 14.6) Jahren hatten. Der Vergleich der PLMA- und der ET-Gruppe hinsichtlich der hämodynamischen Parameter ergab, dass der systolische und der mittlere arterielle Blutdruck sowie die Herzfrequenz und das RPP bei Patienten der ET-Gruppe während der Extubation stärker anstiegen als bei Patienten der PLMA-Gruppe. Der systolische arterielle Blutdruck stieg in der ET-Gruppe von 112.8 (± 3.3) mmHg auf 147.5 (± 5.7) mmHg an, in der PLMA-Gruppe dagegen nur von 112.1 (± 5.3) mmHg auf 130.2 (± 4.1) mmHg. Der mittlere arterielle Blutdruck stieg in der ET-Gruppe von 76.6 (± 2.4) mmHg auf 99.3 (± 3.8) mmHg an, in der PLMA-Gruppe dagegen nur von 77.5 (± 2.8) mmHg auf 88.8 (± 2.5) mmHg. Die Herzfrequenz stieg in der ET-Gruppe von 67.5 (± 2.6) Schlägen pro Minuten auf 82.4 (± 3.2) Schläge pro Minuten an, in der PLMA-Gruppe dagegen nur von 67.1 (± 2.8) Schlägen pro Minuten auf 77.2 (± 3.1) Schläge pro Minuten. Das RPP stieg in der ET-Gruppe von 7663 (± 409) mmHg x Schläge pro Minute auf 12594 (± 785) mmHg x Schläge pro Minute an, in der PLMA-Gruppe dagegen nur von 7576 (± 468) mmHg x Schläge pro Minute auf 10057 (± 521) mmHg x Schläge pro Minute. Mögliche Ursachen dafür, dass sich die hämodynamischen Parameter in der ET-Gruppe während der Extubation stärker verändern als in der PLMA-Gruppe, werden diskutiert. Die vorliegenden Daten deuten darauf hin, dass sich diese Unterschiede auf die verwendeten Atemwege zurückführen lassen. Eine verminderte hämodynamische Stressreaktion ist somit ein Vorteil der Verwendung der PLMA gegenüber dem Endotrachealtubus. In der PLMA-Gruppe waren während der initialen Beatmung das Tidalvolumen (424 ± 19 ml) und die Compliance (35.6 ± 2.5 ml/cmH2O) mit dem Endotrachealtubus geringer als während der späteren Beatmung mit einer PLMA (Tidalvolumen: 471 ± 28 ml; Compliance: 40.8 ± 4.2 ml/cmH2O). Im nachfolgend untersuchten Beatmungszeitraum auf der Intensivstation stieg der mittlere Beatmungsdruck bei Patienten der ET-Gruppe von 8.1 mbar auf 10.2 mbar kontinuierlich an, während er in der PLMA-Gruppe konstant blieb und dort mit durchschnittlich 8.3 (± .3) mbar geringer war als in der ET-Gruppe mit durchschnittlich 9.5 (± .3) mbar. Fiberoptische Lagekontrollen und Messungen des Cuffdrucks belegten, dass im Untersuchungszeitraum keine wesentlichen Dislokationen der PLMA auftraten. Damit erwies sich die PLMA auch hinsichtlich der respiratorischen Parameter und des Cuffdrucks als sicherer und zuverlässiger Atemweg, für den kein systematischer Nachteil gegenüber dem Endotrachealtubus bei der elektiven postoperativen Versorgung festgestelt werden konnte. Hinsichtlich Halsschmerzen und Schluckbeschwerden konnten keine systematischen Unterschiede zwischen Patienten der ET- und der PLMA-Gruppe aufgedeckt werden. Der postoperative Wechsel vom Endotrachealtubus zur PLMA stellt insbesondere für Patienten, die potentiell von einer kardiopulmonalen Stabilität während der Extubationsphase auf der Wachstation profitieren, eine gute Alternative zum Endotrachealtubus dar.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Goetze, Benjamin
- Contributors dc:contributor
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- Timmermann, Arnd PD Dr.
Subjects
dc:subject × 7Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
-
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-781
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2381-0
webdoc-2381
737896930 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF83-9