Georg-August-Universität Göttingen
Einfluss der Anästhesie auf das postoperative Auftreten des Restless Legs Syndroms
Abstract
dc:descriptionDas Restless-Legs-Syndrom ist eine relativ häufige neurologische Erkrankung, der wahrscheinlich eine Störung des dopaminergen Neurotransmittersystems zugrunde liegt. Von der idiopathischen, primären Form unterscheidet man eine sekundäre Form, die durch identifizierbare auslösende Faktoren verursacht wird, zu denen auch anästhesierelevante Pharmaka gehören. Es wurde auch ein kausaler Zusammenhang mit der Spinalanästhesie postuliert, die in ca. 8% der Fälle ein Restless Legs Syndrom auslösen soll. Dieser mögliche Zusammenhang wurde in einer prospektiven, kontrollierten longitudinalen Studie untersucht, in der das perioperative Auftreten des Restless-Legs-Syndrom bei Patienten mit chirurgischen Operationen in Spinalanästhesie anhand der Kriterien der IRLS ermittelt wurde. Als Kontrollgruppen dienten Patienten mit Eingriffen in Allgemeinanästhesie bzw. peripherer Regionalanästhesie. Präoperativ, sowie eine und vier Wochen postoperativ wurden im persönlichen Interview anhand eines standardisierten Fragebogens die diagnostischen Kriterien der International Restless Legs Society abgefragt. Bei Anhaltspunkten für das Vorliegen eines RLS schloss sich eine genauere neurologische Abklärung an. Es wurden insgesamt 398 Patienten untersucht: 147 mit Spinalanästhesie, 212 mit Allgemeinanästhesie und 39 mit peripherer Regionalanästhesie. Die präoperative RLS-Prävalenz unseres Kollektivs lag mit 7,8% im üblichen Bereich deutscher Studienpopulationen; Frauen und Ältere waren häufiger betroffen. Bei keinem Patienten wurde ein de-novo-Auftreten von RLS beobachtet, und kein Patient mit vorbestehendem RLS berichtete von einer postoperativen Symptomverschlechterung. Die Daten legen die Schlussfolgerung nahe, dass kein kausaler Zusammenhang zwischen Spinalanästhesie und dem Auftreten eines Restless-Legs-Syndroms besteht. Die aus den Daten errechnete Wahrscheinlichkeit, dass ein Restless-Legs-Syndrom nach Spinalanästhesie auftreten wird, liegt mit 99%iger Sicherheit zwischen 0% und maximal 4,0%.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Karimdadian, Désirée
- Contributors dc:contributor
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- Crozier, Thomas Prof. Dr. Dr.
Subjects
dc:subject × 8Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-737
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2066-1
webdoc-2066
615106048 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF59-7