Georg-August-Universität Göttingen
Tree cavity abundance and nest site selection of cavity nesting birds in a natural boreal forest of West Khentey, Mongolia
Abstract
dc:descriptionHöhlenbrütende Vogelarten stellen einen bedeutenden Anteil vieler Waldvogelgemeinschaften. Wegen ihrer engen Bindung an entsprechende Habitatstrukturen sind sie sehr empfindlich gegenüber Veränderungen der Waldstruktur. Daher werden sie als Indikatoren für Habitatqualitäten und Vogeldiversität aufgefasst und viele höhlenbrütende Vogelarten haben infolge moderner Forstwirtschaft und anthropogener Landschaftsveränderung im Bestand abgenommen.Das Untersuchungsgebiet war das streng geschützte Reservat Kahn Khentey im Nordosten der Mongolei. Die Untersuchungen wurden in vier verschiedenen Habitaten durchgeführt: alter Birken-Lärchen-Wald, junger Birken-Lärchen-Wald, Aumischwald und Fichten-Tannen-Wald. In jedem Habitat wurden stehende Baumstämme mittels Winkelzählprobe ausgewählt. Für jeden ausgewählten Stamm wurden Baumart, BHD, Vitalität und das Vorhandensein von Feuernarben, Pilzkonsolen und Baumhöhlen aufgenommen. Die Höhlen wurden klassifiziert in Spechthöhlen, durch andere Vogelarten aktiv angelegte Höhlen, Astlöcher oder Rindenspalten. Nester aller höhlenbrütenden Vogelarten wurden in 2002 und 2003 gesucht. Für jeden Baumstamm mit Bruthöhle wurden Baumart, BHD, Vitalität und das Vorhandensein von Feuerschäden und Pilzkonsolen erfasst. Ebenso wurden Höhlentyp, Höhe der Bruthöhle über dem Boden, Substratdurchmesser, Substratzustand und Höhe und Weite der Höhlenöffnung erfasst.Die durchschnittliche Baumhöhlenabundanz belief sich auf 30 Höhlen je Hektar. Die Höhlenabundanz war im Fichten-Tannen-Wald am geringsten (18 Höhlen/ha) infolge des geringeren Vorkommens von Astlöchern in diesem Habitat. Über 50% der Höhlen befanden sich in Birken, während Pappel in Relation zu ihrer Abundanz die höhlenreichste Baumart darstellte. Die prozentuale Verteilung der Baumhöhlen stieg mit zunehmendem BHD. Baumhöhlen, insbesondere die aktiv angelegten, waren überproportional häufig in hohen Baumstümpfen. Das Vorhandensein von Baumhöhlen stand sowohl mit dem Vorhandensein von Feuernarben als auch dem von Pilzkonsolen in Zusammenhang.Die Dichte höhlenbrütender Vögel betrug im Mittel 2,4 Brutpaare je ha und war geringer im Fichten-Tannen-Wald als in den anderen drei Habitaten mit höherem Laubholzanteil. Insgesamt betrug die Höhlennutzungsrate im Untersuchungsgebiet ungefähr 5%. Laubholzarten, größere Bäume, tote Bäume und Bäume mit Feuernarben und Pilzkonsolen wurden von primären Höhlennutzern bevorzugt. Sekundäre Höhlennutzer nutzen solche Bäume ebenfalls überproportional, meistens in Übereinstimmung mit der Höhlenverfügbarkeit in diesen Bäumen.In bezug auf einzelne Arten zeigte die Brutplatzwahl von D. minor, P. montanus und F. albicilla hohe Similarität. Diese Arten nisteten in aktiv angelegten Höhlen mit kleinen, runden Öffnungen, die sich hoch in dünnen und gebrochenen Baumstümpfen befanden. Die Nistplätze von D. major und S. europaea waren einander ähnlich, da beide Arten in Höhlen mit runden Öffnungen von etwa 4-5 cm Durchmesser brüteten, die sich hoch in großen und lebenden Bäumen oder intakten Stämmen toter Bäume befanden. Sowohl P. ater als auch P. major bevorzugten Astlöcher mit schlitzartigen Öffnungen, die sich in geringer Höhe in lebenden Bäumen befanden. P. auroreus nutzte eine breite Palette unterschiedlich beschaffener Höhlen, während C. familiaris sich von den anderen Arten durch die Spezialisierung auf lange Schlitze unterschied.Die Beobachtung der Folgenutzungen zeigte, dass Höhlen, die zuvor von D. major und P. montanus benutzt wurden, häufig jeweils von S. europaea und F. parva im Folgejahr genutzt wurden. Vormals von S. europaea und P. ater besetzte Höhlen wurden häufig von denselben Arten wiederbesetzt. Höhlen in lebendem Substrat wurden häufiger wiederbesetzt als solche in toten Bäumen. Anhand der Ergebnisse der nest web Analyse konnte für keine Art der Gruppe der sekundären Höhlenutzer ein vollständige Abhängigkeit von mittelgroßen oder kleinen Spechthöhlen angenommen werden. Diese Arten konnten Astlöcher nutzen, wenn Spechthöhlen fehlten. Das Entfernen der Birke würde hingegen die Struktur der Artengemeinschaft höhlenbrütender Vögel deutlich beeinflussen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Bai, Mei-Ling
- Contributors dc:contributor
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- Mühlenberg, Michael Prof. Dr.
- Schaefer, Matthias Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 17- 570 Biowissenschaften, Biologie
- Biologie
- cavity nesting birds
- hole breeders
- nest site selection
- tree hole
- boreal forest
- höhlenbrütende Vögel
- Nistplatzwahl
- Baumhöhlenabundanz
- borealer wald
- 42.65
- 42.83
- WNA 250: Wald, Urwald {Biologie, Ökologie}
- WS 000: Naturschutz und Naturschutzgebiete, Artenschutz {Biologie}
- WXR 000: Tierökologie {Zoologie}
- WYX 800: Aves {Zoologie, Vertebrata}
Rights
dc:rights- Language dc:language
- eng
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
-
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-546
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-37-3
webdoc-37
497684799 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AE58-D