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Georg-August-Universität Göttingen

Botulinumtoxin A als mögliche therapeutische Option zur Behandlung der allergischen und idiopathischen Rhinitis - Ergebnisse einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie

Abstract

dc:description

Die klinischen Symptome der allergischen und idiopathischen Rhinitis wie Fließschnupfen, Niesreiz, nasale Obstruktion und Juckreiz beeinträchtigen die Lebensqualität der betroffenen Patienten deutlich. Bisherige Therapieoptionen sind die Gabe von Mastzellstabilisatoren, topischen Glukokortikoiden, Antihistaminika, Ipratropiumbromid, eine spezifische Immuntherapie sowie abschwellende und in seltenen Fällen rhinochirurgische Maßnahmen. Eine suffiziente Behandlung gelingt damit nicht immer. Die nervale Kontrolle der physiologischen Mechanismen der Nasenschleimhaut ist sehr komplex. Die Drüsen der Nasenschleimhaut unterliegen vor allem der Regulation durch den parasympathischen Schenkel des autonomen Nervensystems und bilden den entscheidenden Anteil der nasalen (Hyper)Sekretion. Das Nervengift Botulinumtoxin blockiert die Freisetzung von Acetylcholin aus den präsynaptischen Vesikeln cholinerger Nervenendigungen und verhindert dadurch die cholinerge Erregungsübertragung. Als Alternativtherapie einer Rhinitis ist Botulinumtoxin A daher bereits in verschiedenen Arbeiten zur Wirkung an der Nasenschleimhaut angewendet worden.In dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurde die Wirkung einer lokalen, minimal-invasiven Anwendung (Schwämmcheneinlage) von Botulinumtoxin A an der Nasenschleimhaut auf die Symptome von Patienten mit idiopathischer oder allergischer Rhinitis untersucht. Die Patienten (n = 20) wurden randomisiert in zwei Gruppen eingeteilt (BTX-A (B) oder Placebo (K)); zwei weitere, gemischte Gruppen (BK, KB) enthielten die Patienten, welche nach Ausbleiben eines positiven Effektes der ersten Behandlung nach 1 Woche die Alternativsubstanz bekommen hatten. Die Änderungen der Symptome (Sekretion und Nasenatmungsbehinderung) wurden von den Patienten auf einer Skala von 0-4 eingeschätzt oder gezählt (Taschentuchverbrauch, Niesen) und in einem Tagebuch dokumentiert. Klinische Kontrolluntersuchungen erfolgten nach 1, 2, 4, 8 und 12 Wochen. Zusätzlich wurden zytologische und mikrobiologische Nasenabstriche sowie rhinomanometrische Messungen ausgewertet. Patienten, die nur mit Botulinumtoxin behandelt wurden (Gruppe B), zeigten insgesamt beim Taschentuchverbrauch, der nasalen Sekretion und dem Niesen eine deutliche Symptomreduktion gegenüber der nur mit Kochsalz behandelten Patientengruppe (Gruppe K). Die Nasenatmungsbehinderung blieb in der reinen Botulinumtoxingruppe (B) praktisch unverändert; die Patienten der anderen Gruppen stellten eine subjektive Verbesserung fest. Die zytologischen und mikrobiologischen Abstrichergebnisse der Nasenschleimhaut zeigten keine größeren Veränderungen vor und nach Behandlung, die gegen eine Behandlung mit Botulinumtoxin sprechen. Bei den Rhinomanometrieergebnissen ergab sich eine Verbesserung der nasalen Luftdurchgängigkeit in den Gruppen B (BTX-A), K (Kochsalz) und KB (Kochsalz/BTX-A).Schlussfolgerung: Die lokale Behandlung der Nasenschleimhaut mit Botulinumtoxin A stellt eine langanhaltende und minimal-invasive Therapieoption zur Behandlung der nasalen Hypersekretion und des Niesreizes bei bestimmten Patienten mit therapie-resistenter idiopathischer oder allergischer Rhinitis dar.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Junghans, Katharina
Contributors dc:contributor
  • Laskawi, Rainer Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 7

Rights

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Language dc:language
ger

Identifiers

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Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-764
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2300-0
webdoc-2300
627372465
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF74-9

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source
Harvested from
Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Junghans, Katharina. Botulinumtoxin A als mögliche therapeutische Option zur Behandlung der allergischen und idiopathischen Rhinitis - Ergebnisse einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-AF74-9